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10.10.1997 - 

Ende des Rechtsstreits möglich

Macht Intel kurzen Prozeß mit Alpha?

Der Chipkrösus wäre damit auf einen Schlag alle Probleme mit dem von Digital initiierten Rechtsstreit um die Verletzung von Urheberrechten los - die Klage wäre gegenstandslos. Ob ein wie auch immer gearteter Pakt zwischen den beiden IT-Giganten dann auch vor den Kartellbehörden bestehen könnte, bleibt jedoch zweifelhaft. Dennoch kletterte der Kurs des Digital-Papiers bis zum Börsenschluß am Montag gegenüber Freitag um vier Punkte auf 48,75 Dollar.

Wie das "Wall Street Journal" in seiner "Interactive Edition" berichtet, haben Robert Palmer, CEO von DEC, und Intels Chief Operating Officer Craig Barrett bereits Einzelheiten für einen möglichen Kompromiß ausgehandelt. Demnach könnte Intel die Digital-Technik in seinen kommenden Chipgenerationen verwenden, müßte sich dafür aber im Gegenzug verpflichten, die Produktion von Alpha-Chips für mehrere Jahre aufrechtzuerhalten - ohne allerdings die gewohnte Marketing-Power auch für Rechner mit der RISC-CPU aufzuwenden. Allerdings räumt das Blatt ein, daß bislang keine der beiden Firmen zu einer Stellungnahme bereit war. Auch die hiesige Presseabteilung gab sich auf Anfrage der COMPUTERWOCHE zugeknöpft. "Der momentane Stand der Dinge: kein Kommentar", so Intel-Sprecher Georg Albrecht lakonisch. Jesse Lipcon, Vice-President von DEC, bezeichnete den Bericht im Rahmen des Kopenhagener Treffens der User-Group Decus als "hochspekulativ".

Nachdem die Federal Trade Commission (FTC), oberste Kartellaufsicht der Vereinigten Staaten, Intels Expansionskurs ohnehin schon seit geraumer Zeit argwöhnisch beobachtet, könnte eine Einigung der beiden Rivalen durch die Behörde blockiert werden.

Die finanziellen Details der theoretischen Einigung liegen bislang weitgehend im dunkeln. Durchgesickert ist lediglich, daß sowohl sofortige Zahlungen als auch langfristige Rabatte für DEC beim Kauf von Intel-Chips in der Diskussion sind. Intel würde dann für 650 Millionen Dollar die gesamte Alpha-Fertigung kaufen und weitere 200 Millionen für die Nutzungsrechte hinblättern. Zudem erhielte Digital sieben Jahre lang Ermäßigungen von 100 Millionen Dollar oder mehr per annum auf Alpha- und IA-64-("Merced"-)Prozessoren.

Derzeit nutzt DEC nach Angaben von Wendy Abramowitz von Argus Research etwa 70 Prozent der Alpha-Produktion für hauseigene Systeme. Zum Gesamtumsatz tragen die Alpha-Prozessoren und -Systeme nach Einschätzung des Smith-Barney-Analysten Michael Zinn zirka 4,6 Milliarden Dollar bei, gut ein Drittel der Verkaufserlöse von 13 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 1997.