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19.06.1992 - 

PC-Software-Anbieter unter den ersten drei

Lünendonk-Ranking: Microsoft hinter Software AG und SAP AG

MÜNCHEN (qua) - Mit der Microsoft GmbH, Unterschleißheim, belegt in diesem Jahr ein PC-Software-Unternehmen den dritten Platz auf der vom Redaktionsbüro Lünendonk, Bad Wörishofen, ermittelten "Lünendonk-Liste" der umsatzstärksten deutschen Software- und Beratungsunternehmen. Gold und Silber teilen sich - same procedure as every year - die Software AG, Darmstadt, und die SAP AG, Walldorf.

Die deutsche Microsoft-Niederlassung hätte bereits im vergangenen Jahr ganz vorn mitmischen können; der im Geschäftsjahr 1989/90 erzielte Umsatz betrug nach Lünendonk-Informationen mehr als 200 Millionen Mark und wäre damit die Eintrittskarte in den Club der ersten Fünf gewesen. Tatsächlich Wird Microsoft in der Lünendonk-Liste 1991 jedoch überhaupt nicht erwähnt.

Wie eine Sprecherin der Microsoft GmbH andeutete, liegt die Ursache dafür bei dem Software-Unternehmen selbst: Wie viele andere Deutschland-Töchter großer US-Anbieter war auch Microsoft bislang nicht bereit, alle an eine Aufnahme in die - seit 1984 - jährlich erscheinende Lünendonk-Liste geknüpften Bedingungen zu erfüllen: Dazu zählt unter anderen eine detaillierte Aufschlüsselung der jeweiligen Umsatzanteile. So kommt es, daß Unternehmen wie Oracle, Lotus und Borland/Ashton-Tate in diesem wie in den vergangenen Jahren aus dem Lünendonk-Ranking herausfielen.

Ohne Hardwarehersteller und RZ-Dienstleister

Die geforderten Detailangaben sollen, so Thomas Lünendonk, Inhaber des nach ihm benannten Redaktionsbüros in Bad Wörishofen, den Nachweis dafür erbringen, daß das betreffende Unternehmen seine Einnahmen zu wenigstens zwei Dritteln aus Softwarevertrieb und -beratung bestreitet. Auf diese Weise sind Hardwarehersteller und RZ-Dienstleister von vornherein ausgeschlossen.

Mit den Service-Rechenzentren und Facilities-Management-Anbietern beschäftigt sich eine zweite Lünendonk-Liste, die voraussichtlich in einigen Wochen herausgegeben wird.

Auch ohne die Quereinsteiger ist die Anbieterstruktur des Software- und Beratungsmarktes bereits so heterogen, daß ein auf Umsatz- und Mitarbeiterzahlen basierender Unternehmensvergleich zwangsläufig ein verzerrtes Bild zeichnet: Während zum Beispiel die auf das personalintensive Consulting-Geschäft spezialisierte Ploenzke-Gruppe mit Sitz in Kiedrich, Rheingau, 1350 Mitarbeiter benötigte, um einen Umsatz von 225 Millionen Mark zu generieren, konnte die auf reinen Produktvertrieb ausgerichtete Microsoft GmbH trotz einer nur 247 Köpfe zählenden Belegschaft - wenn auch mit Hilfe eines weitverzweigten Händlernetzes - Einnahmen von 353 -Millionen Mark verbuchen.

Die deutschen OEM-Umsätze tauchen in der GmbH-Bilanz allerdings nicht auf; Diese Einnahmen werden nämlich der Habenseite der Microsoft Corp. zugeschlagen.

Neben Microsoft debütiert in Lünendonks aktuellem Top-25-Verzeichnis auch die Bonndata-Gruppe, Bonn. Wieder dabei ist die AC Service Gruppe, Frankfurt, deren RZ-Geschäft mit den neuen Bundesländern, so Lünendonk, den Software- und Beratungsanteil am Umsatz vorübergehend unter die Zwei-Drittel-Marke gedrückt hatte. Dafür mußten die drei Schlußlichter des vergangenen Jahres ihren Platz räumen: die Krupp Atlas Datensysteme, Essen, die Danet GmbH, Darmstadt, und die KHK Software Gruppe AG, Frankfurt.

Entgegen Gerüchten, die im März aufgetaucht waren, liegt die Software AG mit einem Gesamtumsatz von 712 Millionen Mark immer noch eine Nasenlänge vor SAP (707 Millionen Mark). Würde die Lünendonk-Liste nur die Inlandsumsätze erfassen, so müßten sich die Darmstädter mit dem siebten Platz begnügen - hinter SAP, Microsoft, Ploenzke, Computer Associates, Cap Debis und Alldata. Anders ausgedruckt: In bezug auf den Exportanteil rangiert die Software AG - nicht zuletzt wegen ihrer früh gegründeten US-Tochter - mit mehr als 80 Prozent unangefochten an der Spitze.

Eher bescheiden nimmt sich die kürzlich von Hamburg nach Leinfelden-Echterdingen übersiedelte Cap Debis GmbH aus: Mit einem Umsatz von 199 Millionen Mark findet sich der Softwarezweig der Daimler-Benz-Enkelin Debis Systemhaus heuer auf Rang sechs wieder, während die zu großen Teilen in die Cap Debis GmbH integrierte Cap Gemini SCS im vergangenen Jahr - bei geringfügig niedrigeren Einnahmen in Höhe von 191 Millionen Mark - noch auf Platz vier landete.

Die Gesamteinnahmen der 25 größten deutschen Software- und Beratungsunternehmen wuchsen um 27 Prozent und damit deutlich stärker als der Marktdurchschnitt, der nur um 15 Prozent zulegte. Ausreißer sind vor allem Microsoft - mit einer durch Lünendonk ermittelten Umsatzsteigerung von 73 Prozent - sowie die Stuttgarter Ikoss GmbH, die als einziges der aufgeführten Unternehmen einen Umsatzrückgang hinnehmen mußte.