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26.06.1998 - 

Säbelrasseln im Netzwerkmarkt

Lucent Technologies zerrt Cisco wegen Patentstreit vor den Kadi

Der ohnehin bereits heiße Kampf im Netzbereich geht in eine neue Runde: Abseits des Lärms auf den Übernahme- und Merger-Schlachtfeldern rückt Lucent dem Branchenprimus Cisco jetzt mit einem Gerichtsverfahren auf die Pelle. Der Router-Spezialist soll über mehrere Jahre hinweg Patentrechte des Konkurrenten verletzt haben. Insgesamt acht Patente aus den Bereichen Router, Frame-Relay- und ATM-Equipment seien betroffen. Dabei handle es sich um Technologien zur Kontrolle der Überlastung von Netzwerken, zur Selbstinitialisierung von Kommunikationssystemen sowie zur Fehlerentdeckung und -beseitigung in Datenpaketen. Dazu kämen Sicherheitssysteme für Wählzugang zu Netzwerken, Modulationstechniken zur Komprimierung von Sprachsignalen und um Protokolle zur Kontrolle von Datenpaketen.

Lucent steckt jährlich etwa drei Milliarden Dollar in neue Technologien, die in erster Linie in den speziell dafür vorgesehenen "Bell Labs" entwickelt werden. Gegen entsprechende Bezahlung stellt das Unternehmen diese auch anderen Firmen zur Verfügung. Die jetzt bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Delaware eingereichte Klage ist nach Angaben von Lucent die Konsequenz von 18monatigen, letztendlich erfolglosen Bemühungen, auch mit Cisco zu einer diesbezüglichen Einigung zu kommen.

"Wir haben mehrfach versucht, mit Cisco zu verhandeln", bestätigt Michael Greene, President of Intellectual Property bei Lucent. "Jetzt bleibt uns nur noch der Weg über die Gerichte." Neben Schadenersatzzahlungen hofft sein Arbeitgeber, ein Verbot für den künftigen Gebrauch der in Frage kommenden Technologien durch Cisco erwirken zu können.

Dort gibt man sich ob des Angriffs noch relativ gelassen. Larry Carter, Chief Financial Officer (CFO) bei der Chambers-Company, reagierte in einem Statement: "Lucents Klage ist nach unseren derzeitigen Erkenntnissen unbegründet. Wir sind darüber hinaus darauf vorbereitet, die Rechte an unserem geistigen Eigentum und unsere technologische Führungsposition gegenüber anderen zu behaupten."

Mit der gerichtlichen Klage gegen Cisco unterstreicht Lucent deutlich seinen Anspruch auf eine Spitzenposition im Networking-Markt. Seit Oktober 1997 agiert das Unternehmen in den USA mit einer eigenen Business Unit in diesem Segment. Das erklärte Ziel: End-to-end-Lösungen für die Errichtung integrierter Sprach-Daten-Netze anzubieten.