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21.04.2000 - 

Kooperation mit Terabeam und IG2

Lucent nimmt Geschäftskunden mit Lasertechnik ins Visier

MÜNCHEN (CW) - Für den Engpass auf der letzten Meile ist eine Lösung in Sicht. Terabeam Networks hat ein Verfahren entwickelt, das Daten per Laserstrahl überträgt. Gemeinsam mit Lucent Technologies soll diese Technik nun ausgefeilt und vermarktet werden.

Lucent und Terabeam schmieden gemeinsame Pläne. Der amerikanische TK-Konzern hat mit der Startup-Company aus Seattle vereinbart, den "Terabeam Wireless Service" gemeinsam weiterzuentwickeln und professionellen Anwendern anzubieten. Mit dem Dienst können Daten mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbit/s per Laserstrahl über den Äther gejagt werden.

Das Verfahren stellt Analysten zufolge eine ernsthafte Alternative zu terrestrischen und funkbasierten Lösungen dar. Gegenüber Glasfaserverbindungen besteht der Vorteil darin, dass keine kostspielige Verlegung von Leitungen erforderlich ist und der Dienst Kunden in wenigen Tagen bereitgestellt werden kann. Gegenüber funkgestützten Systemen liegt das Plus vor allem in der hohen Transferrate sowie der Tatsache, dass keine Frequenzen gestört oder beantragt werden müssen.

Verglasung ist kein HindernisEin weiteres Argument für die Lichtwellenlösung von Terabeam ist sein Point-to-Multipoint-Prinzip. Ein Terabeam-Hub ist in der Lage, mehrere Gebäude zu versorgen. Dabei werden die Daten vom Point of Presence (POP) im Metropolitan Area Network zu Transceivern übertragen, die hinter Glasscheiben im Gebäude positioniert sind.

Lucent und Terabeam werden ihre Aktivitäten im Joint Venture Terabeam Internet Systems bündeln, an dem das Startup 70 Prozent hält, der TK-Gigant 30 Prozent. Der Konzern aus Murray Hill hat zugesagt, Geldmittel, Forschungs- und Entwicklungsressourcen sowie seine optischen Produkte in das Projekt einzubringen. Der Gegenwert dieser Leistungen wird auf rund 450 Millionen Dollar geschätzt. Terabeam hat sich im Gegenzug verpflichtet, Lucent als Hauptlieferanten für optische Netzkomponenten, Netzequipment und Services zu akzeptieren. Außerdem werden alle Terabeam-Produkte künftig das Lucent-Logo tragen.

Nach Ansicht der Marktbeobachter profitieren beide Unternehmen von dem Deal. Lucent hat nun die Möglichkeit, sein Point-to-Point-System "Wavestar Opticair" mit den "Fiberless Optical Services" von Terabeam zu verschmelzen, die eine Point-to-Multipoint-Lösung sind. Der TK-Konzern räumte selbst ein, dass sein System Wavestar Opticair nur ein begrenztes Potenzial habe. Die Kombination mit der Terabeam-Technik werde den Zugang zum Point-to-Multipoint-Geschäft deshalb wesentlich beschleunigen.

Der Schulterschluss mit Lucent dürfte auf der anderen Seite Terabeam den Eintritt in den Markt deutlich erleichtern. Darüber hinaus zieht das Unternehmen Nutzen aus dem Know-how von Lucent im Bereich der Vernetzung von Basisstationen. Terabeams Stärken liegen hingegen in der Verbindung vom Kunden zur Basisstation.

Neben dem Engagement mit Terabeam plant Lucent eine Beteiligung an IG2, einer Tochter der Fidelity Holding. IG2 errichtet derzeit ein Breitbandnetz in den Vereinigten Staaten, das Kleinbetrieben und Privathaushalten Sprach-, Daten- und Video-on-Demand-Services anbieten möchte. Bis Ende 2001 beabsichtigt IG2, in 62 Zonen in 31 US-Bundesstaaten sein Netz zu betreiben.