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30.08.2007

Machtkampf in der Spitzenklasse

Canon und Nikon haben zur IFA 2007 digitale Spiegelreflexkameras aus dem Profi- und dem Semiprofi-Segment vorgestellt. Während Canons "EOS 1Ds Mark III" und "40D" kaum überraschen, sorgt Nikon mit der "D3" und der "D300" für mehr Aufsehen.

Von Dr. Thomas Hafen

Auflösung, Rauschverhalten, Autofokus, Schnelligkeit: Im Profilager war Canon bisher in all diesen Bereichen unangefochtener Marktführer. Nun bietet Nikon mit der "D3" eine echte Konkurrenz. Die Kamera verfügt über einen "FX" genannten CMOS-Sensor im Kleinbildformat, der mit 12,8 Millionen Bildpunkten allerdings längst nicht so hoch auflöst wie der ähnlich dimensionierte Chip in Canons "EOS 1Ds Mark III", der 21 Megapixel bietet. Dafür soll er beim Rauschverhalten neue Rekorde aufstellen und eine Empfindlichkeit von ISO 25.600 ermöglichen.

Ebenso beeindruckend ist der drei Zoll große Monitor. Nicht, weil er wie die Canon-Konkurrenz eine Livebild-Vorschau ermöglicht, sondern weil er mit 920.000 Pixeln eine vierfach höhere Auflösung als das in den Canon-Modellen verbaute Display bietet. Das Nikon-Display dürfte damit das erste am Markt sein, das eine echte Schärfenkontrolle ermöglicht.

Ebenfalls besser als die Konkurrenz - zumindest von der Spezifikation her - ist das neue Autofokussystem. Es verfügt nun über 51 Fokusfelder, von denen 15 als Kreuzsensoren ausgelegt sind. Im Unterschied zu denen in den Canon-Mark-III-Modellen reagieren alle Kreuzsensoren dabei bis Offenblende 5.6 auf vertikale und horizontale Linien.

Mit neun Aufnahmen pro Sekunde ist die D3 außerdem nur wenig langsamer als die Canon EOS 1D Mark III, die zehn Bilder pro Sekunde schafft. Reduziert man die Bildgröße auf das sogenannte DX-Format, sind bei einer Auflösung von fünf Megapixeln sogar elf Bilder pro Sekunde möglich. Das integrierte kleinere Bildformat erlaubt es außerdem, für das DX-Format gerechnete Objektive an der D3 zu verwenden. Bei Canon passen die für APS-C-Sensoren gerechneten, EF-S genannten Objektive nicht auf die Semiprofi- und Profi-Modelle.

Auch der Preis des neuen Nikon-Spitzenmodells, das im November auf den Markt kommen soll, ist attraktiv: Der UVP von 4.850 Euro liegt nur rund 500 Euro über dem der Zehn-Megapixel-Kamera Canon EOS 1D Mark III und deutlich unter dem des 21-Megapixel-Vollformat-Modells "1Ds Mark III", das mit 8.200 Euro zu Buche schlägt.

Viel stärkere Konkurrenz dürfte Canon aber mit der anderen Nikon-Neuvorstellung "D300" erwachsen - zumindest wenn das Modell hält, was die Spezifikationen versprechen. Die Kamera, die ebenfalls ab November zu haben sein wird, bietet mit 12,2 Megapixeln deutlich mehr Auflösung als die Canon EOS 1D Mark III, kostet aber bei einem UVP von 1.830 Euro nicht einmal die Hälfte.

Die Kamera ist mit vielen Features aus der Profiliga ausgestattet. So erhält der Käufer den 100-Prozent-Sucher der D3 ebenso wie deren hochauflösendes Display und AF-System, 14-Bit-RAW und eine Live-View-Vorschau, die, anders als bei Canon, die Verwendung des Autofokus erlaubt. Selbst auf einen Staubschutz, der der D3 seltsamerweise fehlt, muss der D300-Besitzer nicht verzichten. Die Bildfolge kann sich mit sechs Bildern pro Sekunde ohne beziehungsweise acht Bildern pro Sekunde mit Batteriegriff ebenfalls sehen lassen.

Auch die "EOS 40D" von Canon hat einige Merkmale aus der Profiklasse geerbt, so beispielsweise den schnellen Digic-III-Bildprozessor, 14-Bit-RAW und Live View sowie einen größeren und helleren Sucher, der allerdings nur 95 Prozent des tatsächlich aufgenommenen Bildes darstellen kann. Die Aufnahmegeschwindigkeit liegt mit 6,5 Bildern pro Sekunde im Bereich der D300. Dennoch ist die D40, die ab Oktober zum Preis von 1.300 Euro (UVP) erhältlich sein soll, eher eine Prosumer-Kamera, die sich gegen die D80 von Nikon positioniert, als ein Konkurrent zur D300.