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21.10.1994

Lotus Notes als Freund und Feind Anwender beklagen sich ueber Wirrwarr bei Oracle-Produkten

MUENCHEN (IDG) - Zuviel des Guten, lautet die Kritik von Anwendern an dem Versuch Oracles, den von Microsoft beherrschten Low-end- Markt aufzubrechen. Das Desktop- und Workgroup-Angebot weise Ueberschneidungen auf der einen Seite und Loecher auf der anderen auf. Neueste Ankuendigungen betreffen eine Kooperation mit Lotus Development und die objektorientierten Entwicklungs-Tools "Project X". "Es ist ja ganz schoen, dass Oracle versucht, die gesamte DV- Palette vom Desktop bis zum High-end abzudecken. Allerdings hat das Unternehmen eine verwirrende Anzahl von Produkten und viele Preiskategorien." So zitiert die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" Tim Miller, Direktor einer Telefongesellschaft in Salt Lake City und Teilnehmer des internationalen Anwendertreffens in San Franzisko.

Die Unterschiede sind nicht mehr erkennbar

Der Datenbankhersteller will beispielsweise drei Front-end- Versionen von Oracle 7 allein fuer Novells Netware anbieten - alle zu einem unterschiedlichen Preis: "Oracleware", "Workgroup Server" und "Oracle 7 Netware Loadable Module". Darueber hinaus soll es fuer Windows 3.1 ab Ende dieses Jahres "Personal Oracle" geben, und fuer Anfang 1995 ist Project X angekuendigt.

"Wo liegen die Unterschiede zwischen den Produkten? Mir scheint, ich sollte einfach das billigste nehmen", stoehnte ein Konferenzteilnehmer.

Zum Teil sind die Erzeugnisse noch nicht erhaeltlich. So sollte eine OS/2-Version bereits seit Monaten auf dem Markt sein, schreibt die "Computerworld". Doch Oracle plant weiter: Die Windows-Ausfuehrung von Oracle 7 soll zudem zusaetzlich als Buendel mit "Objects", einer OLE-basierten Connectivity-Software, und einigen Visual Basic Custom Controls (VBX) angeboten werden. Der Preis wird, wie Nimish Mehta, Vice-President und zustaendig fuer Oracles Desktop-Produkte, mitteilt, fuer Visual-C- oder Visual-C++- Programmierer nur 100 Dollar betragen oder sogar noch darunter liegen.

Project X werde, so der Hersteller, aus einer objektorientierten Single-User-Datenbank und Entwicklungs-Tools bestehen, die auch Datensysteme von Informix und Sybase unterstuetzen. Das Produkt basiere auf der Microsoft- Beschreibungssprache Visual Basic und laufe auf Windows-PCs und Macintosh-Rechnern.

Oracle will jedoch nicht nur den Desktop-Markt erobern, sondern auch den asiatischen Markt verstaerkt erschliessen. Deshalb ist zeitgleich mit der englischen Project-X-Version die Auslieferung einer japanischen und koreanischen geplant. Schnelle sprachliche Anpassungen ermoegliche die Technik "double-byte character", so dass bereits eine chinesische Version in Vorbereitung ist.

Auch der neueste Coup der Oracle Corp. traegt zur Verwirrung von Anbietern und Marktbeobachtern bei. Der Datenbankhersteller unterzeichnete eine Marketing- und Entwicklungsvereinbarung mit der Lotus Development Corp. Gegenstand der Zusammenarbeit ist eine Anbindung der Groupware-Entwicklungsplattform Lotus Notes an den Oracle Media Server fuer die Verarbeitung von transaktions- und dokumentenbasierten Applikationen.

Im einzelnen sieht die Uebereinkunft mit Lotus folgendes vor: Notes wird weiterhin sein eigenes Speicher-Management unterstuetzen, aber zugleich koennen Anwender ihre Daten auch unter den Oracle- Datenbanksystemen Media Server, Text und Video Server sowie unter Oracle 7 speichern. Bis die Version 4.0 Mitte naechsten Jahres auf den Markt kommt, wird sich die Benutzeroberflaeche von Notes nicht veraendern. Dann aber soll es als Front-end direkt auf verschiedenen Netzarten aufsetzen koennen, einschliesslich Oracle Server und Internet.

Die Vereinbarung ueberrascht, da Oracle kuerzlich eigene Workgroup- Produkte angekuendigt hat. Beispielsweise wurde "Documents" urspruenglich als Notes-Killer positioniert. "Notes und Documents werden sich technologisch vollstaendig ueberlappen", meint auch Oracles Vice-President Andre Boisvert, zustaendig fuer weltweites Marketing. "Wir werden uns wohl gegenseitig auf die Fuesse treten."