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12.08.1988 - 

Nach jahrelangem Aufenthalt in untauglichen Bürogebäuden:

Luxus-Ausstattung für Rechenzentren der US-Justiz

WASHINGTON (IDG) - Endlich funktionsgerechte Räume wird das

Hauptrechenzentrum des amerikanischen Justizministeriums in Washington im Herbst dieses Jahres beziehen. Die Mitarbeiter siedeln aus dem Chester A. Arthur- Bürohaus in ein modernes High-Tech-Zentrum nahe Rockville über.

Im Mai dieses Jahres war bereits das texanische Rechenzentrum in Dallas aus einem geleasten Bürohaus in ein renoviertes Regierungsgebäude verlegt worden.

Das RZ-Team in Washington kann es kaum erwarten umzuziehen: "Wir sind es leid, die Rechenzentren in normalen Bürogebäuden zu betreiben. Diese Räumlichkeiten bieten wenig Sicherheit, die Klimaanlagen sind nicht effektiv und die Räume zu niedrig", erklärt Stephen R. Colgate vom Informations- und Verwaltungsservice des Justizministeriums. Vor allem die Klimaanlage hielt das Washingtoner RZ-Team in Atem. "Rutschten im Winter die Temperaturen unter Null, mußten wir nachts immer wie der den Service alarmieren. Der umwickelte die Rohre mit wärmespeichernder Folie, damit sie nicht zufroren und dadurch den RZ-Betrieb gefährdeten", erinnert sich Frank A. Guglielmo, Direktor der Abteilung Computertechnik und Telekommunikation, an manch schlaflos verbrachte Nacht.

Doch nicht die für den Betrieb eines Computerzentrums untauglichen Räumlichkeiten sind der Hauptgrund für den Quartierwechsel. Vielmehr platzten beide Rechenzentren aus allen Nähten. "Die Justiz", erläutert Guglielmo, "ist ohne Zweifel die am schnellsten wachsende öffentliche Behörde." Er erwartet für die nächsten Jahre einen astronomischen Zuwachs an Mitarbeitern und Aufträgen. Deshalb sollen in naher Zukunft weitere Großrechner angeschafft werden. Bislang stehen beiden Rechenzentren acht Amdahl-Hosts zur Verfügung, die jedoch schon jetzt die Grenze ihres Leistungsvermögens erreicht haben. In den kommenden Jahren sollen die Amdahl-Mainframes unter Umständen mit IBM-Systemen, zumindest aber mit Rechnern der 3090-Kategorie entlastet werden.

US-Behörde läßt sich bei RZ-Einrichtung nicht lumpen

Die Anschaffung neuer Rechner will genauestens kalkuliert sein. Der Informations- und Verwaltungsservice des amerikanischen Justizministeriums verfügt nämlich im Gegensatz zu anderen Bundesämtern nicht über ein eigenes Budget oder vom Parlament bereitgestellte Mittel. Deshalb bietet die Behörde ihren Service auf kommerzieller Ebene an. Um zu verhindern, daß sich das Justizministerium an andere Agenturen wendet, muß das Rechenzentrum seine Dienste knapp, aber kostendeckend kalkulieren. Dazu Guglielmo: "Wir stehen ständig unter dem Druck, unsere Investitionen im Hinblick auf effektivere Leistung zu rechtfertigen und gleichzeitig einen preisgünstigeren Service anzubieten."

Bei der Einrichtung des High-Tech-Zentrums in Dallas ließ sich die US-Verwaltung allerdings nicht lumpen. An die zwölf Millionen Dollar verschlang das Projekt. Dafür aber ist die Ausstattung vorbildlich. So verfügt das neue Rechenzentrum über eine eigene, nicht zu unterbrechende Notstromversorgung. Dabei können allein 18 Minuten durch Batteriebetrieb überbrückt werden. Diesel-Aggregate ermöglichen die Aufrechterhaltung des RZ-Betriebs gar für bis zu zwölf Tage. Eine entsprechende Menge Kraftstoff für die Aggregate befindet sich stets auf dem Gelände. "In der Testphase", so Guglielmo, "haben wir einfach auf die Notstromversorgung umgestellt - und die Aggregate versorgten uns über eine ganze Woche hinweg problemlos."