Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.05.2009 - 

CW-Kolumne

Luxusproblem oder Standortfaktor?

Kommt in Diskussionen das Thema Breitbandausbau zur Sprache, dann hat derzeit ein Begriff Hochkonjunktur: die "digitale Dividende". Mit den frei werdenden Rundfunkfrequenzen sollen ab 2010 die weißen Flecken in Sachen schnellem Internet-Zugang mit der Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) getilgt werden. Wer es in dieser euphorischen Stimmung wagt, auf den drohenden DSL-Kollaps in den Ballungsräumen aufmerksam zu machen, und einen schnellen Glasfaserausbau anmahnt, bekommt zu hören, die damit erzielbaren Übertragungsraten seien reiner Luxus.

Doch darum handelt es sich bei den schnellen Glasfaserzugängen mitnichten. In einer globalisierten Wissens- und Wirtschaftsgesellschaft sind schnelle Netze schlicht ein Standortfaktor, den vor allem rohstoffarme Länder wie die Bundesrepublik nicht vernachlässigen dürfen. Der Anschluss an die Skandinavier und einige asiatische Staaten ist bereits verpasst. Dort hat DSL seinen Zenit überschritten, längst wird in Glasfaser investiert.

Die neuen Netze bieten mehr als nur die Möglichkeit, hochauflösende Videostreams zum Endverbraucher zu transportieren. Gerade für kleinere und mittlere Firmen, aber auch für Unternehmen mit mehreren Standorten schafft die neue Technik Optionen für Zukunftsthemen wie Virtualisierung, Unified Communications, SaaS oder Hosted Services in Form von virtuellen TK-Anlagen.

Die Politik wäre deshalb gut beraten, wenn sie sich des Themas Glasfaserausbau schnellstmöglich aktiv annehmen würde. Für sie eröffnet sich hier nach der TK-Liberalisierung von 1998 eine zweite Chance, gestalterisch in die Netzlandschaft einzugreifen.

Dass die neue Infrastruktur für das nächste Jahrhundert nicht zum Nulltarif zu haben ist, sollte jedem klar sein. Statt die Technik mit dem Killerargument zu hoher Kosten totzureden, sollten sich alle Beteiligten, egal ob Kommunen, Unternehmen oder Bürger, überlegen, wie sie die Grabungen für das Verlegen der Fasern finanzieren können. Hier entstehen die eigentlichen Kosten – weniger bei der Technik.