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14.12.2004

Lufthansa-Konzern plant ohne IT-Tochter

Lufthansa Systems muss um seinen wichtigsten Großkunden fürchten.

Bei der Entwicklung einer gemeinsamen IT-Plattform für das Luftfahrtbündnis Star Alliance setzt die Lufthansa weiter auf den spanischen Technologiepartner Amadeus. Wie ein Sprecher der Vereinigung bestätigte, dauern die Verhandlungen mit Amadeus über die geplante Common IT Platform noch an. Lufthansa will das für 2006/07 geplante System zunächst gemeinsam mit den Star-Alliance-Partnern United und Air Canada einführen.

Für die IT-Tochter Lufthansa Systems (LS) könnte diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen haben. Denn bisher nutzt der Lufthansa-Konzern für den Bereich Passage das LS-System "Multihost". Dabei handelt es sich um ein integriertes System für die Kernprozesse Verkauf, Ticketing und Passagierabfertigung. Sollte sich Star Alliance für die Amadeus-Lösung entscheiden, müsste sich die Lufthansa vom Kernsystem des eigenen IT-Dienstleisters verabschieden.

Modulares System geplant

Ob es dazu kommt, ist offen. Lufthansa Systems jedenfalls arbeitet bereits seit längerem an einer Modernisierung von Multihost. Im Rahmen des Projekts Face (Future Airline Core Environment) soll ein modulares System entstehen, das Airlines mehr Flexibilität und niedrigere IT-Kosten ermöglichen soll. Trotz der IT-Panne im September kooperieren die Frankfurter dabei weiter mit dem US-amerikanischen Konzern Unisys. Die diesbezüglichen Pläne würden auch dann weiterverfolgt, "wenn Lufthansa tatsächlich aus unseren Systemen rausgeht", stellte LS-Chef Peter Franke klar.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist, "lässt sich derzeit nicht seriös beantworten", sagte Face-Programm-Manager Christoph Lang der computerwoche. Die Verhandlungen zwischen Amadeus und Lufthansa liefen schon zirka ein Jahr und gestalteten sich offenbar schwierig. Mit dem Betrieb der Multihost-Lösung bei der Konzernmutter erwirtschafte Lufthansa Systems ohnehin weniger als zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes. Daneben setzten derzeit mehr als 40 weitere Fluglinien, darunter Austrian Airlines und British Midland, das eigene System ein.

Dennoch hätte eine Entscheidung zugunsten von Amadeus eine negative Signalwirkung. Trotz intensiver Bemühungen generiert Lufthansa Systems nur rund ein Drittel seiner Einnahmen auf dem Drittmarkt, der Rest entfällt auf Lufthansa-Konzerngesellschaften. (wh)