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31.03.1995

Mac-Firma betruegerischer Praktiken bezichtigt Gates zerrt Apple vor Gericht und stellt sich Anschuldigungen

MUENCHEN (CW) - Die Scharmuetzel zwischen Apple und Microsoft gehen in eine neue Runde. Die Gates-Company klagt Apple wegen unfairen Wettbewerbs und betruegerischer Geschaeftspraktiken an.

Hintergrund der Microsoft-Klage ist der gerichtsnotorisch gewordene Vorwurf von Apple, nicht nur die kleine Softwarefirma Canyon aus San Franzisko, sondern auch Intel und Microsoft haetten sich bei der Software "Quicktime for Windows" bedient, um Code fuer das Microsoft-Produkt "Video for Windows" zu nutzen. Sowohl Intel als auch Microsoft bestreiten die Vorwuerfe.

Im Gegenzug klagt nun Bill Gates, Apple verbreite in der Branche falsche Informationen ueber "Video for Windows". Apple versuche ferner, so die Microsoft-Klage, Windows-Entwickler zu zwingen, an einer "Amnestie"-Aktion teilzunehmen. Im Zuge dieses Programms sollten die Softwarehaeuser auf allen Paketen, die Video-for- Windows-Software enthalten, die Aufschrift "Apple Multimedia Technology" anbringen.

Ausserdem, argumentiert Microsoft in seiner Klage, habe die Spindler-Company dieses Amnestieprogramm Entwicklern durch Apple- Mitarbeiter ueber das Internet nahebringen wollen. Beim Online- Dialog haetten sich die Apple-Angehoerigen aber nicht als solche zu erkennen gegeben, sondern sogar falsche Namen benutzt.

Derweil nahm Microsoft-Chef Bill Gates vor Entwicklern Stellung zu verschiedenen Vorwuerfen, mit denen sich sein Unternehmen seit geraumer Zeit konfrontiert sieht. So habe IBM bei der Einfuehrung ihres ersten PCs im August 1981 nicht nur das Betriebssystem von Microsoft fuer diesen Rechner angeboten, sondern etwa auch CP/M von der Digital Research Inc. Durchgesetzt habe sich aber MS-DOS.

Den Vorwurf, sein Unternehmen verbreite Informationen ueber seine Betriebssysteme nicht rechtzeitig, konterte Gates mit dem Argument: "Kein Unternehmen, das innovative Technologien entwickelt, ist gezwungen, diese im vorhinein allgemein zugaenglich zu machen."

Das Argument von US-Richter Stanley Sporkin, Microsoft nutze in extenso die Praxis von Vaporware-Ankuendigungen - avisiere also Produkte, die es ueberhaupt noch nicht gibt, um den Markt einzufrieren -, sei zwar nicht voellig falsch. Man habe aber einmal die Liste der Top-20-Vaporware-Produkte durchforstet. Auf dieser sei Microsoft zwar auch vertreten, aber durchaus nicht als einziges Unternehmen.