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27.09.1985 - 

Design Zentren in Düsseldorf, Stuttgart und Paris geplant:

LSI Logic überlegt Gang an die Börse

FRANKFURT (CW) - Mit einem Investitionsaufwand von rund 150 Millionen Mark wird die weltweit tätige Halbleiter-Gruppe LSI-Logic ihr europäisches Fertigungszentrum in Braunschweig errichten. Es soll 1987 in Betrieb gehen und nach Fertigstellung rund 300 Mitarbeiter beschäftigten.

Die Standortwahl ist nach Darstellung des Präsidenten von LSI-Europe, R. M. Blair, unter anderem auf Braunschweig gefallen, weil das Land Niedersachsen die Ansiedlung des High-Tech-Werkes mit attraktiven Bedingungen, einer Millionen-Bürgschaft, unterstütze.

LSI strebt als Spezialist für anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASIC) in Europa einen Marktanteil von über 20 Prozent in den nächsten Jahren an, und zwar sowohl bei ASIC-Halbleiterbausteinen als auch bei den benötigten Software-Produkten und Dienstleistungen. Bis 1990 wird in Europa ein Gesamtumsatz in der Größenordnung von 100 Millionen Dollar anvisiert, von dem gut 30 Prozent am deutschen Markt erwirtschaftet werden sollen. In der Bundesrepublik zählen nach Blair unter anderem Siemens, Bosch, Nixdorf und Triumph-Adler zu den Großkunden.

Neben den von LSI bereits unterhaltenen Design-Zentren in Bracknell bei London und in München will LSI zur kundennahen Beratung und Software-Erstellung 1985 und 1986 weitere Service- und Design-Zentren in Düsseldorf, Stuttgart und Paris, später auch in Stockholm, Schottland und Israel errichten.

Als Chip-Spezialist auf dem stark expandierenden Markt für ASIC-Bausteine und -systeme ist LSI laut Blair von der Flaute am Halbleitermarkt bisher nur wenig betroffen. Weltweit konnte die Gruppe den Umsatz 1984 um 143 Prozent auf 84,5 Millionen Dollar und im ersten Halbjahr 1985 nochmals um 81 Prozent auf 64,1 Millionen Dollar steigern. Auch in Europa, wo derzeit etwa 15 Prozent des Weltumsatzes abgewickelt werden, liege LSI bei Umsatz und Gewinn deutlich im Plus.

Obergesellschafter der Gruppe ist die in Milpitas/Kalifornien ansässige LSI Logic Corp. die etwa 80 Prozent der Europa-Tochter LSI Logic Europe Ltd (Bracknell/England) hält. Die restlichen 20 Prozent wurden Mitte 1984 von Investorengruppen aus Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Zuge einer Privatplazierung übernommen. Von deutscher Seite zeichnete die von Banken getragene Deutsche Gesellschaft für Wagniskapital (WFG) bei dieser Aktion rund 500 000 LSI-Anteile.

Nach Blair sind Überlegungen im Gange, mit den Aktien der Europa-Holding im Verlauf der nächsten zwölf Monate an die Börsen in London und Frankfurt zu gehen. Als Grundlage der weltweiten Strategie von LSI-Logic bezeichnete es Blair, in den drei Haupt-Elektronik-Markten USA, Japan und Europa mit unternehmerisch selbständigen, aber im Technologieverbund stehenden, lokal finanzierten und geleiteten Unternehmen tätig zu sein.