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15.03.2002 - 

Neue Version des Autoren-Tools will auch mit Java und .NET konkurrieren

Macromedia greift HTML mit Flash MX an

MÜNCHEN (tc/wm) - Der amerikanische Multimedia-Spezialist Macromedia hat soeben mit "Flash MX" die inzwischen sechste Version seines Web-Autoren-Tools vorgestellt. Das Werkzeug soll zukünftig nicht mehr nur für bunte Animationen sorgen, sondern den Web-Standard HTML in vielen Bereichen verdrängen.

Macromedias Flash hat sich in den letzten Jahren zum Standard für Multimedia-Anwendungen im Web gemausert. Praktisch jeder Browser unterstützt mittlerweile das proprietäre Datenformat, das Bilder, Werbebanner oder ganze Sites zum Laufen bringt. Der Einsatz von Flash war dabei bisher nicht unumstritten: Oft schießen ehrgeizige Designer über das Ziel hinaus und muten den Surfern endlose Download-Zeiten für vielfach überflüssige Ton- und Bildspielereien zu.

Schlankere AnwendungenDoch mit Flash MX, so der Hersteller, soll alles anders werden. Das neue Release bringt nicht nur einen Versions-, sondern gleich einen Generationssprung vom Werkzeug für schlanke Vektoranimationen hin zur Entwicklungsumgebung für multimediale und interaktive Anwendungen. Macromedia sägt sogar am Stuhl des Web-Erfolgsstandards HTML. Während HTML bis heute unter prinzipbedingten Unzulänglichkeiten im Designbereich leidet und nur mit Krücken für E-Commerce-Anwendungen zu gebrauchen ist, soll Flash MX die Einbettung der kompletten Geschäftslogik ohne zeitraubende Server-Rückrufe ermöglichen.

Zu den interessanten Neuerungen dürfte die Unterstützung von Streaming Video direkt im Flash Player gehören - vermutlich sehr zum Ärger der Konkurrenten Real Networks, Apple und Microsoft. Der Flash Player unterstützt den Sorenson Spark Codec.

Beseitigt wurde auch ein Hauptmanko von Flash: Mussten Designer bisher die gesamte Animation in eine - meist große - Datei packen, kann der Flash-MX-Player nun JPEG-Grafiken und MP3-Audio zur Laufzeit nachladen, was kleinere Filme ermöglicht und nachträgliche Modifikationen ohne Neuerstellung erleichtert.

Wohl am interessantesten aber ist die Möglichkeit, XML-Strukturdaten (XML = Extensible Markup Language) in Flash-Filme einzubinden. Damit lassen sich beispielsweise Bestellformulare, virtuelle Einkaufswagen, Kundenbefragungen oder Verfügbarkeitsangaben für Lagerbestände realisieren - dank ständiger XML-Verbindung sogar in Echtzeit.

Eine wichtige Rolle kommt in diesem Zusammenhang auch dem nächsten Release der Web-Anwendungsplattform "Coldfusion" zu. Die Server-Software wurde ebenfalls mit dem Appendix MX versehen, um die Integration beider Produkte zu betonen. Genaue Details zu dem bereits seit längerem unter dem Namen "Neo" gehandelten Produkt sind noch nicht bekannt.

Coldfusion MX soll auf J2EE (Java 2 Enterprise Edition) basieren und die proprietäre Auszeichnungssprache CFML (Coldfusion Markup Language) in Java kompilieren. Die Software lässt sich wahlweise mit Microsofts .NET oder Java-basierenden Application-Servern nutzen. Zur Kommunikation mit Flash verwendet Coldfusion MX nach Angaben des Branchendienstes "Computerwire" ein eigenes Hochgeschwindigkeitsprotokoll.

Flash vs. Java vs. .NETForrester-Analyst Randy Souza sieht angesichts der Neuausrichtung von Flash einen möglichen Dreikampf um Internet-Softwareplattformen zwischen Macromedia sowie Microsoft (.NET) und Sun (Java) erwachsen. Rikki Kirzner, Research Director bei der IDC, ist begeistert von dem neuen Produkt. "Wenn Entwickler Flash MX in Web-Seiten integrieren, dann werden wir das sehen, was die Killeranwendungen für das Web sein könnten", glaubt der Analyst. Das ist wirklich cooles Zeug." Auch Kollege Steve Frankel, Softwareanalyst bei Adams Harkness & Hill, zeigt sich beeindruckt. "Ich finde es faszinierend, dass Flash vom reinen Eye Candy nun zu einer Anwendungsplattform wird." Größtes Problem von Flash MX ist aus Sicht von Chris McGregor, Betreiber der Experten-Site "Flazoom", die erneut veränderte Benutzerführung: "Das ist die vierte Version von Flash, die mit komplett neuem Interface daherkommt", klagt der Web-Entwickler.

Fokussierung auf MobilgeräteGroßes Augenmerk legt Macromedia mittlerweile auch auf die Portierung des Flash-Players auf mobile Plattformen wie Pocket PC oder Symbian sowie Smartphones oder Internet-Appliances. Hier arbeitet das Unternehmen sowohl mit den Betriebssystem-Herstellern als auch mit Prozessorherstellern wie Intel zusammen. Die Abspielsoftware für Pocket PC soll demnächst erscheinen. Damit tritt Flash zunehmend in Konkurrenz zu Java auf Mobilgeräten. Während derzeit einige Hersteller - vor allem im Mobilfunklager - auf Java-Multimedia-Lösungen setzen, glaubt Macromedia-Chef Rob Burgess, dass seine Plattform dafür besser geeignet sei. Die Vollversion kostet knapp 600 Euro, ein Upgrade von der Vorversion ist für rund 240 Euro zu haben.