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11.05.1990 - 

Strategiekonzept nimmt allmählich Formen an

Lotus stoppt Textverarbeitung und wertet Topseller 1-2-3 auf

CAMBRIDGE/MÜNCHEN (CW) - Lotus feilt weiter an seinem Strategiekonzept: Nach der anvisierten Fusion mit Novell kündigte man die Integration des Präsentationsprogramms "Impress" von Aleph 2 für die 1-2-3 Version 3.0 an. Die eigene Textverarbeitung "Manuscript" wollen die Amerikaner dagegen abhalftern.

Den Spekulationen über eine Zusammenarbeit von Lotus und Wordperfect über technische

Abmachungen hinaus scheint Lotus-CEO Jim Manzi weitere Nahrung zu geben: Die eigene Textverarbeitung "Manuscript" - am Markt nicht sonderlich erfolgreich - gibt man zugunsten des Produkts der Mormonen auf. Zumindest wird es weder Windows- noch OS/2-Versionen geben. Manuscript-Kunden betreut man jedoch weiter. Statt dessen will sich Lotus auf die bereits eingeleitete Kooperation mit Wordperfect konzentrieren.

Vor allem die Konkurrenz von Borlands Kalkulationsprogramm "Quattro Pro" soll nach Meinung von Branchenkennern schuld daran sein, daß 1-2-3 nur noch ein Viertel - gegenüber 33 Prozent in früheren Tagen - zu den Lotus-Umsätzen beiträgt. Um das Produkt attraktiver zu machen, hat man nun angekündigt, die Präsentations-Add-in-Software "Impress" in Lotus' 1-2-3 Version 3.0 zu integrieren.

Das Produkt - vermarktet unter der Bezeichnung 1-2-3/3.1 - beinhaltet die Impress Technologie der französischen Firma Aleph 2, die zu 100 Prozent von Lotus erworben wurde. Mitte Mai geht es in die Beta-Tests, Lotus rechnet damit, daß es ab dem 3. Quartal 1990 verfügbar sein wird. Als Nachfolgeunternehmen von Aleph 2 wurde die Firma PC Publishing gegründet, die weiterhin mehrere 1-2-3-Add-ins vertreiben wird - insbesondere Impress für alle Versionen von 1-2-3/2.

Mit "Impress" wird dem 1-2-3-Anwender eine grafische Benutzeroberfläche geboten, in der er das mit dem Kalkulationsprogramm erstellte Zahlenmaterial zu Grafiken verarbeiten kann. Es unterstützt den Gebrauch einer Maus. Zudem könne der Ausdruck über eine "Wysiwyg-Option" im voraus kontrolliert werden.

Was bei "Allways" von Funk Software - dem anderen von Lotus benutzten Add-in-Produkt für seine 1-2-3-Versionen 2.0 und 2.2 - nicht geht, bietet "Impress": die direkte Verbindung von Huckepack-Software zur Tabellenkalkulation. In einem Fenster von "Impress" können die jeweiligen Veränderungen in der Tabellenkalkulation überwacht werden. Auch muß man beim Ausdrucken nicht erst aus dem Kalkulationsprogramm aussteigen.

Lotus wies darauf hin, daß die 1-2-3/3.1-Version völlig kompatibel bleibt zur Version 2.2 und dem Datenformat von "Allways". Preise gab man noch nicht bekannt, jedoch sollen 1-2-3-Anwender je nach benutzter Version preisgünstige Updates erhalten. Auch kündigte Lotus eine Version für Windows 3.0 an, über einen Zeitpunkt wollte man keine Aussagen machen.