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Badener Händler schließt gegen Apple-Generalvertretung


15.05.1987 - 

MacHenry: Saurer Apfel für Industrade

BADEN/ZÜRICH (CWS) - Der Badener Apple-Händler MacHenry nutzte den Besucherandrang auf der Logic, um in zwei Sondernummern seiner Kundenzeitschrift "MacNews" gegen die schweizerische Apple-Generalvertretung Industrade ins Feld zu ziehen.

Die Vorwürfe gegen Industrade sind happig. Geräte, für die MacHenry Offerten erstellt habe, seien letztendlich bei Industrade direkt erworben worden. Damit habe die Generalvertretung die Händlermarge selber einstecken können, behauptet Mac Henry-Chefin Yolanda Heinrich.

In dem auf der Berner und Züricher Logic verteilten Desktop-Publishing-Erzeugnis "MacNews" wurde Industrade beschuldigt, keine Ersatzteile zu liefern, keinen Händlersupport zu leisten und die gesamte Werbung ihren Konzessionären zu überlassen. Die Vereinbarung zwischen Industrade und Händler sei, so Yolanda Heinrich, ein regelrechter Knebelvertrag. "Der Händler muß Industrade bemüht sich."

In der "MacNews"-Sondernummer für die Logic Bern stand zu lesen, Industrade habe im Herbst des vergangenen Jahres den Konzessionsvertrag mit MacHenry gelöst, weil der Aargauer Händler die Generalvertretung aufgefordert hätte, zu "verschiedenen untragbaren Vorfällen Stellung zu nehmen. Darüber hinaus sei Industrade ersucht worden, für die MacHenry entstandenen Verluste aufzukommen. Auf der Züricher Logic, so Yolanda Heinrich, habe der Apple-Generalvertreter dann das Verteilen der "MacNews" untersagen wollen.

Nach der Vertragsauflösung versuchte MacHenry die Produkte über die offizielle Apple-Vertretung in Österreich zu beschaffen, was von der europäischen Apple-Zentrale in Paris jedoch unterbunden wurde. Nun bezieht die Firma laut Yolanda Heinrich die Geräte auf dem Graumarkt, teils direkt aus den USA, teils aus Hamburg.

Bei Industrade gibt man sich indes vornehm zurückhaltend. Man habe es aufgegeben auf die Angriffe des Ex-Händlers zu reagieren erklärte eine Mitarbeiterin. "Öffentliches Anbieten von Rabatten ist vertraglich untersagt", betonte Industrade-Geschäftsführer Peter Frey. Und genau dies habe MacHenry - beispielsweise im vergangenen Dezember getan. Außerdem habe Industrade "nur vorgeschlagen, die Kundenzeitung nicht zu verteilen". Verkaufsleiter Willy Scheiwiler erklärte, auch Industrade könne nicht frei handeln, sondern müsse sich an die Marketing-Anweisungen aus der Pariser Apple-Zentrale halten, welche die Preise für ganz Europa festlege.