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22.11.1996 - 

Niedrigpreis-Offensive mit Smartsuite 97

Lotus sagt Microsoft den Kampf im Markt für Office-Software an

Die IBM-Tochter bekräftigte letzte Woche ihre Entschlossenheit, dem dominierenden Anbieter im Markt für Büropakete, Microsoft, spürbar Marktanteile wegzunehmen. Lotus verfolgt zu diesem Zweck eine Doppelstrategie: Zum einen soll das Büropaket "Smartsuite" den traditionellen Office-Markt erobern, zum anderen will das Softwarehaus mit Komponenten den Intranet-Markt bedienen.

Gegen Microsofts wichtigste Einnahmequelle

Gerade bei den großen Windows-Anwendungen geht es Lotus nicht in erster Linie darum, Gewinne einzufahren. Vielmehr soll damit die Gates-Company geschwächt werden, die nach Schätzungen 45 Prozent ihres Umsatzes mit "Office" erzielt. Microsoft könnte durch Einkommensverluste das Eindringen in den Server-Markt erschwert werden. Bei der Zahl ausgelieferter Einheiten liegt Lotus nach eigenen Angaben mit Smartsuite derzeit bei einem Marktanteil von rund 26 Prozent.

Larry Rushfeld, General Manager für Business Applications Development, gab freimütig zu, daß keines der großen Büropakete genügend technische Vorteile aufweise, um Anwender zum Umstieg zu bewegen. Seine Argumente für die hauseigene Smartsuite sind eingebaute Groupware-Funktionen und die enge Integration mit Lotus Notes, vor allem aber der niedrige Preis. Die zahlreichen neuen Internet-Funktionen bieten Konkurrenten wie Microsoft oder Corel ebenfalls.

Die größten Kosten für die Unternehmens-DV entstehen allerdings nicht bei der Anschaffung der Software, sondern bei der Schulung der Anwender sowie der Programmierung von Scripts und Makros. Deshalb bietet Lotus einige Tools an, mit denen Makros für Microsoft-Anwendungen auf "Lotusscript" umgestellt werden können. Marktbeobachter monieren, daß diese Werkzeuge nicht zum Lieferumfang von Smartsuite gehören. Eine unkomplizierte Konvertierung von Makros wäre für die Microsoft-Konkurrenz gerade jetzt wichtig, da Anwender der Microsoft-Produkte beim Update auf Office 97 ohnehin umstellen müssen: Die Gates-Company führt nämlich durchgängig Visual Basic for Applications ein.

Als zusätzlicher Konkurrenzvorteil gerade für Großkunden könnte sich die OS/2-Version von Smartsuite erweisen. Allerdings war das Lotus-Engagement für das IBM-System in der Vergangenheit halbherzig. Die "Open-32"-Schnittstelle von OS/2 soll nun aber die Portierung von Win-32-Anwendungen vereinfachen.

Dieses soll mit den geplanten Java-Komponenten berücksichtigt werden, die der Javabeans-Spezifikation folgen. Rushfield schätzt, daß der Markt für Bürokomponenten weit größer sein werde als jener für monolithische Anwendungen. Die Überschneidung der beiden Märkte schätzt er gering ein. Nur auf wenigen Arbeitsplätzen ließen sich Großanwendungen durch Softwaremodule ersetzen. Obwohl Microsoft Pläne zur Aufsplittung von Office dementierte, rechnet der Lotus-Manager damit, daß die Gates-Company schon Ende 1997 in den Komponentenmarkt einsteigen müsse.