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14.11.1997 - 

Anwenderschulung/Kosten und Trainingszeit stark reduziert

Lufthansa unterstützt R/3-Einsatz mit CBTs

Seit Juni 1997 setzt die Lufthansa CBTs ein, die den Präsenzschulungen vorangestellt werden. Dabei geht es um die Unterstützung bei der Einführung von SAP R/3. Die SAP-Implementierung wird in einem gestuften Einführungsszenario vollzogen. Die Unternehmensbereiche Technik, Systeme und die Tochtergesellschaft Condor arbeiten bereits mit dem Walldorfer Programm. Jetzt folgen die Lufthansa Cargo AG und die Muttergesellschaft Lufthansa AG, wobei die einzelnen Module Schritt für Schritt eingeführt werden. Bis Ende 1998 wollen die Frankfurter rund 1200 deutsche und 800 weitere Mitarbeiter weltweit für die SAP-Anwendung fit machen.

Ende 1996 begann die zum Konzern gehörende Schulungs AG mit ihrer Bestandsaufnahme. Wolfgang Fäßle vom Bereich Außenorganisation und Nutzerservice, der für die CBT- Einführung zuständig ist, berichtet: "Die Qualifizierungsanforderungen waren breit gefächert. Zum einen mußten wir die Trainer ausbilden, zum anderen die große Gruppe der Endanwender, die mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen zur Schulung kamen." In dieser Planungsphase zog das Unternehmen auch die Möglichkeiten von computerunterstützten Unterricht in Betracht.

"Einige der zukünftigen SAP-Anwender hatten noch nie eine Maus bedient, andere arbeiteten bereits täglich am PC und waren in der Windows-Technologie zu Hause. Manche beherrschen das alte SAP R/2 aus dem Effeff, kennen sich aber mit Client-Server-Techniken nicht aus", skizziert Fäßle die Bandbreite des Know-hows.

"Eines der Ziele, das wir mit unseren CBTs erreichen wollen", so Hans-Jürgen Siebe, National Account Manager und beim CBT-Lieferanten NETG Applied Learning verantwortlich für dieses Projekt, ist "die Schaffung eines vergleichbaren Kenntnisstands." Die Mitarbeiter bereiten sich individuell am Computer auf das gemeinsame Training vor, indem sie zuvor ein genau festgelegtes CBT-Curriculum absolvieren. Je nach Vorkenntnissen lassen sich dabei einzelne Kursteile überspringen oder wiederholen. Im Seminar kann der Trainer die Inhalte bei allen Teilnehmern gleichermaßen voraussetzen. Die Lufthansa setzt insgesamt 14 SAP-CBTs und vier weitere CBTs zu PC- und Win- dows-3.11-Grundlagen sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache ein. Der geografische Schwerpunkt der Maßnahme liegt in Köln und Frankfurt am Main, hinzu kommen 40 weitere Standorte weltweit.

Das Programm beginnt mit den Grundlagenkursen (Einführung in SAP, Arbeiten im Dialog), dann folgt ein spezielles Training für die Module FI und MM. Bereitgestellt werden die CBTs als Multimedia-CD für die lokale Installation an bestimmten PCs und über das firmeneigene Netzwerk (LAN). "In unserer gestaffelten SAP-Implementierung haben wir bei der Einführung jedes Moduls die Schulung vorangestellt", erläutert Fäßle. Die Mitarbeiter beginnen mit dem computergestützten Training und kommen dann ins Seminar. Die Bearbeitung der CBTs gilt als Voraussetzung für die Teilnahme an den Präsenzkursen.

Die Verbindung von Seminaren und individuellem Training am Computer erwies sich als wirkungsvoll. Die Unterlagen für die Seminare erstellte eine Beratungsfirma, die Kursleitung übernahmen Lufthansa-Mitarbeiter. "So konnten wir im Training den Wert der Lernprogramme besser einschätzen", kommentiert Fäßle. Die Mitarbeiter seien mit den Grundbegriffen und der Handhabung des SAP-Systems vertraut; die Seminarleiter kommen mit dem Stoff zügiger voran.

Die Schulungsteilnehmer selbst beurteilen das Lernen am Computer positiv. "Die Bereitschaft, mitzumachen, ist sehr groß", berichtet einer der Trainer. "Äußerungen wie ,keine Lust' oder ,bringt ja eh nichts' gab es nicht." Berührungsängste mit der Schulungssoftware ließen sich ebenfalls kaum feststellen. Im Gegenteil, das praktische Üben und Ausprobieren am Computer gebe Sicherheit und spiele eine wichtige Rolle bei der Akzeptanz des "echten" SAP-Systems.

Positiv wirkte sich aus, daß Lernprogramme auch für Anfänger - ob im PC- oder SAP-Bereich - leicht zu bedienen sind. Jedem CBT ist eine Einführung vorangestellt, die den Umgang mit der Schulungssoftware erläutert.

Alle Programme waren leicht zu bedienen

Die Lernzeit beträgt zwischen vier und acht Stunden pro CBT, je nachdem, ob der Kurs als Ganzes bearbeitet wird oder Teile weggelassen werden. Da die anspruchsvollen Kurse komplexe Inhalte vermitteln und die ganze Aufmerksamkeit des Lernenden erfordern, sind Entspannungsphasen wichtig. "Wir haben den Mitarbeitern Bearbeitungszeiten von nicht über zwei Stunden am Stück empfohlen", so Fäßle. Danach sei es sinnvoll, eine Pause zu machen.

Nach Abschluß der Trainingsphase erfüllt das Computer Based Training eine weitere wichtige Funktion. "Oft liegt zwischen dem Training und dem SAP-Produktivstart ein Zeitraum von einigen Wochen", erläutert Siebe. "Hier ist es sinnvoll, das CBT weiter anzubieten, damit die Mitarbeiter dranbleiben, wiederholen und üben können."

Fäßle zeigt sich mit der gewählten Schulungslösung zufrieden: Mit dem Einsatz von Lernprogrammen für die SAP-Schulung erreichte er drei Hauptziele:

- Harmonisierung der Vorkenntnisse,

- Kürzere Präsenzschulung und

- Überbrückung des Zeitraums zwischen Schulung und Produktivstart. Jeder dieser Faktoren wirke sich deutlich auf die Gesamtkosten der Weiterbildung aus.

Das Projektteam der Lufthansa erarbeitete in der Planungsphase eine Wirtschaftlichkeitsstudie, bei der CBT positiv abschnitt. "Diese Einschätzung hat sich in der Praxis bestätigt", berichtet Fäßle. "In der ersten Schulungsphase reduzierten wir das herkömmliche Training um gut ein Drittel." In Mark ausgedrückt, gehe die Kostenersparnis bereits in die Millionen.

Angeklickt

Bis Ende 1998 will die Lufthansa weltweit 2000 Mitarbeiter in SAP R/3 schulen. Um die Beschäftigten auf einen einheitlichen Wissensstand zu bringen, findet individuelles Lernen am PC statt. Immerhin gibt es Mitarbeiter, die noch nie mit einer Maus umgegangen sind, andere wiederum bereits die Vorgängerversion SAP R/2 kennen. Eine interne Wirtschaftlichkeitsstudie kommt zum Schluß, daß sich mit der vom Unternehmen gewählten Vorgehensweise Kosten und Trainingszeit erheblich reduzieren lassen.

* Horst Heger ist freier Fachjournalist in Remagen.