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14.11.1975

Macht der Bildschirm krank?

DÜSSELDORF - Ein Computer-Detail geriet zum Blickpunkt des DGB: der Bildschirm. Experten berieten auf Einladung der Düsseldorfer Gewerkschaftszentrale im Münsterländischen Ahrhaus über das heikle Thema. DGB-Abteilungsleiter Gustav Kocherscheid: "In letzter Zeit häufen sich Klagen von Kolleginnen und Kollegen, die am Bildschirm arbeiten, über Kopfschmerzen! Augenflimmern und Nachlassen der Sehschärfe. Wir wollten wissen, was da dran ist."

Die Gesprächsrunde, besetzt mit Vertretern von IBM und Nixdorf, verschiedener Anwender, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung, der Berufsgenossenschaften, aber auch mit Arbeitsmedizinern und Soziologen, kam zu dem Ergebnis, die Gefahr der Gesundheitsschädigung durch Arbeit am Bildschirm sei nicht von der Hand zu weisen. Bessere technische und ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, aber auch veränderter Arbeits-/Pausen-Rhythmus könnten Abhilfe schaffen. Aber man will es genau wissen: Eine neutrale Forschungsinstitution soll um ein Gutachten gebeten werden.

Nur vier Stunden täglich

Das Bildschirm-Thema hatte unlängst bereits die IG Druck und Papier ins Tarif-Gespräch gebracht (siehe CW Nr. 44 vom 31. Oktober 75 "Tarifvertrag für DV-Schwarzkünstler geplant"). Die Gewerkschaft fordert im Rahmen einer neuen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber-Bundesverband Druck klipp und klar, ununterbrochene Arbeit am Bildschirm sei für unzulässig zu erklären. Kein Mitarbeiter dürfe täglich insgesamt länger als vier Stunden an einem Bildschirm-Erfassungsplatz tätig sein.

Aber auch der DGB hat noch einen Computer-Pfeil im Köcher. Ihm behagt das Klima in Coumputerräumen nicht. Kocherscheid: "Wir haben Grund zu der Annahme, daß ein Mensch, der ständig in diesem Klima arbeiten muß, in 10 bis 15 Jahren kaputt ist." Ein direkter Vorstoß des DGB in die deutschen Rechenzentren steht jedoch noch aus. Zunächst einmal sollen, so Kocherscheid, "die Ahrhauser Gespräche über Bildschirme" weitergeführt werden. os