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10.08.2001 - 

Auseinandersetzung mit Investor Wyly spitzt sich zu

Machtkampf bei CA gerät zur Schlammschlacht

MÜNCHEN (CW) - Der Kampf um die Kontrolle über Computer Associates (CA) spitzt sich zu. Investor Sam Wyly, der die Großaktionäre für sich einnehmen und so an die Spitze des Softwarehauses gelangen will, stößt auf heftigen Widerstand.

Wyly hat seine Pläne, CA in vier unabhängige Geschäftseinheiten (Storage-Management, Security-Management, Systems-Management und Knowledge-Management) aufzuteilen, konkretisiert. Er informierte die Öffentlichkeit in einem 14-seitigen Traktat über von ihm beabsichtigte Verbesserungen hinsichtlich Kontrolle, Management sowie Shareholder-Value. Zugleich erklärte der Chef der texanischen Investorengruppe Ranger Governance, der bei der kommenden CA-Hauptversammlung die Vorherrschaft über den Verwaltungsrat und damit die Firmenleitung des weltweit viertgrößten Softwarehauses erringen will, er werde es bei einem einmaligen Übernahmeversuch belassen.

Wyly und Ranger planen, den CA-Aktionären Alternativkandidaten für die Besetzung des Board of Directors vorzuschlagen. Begründet hatte der Geschäftsmann seine im Juni gestartete Attacke gegen die Softwareschmiede vor allem mit der angeblichen Unfähigkeit des derzeitigen CA-Führungsteams, das er sowohl für die Unzufriedenheit der Kunden als auch den enttäuschenden Aktienkurs verantwortlich macht.

Hauptmotiv dürfte allerdings sein, dass Wyly seine ehemalige Firma Sterling Software, die er im letzten Jahr für 3,9 Milliarden Dollar an CA abgetreten hatte, wieder unter seine Fittiche bringen möchte.

Entgegen den bei feindlichen Übernahmen üblichen Gepflogenheiten will sich Wyly das Softwarehaus nicht über den Aufkauf der CA-Aktien einverleiben, sondern die Mehrzahl der Aktionäre von seinen Führungsqualitäten überzeugen. Im Bemühen, die drohende Entmachtung abzuwehren, hatte die CA-Führungsspitze vor wenigen Wochen Klage gegen den Geschäftsmann eingereicht, in der dieser "falscher und missverständlicher Behauptungen" bezichtigt wird. Darüber hinaus wurde dem Investor zur Last gelegt, mit seinem Ansinnen gegen ein beim Kauf von Sterling Software getroffenes Abkommen zu verstoßen, nach dem er bis 2005 in keinerlei Konkurrenz zu CA treten darf.

Ranger beziehungsweise Wyly reichte nun vergangenen Montag in New York Gegenklage ein. CA wird darin Irreführung der Aktionäre durch unterschlagene Informationen sowie eine unsaubere Darstellung der Finanzergebnisse vorgeworfen. Dabei bezieht sich die Investorengruppe nicht zuletzt auf eine "geheime Marktstudie", deren Ergebnisse CA sowohl seinen Aktionären als auch der Öffentlichkeit vorenthalten haben soll - mit dem Vorsatz, die "bodenlos schlechte" Beziehung zu den eigenen Großkunden zu vertuschen.

CA gibt sich gelassenUnverzüglich feuerte die Führungsriege von CA zurück: Wyly setze seine Kampagne aus selektiver Offenlegung, Unterstellungen und irreführenden Informationen fort, kommentierten am darauf folgenden Mittwoch CA-Chef Charles Wang und CEO Sanjay Kumar in einer Pressemittleilung die aktuellen Anschuldigungen. Letztere würden in erster Linie dazu dienen, Wylys vage und fehlgeleitete Vorhaben für das Unternehmen zu verschleiern. Nach Angaben von CA-CEO Kumar handelt es sich bei den "geheimen" Informationen um Teilresultate einer von CA zu Beginn dieses Jahres in Auftrag gegebenen internen Studie. Ziel der Umfrage sei es gewesen, sich Klarheit über die Bedürfnisse der eigenen Klientel zu schaffen. Die Tatsache, dass die größeren Kunden zu den anspruchsvolleren gehörten, könne nicht überraschen. Man sei weiterhin zuversichtlich, die Mehrheit der CA-Aktionäre hinter sich zu haben.

Um seine Anklage in Bezug auf die zunehmende Unzufriedenheit der CA-Klientel zu untermauern, droht Wyly nun, die Gesamtstudie zu veröffentlichen. Zwar will das CA-Management von rechtlichen Schritten gegen eine Publikation der nur zum eigenen Gebrauch bestimmten Ermittlungsresultate absehen, räumt jedoch ein, durch die Preisgabe unternehmensinterner Informationen könne der Software-Company Schaden entstehen. "Es ist schwer zu verstehen, warum Herr Wyly die Konkurrenz von CA auf Kosten der CA-Aktionäre unterstützen sollte", so CEO Kumar.

Das Knacken der CA-Nuss dürfte für den texanischen Financier trotz aller Angriffsenergie ein hartes Stück Arbeit bedeuten: Bislang genießt das Unternehmen die rückhaltlose Unterstützung seines Hauptaktionärs. Der Schweizer Walter Haefner, der 21 Prozent der CA-Aktien hält, soll voll und ganz hinter dem Verwaltungsrat und der bisherigen Führungsspitze des Softwarehauses stehen.