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27.06.1975 - 

Anwenderkonferenz über Hardware-Monitore

Luft im System?

FRANKFURT - Auf einem Forum für den Erfahrungsaustausch mit

Hardwaremessung, zu dem die Tesdata GmbH nach Frankfurt eingeladen hatte, erklärte Monitoring-Pionier Dieter Bahr: "Vor drei Jahren wußten wir auch bei der Deutschen Lufthansa noch nicht, was ein Hardware-Monitor ist, waren jedoch fest entschlossen, irgend etwas in Richtung Leistungsmessung zu tun." Inzwischen hat die Untersuchung der Computer-Resourcen, bei der die im Rechner entstehenden elektrischen Impulse durch Meßfühler registriert und auf einen Bildschirm angezeigt werden, einen testen Platz im Controlling der Fluggesellschaft: "Es gibt Computer-Aktivitäten, die nur mit Hardware-Monitoren gemessen werden können", berichtete Bahr und nannte als Beispiele die Zusammenarbeit der verschiedenen Systemkomponenten, die Plattenzugriffszeiten und die Kanalauslastung.

Bei der IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (halbstaatliche Rüstung und Forschung) in Ottobrunn, ergab die Überprüfung einer der beiden installierten IBM-Anlagen /370-155, daß bei Teleprocessing unter IMS die CPU zu bestimmten Zeiten nur 10 Prozent ausgelastet war. "Da zeigte es sich, wieviel Luft noch drin ist", sagte lABG-Organisator Ulrich Dittel in Frankfurt. "Für diese TP-Anwendung müssen immerhin 800 K-Hauptspeicher zur Verfügung gestellt werden", erläuterte er, "das ist eine nicht sehr effektive Auslastung".

Aus dieser ungünstigen Job-Konstellation wurden Erkenntnisse für die Arbeitsvorbereitung im Rechenzentrum gezogen: Batch-Jobs laufen jetzt zeitlich verlagert oder auf der zweiten Anlage.

Die Hardwaremessung brachte den Ottobrunnern auch Hinweise auf eine unausgewogene Kanalauslastung und schlechte Plattenbelegung.

Einsparungen in Höhe von rund 50 000 Mark pro Monat lassen sich realisieren - hofft Dittel -, wenn die Bestellung von zwei 3850-Plattenstationen, einschließlich Steuereinheiten rückgängig gemacht und zwei 2305-Trommeln abgemietet werden.

Fakten contra IBM-Angebot

Dieter Bahr kann bereits auf Mieteinsparungen verweisen, die bei monatlich rund 150 000 Mark liegen. Das seinerzeit installierte Multiprozessor-System IBM /360-65 wurde im Jahre 1974 ersetzt. IBM's Angebot über das Nachfolgesystem war eine Kombination /370-158 und /370-168. Um der Akquisition des Herstellers mit Fakten begegnen zu können, wurden Benchmarks gefahren und gleichzeitig Hardware-Messungen vorgenommen. Eine Hochrechnung der zu erwartenden Arbeitslast bei der Lufthansa für einen Zeitraum von fünf Jahren ergab, daß es zwei /370-158 auch machen. "Eine durchaus lohnenswerte Sache", freute sich Bahr.

Bei den 30 Seminarteilnehmern, überwiegend Anwender von Großsystemen, erhob sich kein Widerspruch, als Tesdata-Manager Richard H. Hatton provokativ erklärte, daß ein Computer ohne Hardware-Monitor wie ein Auto ohne Tacho und Drehzahlmesser ist. Hatton: "Hardware-Monitore werden in Zukunft immer mehr Kontrollmittel in den Händen des Managements sein. Diese Entwicklung ist in USA bereits in vollem Gange."

In Frankfurt stellte Tesdata vier neue Hardware-Monitore vor.