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11.11.1994

Mac-OS, AIX, OS/2 und Windows NT fliessen ein Apple, IBM und Motorola legen endlich Power-PC-Standard fest

MUENCHEN (wm) - Apple, IBM und Motorola haben sich geeinigt: Anfang 1995 werden die technischen Details eines Rechner mit Power-PC- Prozessor veroeffentlicht, der auf dem heute erhaeltlichen Power- Macintosh von Apple und den Entwicklungen von IBM basiert. Fuer die Power-PC-Reference Platform (Prep) wird Apple das Mac- Betriebssystem portieren, IBM liefert OS/2 und AIX, und Motorola uebernimmt die Anpassung von Windows NT. Hinzu kommen wahrscheinlich die Betriebssysteme Netware von Novell und Solaris von Sunsoft.

"Sie kommen zu spaet und riskieren zuwenig", schrieb die Zeitung "Wall Street Journal" am Montagmorgen - Stunden bevor Apple, IBM und Motorola vor die Presse traten. Die drei Partner seien sich erst heute - drei Jahre nach ihrem Zusammenschluss - darueber einig, dass man zu Beginn des naechsten Jahres einen Konstruktionsplan fuer einen Rechner offenlege wolle, der fruehestens 1996 Serienreife erreicht.

Noetig sei aber ein Konzept, das es moeglich macht, Programme auf einem PC mit Intel-CPU oder auf einem Prep-Rechner laufen zu lassen. Erst wenn die Softwarehersteller nicht mehr gezwungen seien, fuer zwei verschiedene Computerwelten zu entwickeln, werde der krasse Unterschied zwischen dem Software-Angebot auf Intel- und auf Mac-Rechnern schwinden. Ende 1993 gab es laut dem Marktforschungsinstitut International Data Corp. (IDC) etwa 15000 groessere Programme fuer DOS und Windows, doch nur um die 6000 fuer den Mac.

Wird sich daran etwas aendern? In den letzten drei Jahren gab es bei der Zusammenarbeit zwischen IBM und Apple mehr Misstoene als traute Harmonien: Nach der Fertigstellung des Power-PC-Prozessors konstruierte Apple den Power-Mac, der weder mit Motorolas noch mit IBMs Rechnerkonstruktionen kompatibel ist.

Diese Differenz will man heute wieder aus der Welt schaffen: Einerseits mit dem Prep-Standard, der Dritthersteller mit seiner Auswahl an Betriebssystemen zum Nachbau anregen soll. Moeglich waere aber auch eine Softwarefassade fuer die drei unterschiedlichen Rechnerfamilien, das heisst eine Version von OS/2 fuer den Power- Mac, eine fuer IBMs Power-Station und eine fuer Motorolas Escala- Baureihe.

Vielleicht wird aber auch das Mac-OS dreifaltig: Nach einer Meldung der US-Zeitung "Infoworld" will IBM am 14. November bekanntgeben, dass man eine Lizenz fuer das Mac-Betriebssystem erworben habe und Power-Macs unter eigenem Namen verkaufen werde. Unter Umstaenden soll es sogar eine Version des Mac-OS fuer IBMs Workplace-Shell geben. Workplace ist der Versuch, eine Schicht zu schaffen, die die Hardware vom Betriebssystem trennt. Ziel soll sein, die Hardware austauschen zu koennen, ohne das Betriebssystem veraendern zu muessen.