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17.01.2003 - 

IT made in Germany/Kommentar

Luftschlösser

Alexander Freimark Redakteur CW

Viel hat sich in der IT-Branche in den letzten Jahren nicht geändert: Nach wie vor spielt die Musik in den USA. Neue Technologietrends werden zwischen New York und San Francisco entwickelt, neue Hypes lanciert, neue Begriffe besetzt. Hierzulande hat man sich mit dem Zustand abgefunden, man spricht von "IT made in Germany" statt von "DV aus deutschen Landen". Der kurze Aufschwung vor der Jahrtausendwende hatte zwar vielen heimischen Beobachtern die Sinne vernebelt, doch nach zwei Jahren Krise sieht man inzwischen wieder klarer. Und was sich nun erkennen lässt, stimmt wenig zuversichtlich. Die kommenden Jahre werden zu einer Nagelprobe, in der sich zeigen wird, ob die heimische IT-Branche ihre gesellschaftliche Wertschätzung zurückerobern oder aber in der Bedeutungslosigkeit versinken wird.

Wenn es eines Tages wieder aufwärts geht, werden in Deutschland nicht mehr viele IT-Unternehmen übrig sein, um vom Aufschwung zu profitieren. In den Startlöchern steht niemand, viele kleinere Firmen haben sich auf regionales Niveau gesundgeschrumpft oder die Waffen gestreckt. Angesichts von Basel II ist zudem zu befürchten, dass es künftig nicht leichter werden wird, als junger Software- oder Inhalteanbieter an das nötige Startkapital zu gelangen. Dem traditionellen deutschen IT-Mittelstand hingegen fehlt vielfach die Kraft, um beim Aufschwung mitzuziehen. Gerade er hat 2002 böse gelitten: Namhafte Lieferanten mussten Insolvenz anmelden, der Rotstift regierte, Kompetenz in der Belegschaft war plötzlich verzichtbar.

Was bleibt, sind die SAP AG und ihre Epigonen im Umfeld der betrieblichen Standardsoftware. Das ist nicht viel für eine Branche, die einst glaubte, die Automobilindustrie in ihrer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft überflügelt zu haben. Aber es ist besser als nichts - und eine Basis, auf der es sich aufzubauen lohnt, wenn die Luftschlösser endgültig aus den Köpfen verschwunden sind.