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06.10.2000 - 

Portalbetreiber übernimmt Rivalen Spray

Lycos will Marktführer in Europa werden

06.10.2000
MÜNCHEN (CW) - Mit der Übernahme des schwedischen Online-Dienstes Spray Networks durch Lycos entsteht einer der größten Internet-Provider in Europa mit zusammen 19 Millionen Nutzern in zwölf Ländern.

Für 674,4 Millionen Euro will Lycos seinen Rivalen Spray Network übernehmen und so gestärkt vor allem Yahoo in Europa Marktanteile abringen. "Mit dieser Übernahme sind wir auf dem Weg, die klare Nummer eins auf dem europäischen Internet-Markt zu werden", so Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender von Lycos Europe. Beide Unternehmen ergänzten sich perfekt, da Lycos eher auf den Massenmarkt abziele, während Spray über eine besonders enge und individuelle Kundenbindung verfüge.

Der Aspekt der Kundenbindung wird im heiß umkämpften Portalmarkt immer wichtiger, wo es darum geht, mit Beteiligungen an E-Commerce-Aktivitäten und Werbeeinkünften - den einzigen Einnahmequellen der Portale - Geld zu verdienen. Wie der Trend in den USA zeigt, setzen die Online-Vermarkter immer stärker auf zielgruppenspezifische Werbung, während die Preise der für die Einstiegsseiten typischen Massenbanner sinken. Lycos Europe wird zwar häufig angeklickt, kommt aber nur auf 384 Millionen Seitenabrufe im Monat. Damit sich die Surfer künftig länger auf den Lycos-Angeboten aufhalten, will man die Spray-Inhalte zum Teil in die internationalen Internet-Auftritte von Lycos integrieren. Im Gegenzug soll Spray von der besseren Vertriebsstruktur seines neuen Besitzers profitieren.

Spray Networks ist in Skandinavien Marktführer. Unter den jüngeren Anwendern hat der Online-Dienst regelrecht Kultstatus - vor allem wegen seiner Präsenz im Content-Bereich und der starken Community-Orientierung. Im vergangenen Jahr hat das schwedische Startup-Unternehmen sein Portalnetzwerk auch auf Deutschland, Frankreich und Italien ausgedehnt und seine Mitarbeiterzahl von 30 auf 600 europaweit erhöht. Allerdings schreibt auch Spray keine schwarzen Zahlen. Laut Peter Misek, Analyst bei Chase H&Q, kann es daher trotz der zusätzlichen Kunden noch eine Weile dauern, bis das neue Unternehmen Erlöse erwirtschaften wird: "Die Investoren müssen sich in Geduld üben."

Größter Anteilseigner an Lycos Europe/Spray ist nach wie vor die amerkanische Muttergesellschaft, Lycos Inc. Der schwedischen Familie Wallenberg, einem der Hauptinvestoren von Spray, werden künftig 29,2 Prozent der Anteile gehören. Weitere Anteilseigner sind Bertelsmann, Gruner + Jahr sowie Lycos-Europe-Chef Mohn. Dadurch, dass Wallenberg zusätzlich 100 Millionen Euro in Lycos/Spray investieren will, werden dem neuen Internet-Riesen Firmenangaben zufolge insgesamt 700 Millionen Euro Bares in die Kassen gespült. Das Geld will der Online-Dienst in weitere Übernahmen sowie in Marketing-Aktivitäten und neue Produkte investieren. Nach der Übernahme sollen die beiden Dachmarken Lycos und Spray weiter bestehen. Der bisherige Spray-Chef Johan Ihrveldt wird als Executive Vice President die Spray-Aktivitäten leiten.