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16.01.2004 - 

Flex liefert Rich Clients für J2EE und .NET

Macromedia reichert Web-Frontends an

MÜNCHEN (fn) - Mit "Flex" entwickelt Macromedia eine Rich-Client-Technik für Web-basierende Anwendungen. Statt HTML und Javascript liefert der "Flex Presentation Server" Flash-Code an den Browser, der vom lokalen Flash-Plugin interpretiert wird.

Diente Macromedias Flash bisher vor allem dafür, Animationen auf Web-Seiten abzuspielen, will der Hersteller nun professionelle Anwender ansprechen. Der Flex-Server arbeitet mit J2EE-Servern zusammen. Der Entwickler entwirft eine grafische Oberfläche, die Tabellen, Combo-Boxes und andere Bedienelemente enthält. Auf diese Weise präsentieren sich Web-Anwendungen mit ähnlichem Bedienkomfort wie Windows-Programme. Über Data-Bindings werden die Menüs mit Informationen aus den Java-Anwendungen gefüllt. Macromedias Frontend-Verfahren basiert auf der Auszeichnungssprache MXML. Sie beschreibt Formulare sowie die darin enthaltene Logik. Flex dient aber lediglich zur Anzeige von Informationen, die Geschäftslogik der Applikation bleibt auf dem Server. Zudem vermag die Macromedia-Technik den Status von transaktionsorientierten Systemen zu speichern, was bei herkömmlichen, auf HTML basierenden Frontends nur über Umwege möglich ist. Die dazu erforderliche Logik am Frontend wird in "Action Script" formuliert, einer objektorientierten Programmiersprache, die laut Macromedia Ähnlichkeiten mit Java und C# aufweist.

Flash-Plugin am Client genügt

Der Hersteller setzt mit Flex auf die weite Verbreitung des Flash-Player, der unter Windows, Mac, Unix und Linux verfügbar ist. Für nahezu alle gängigen Browser gibt es entsprechende Plugins. Auch der Flex-Server soll unterschiedliche Plattformen unterstützen: In der zweiten Jahreshälfte 2004 möchte der Anbieter eine an .NET angepasste Variante zur Verfügung stellen. Die Technik soll außer auf dem eigenen J2EE-Server "Jrun" auch unter "Websphere" von IBM, "Bea Weblogic" und "Apache Tomcat" laufen. Auch eine Anpassung an Macromedias Programmier- und Ablaufumgebung "Cold Fusion" ist geplant. Darüber hinaus arbeiten die Softwarespezialisten an einem Entwicklungswerkzeug für Flex, das auf dem Web-Design-Tool "Dreamweaver" aufsetzt.

"Bisher konnte sich Flash bei professionellen Anwendungen nicht durchsetzen, dies könnte sich mit Flex ändern", glaubt Sven Ramuschkat, Geschäftsführer des Softwareherstellers Herrlich & Ramuschkat aus Hannover. Das Unternehmen arbeitet mit Macromedia-Werkzeugen und bietet mit "Iracer" ein auf Cold Fusion aufsetzendes Framework für Internet-Applikationen an. Laut Ramuschkat könnte auch IBMs Engagement für Rückhalt bei Entwicklern sorgen. Big Blue hat vor, ein Flex-Plugin für die Entwicklungsumgebung "Eclipse" zu schreiben. Anwender des quelloffenen Werkzeugs könnten dann Flex-basierende grafische Oberflächen für ihre Programme konfigurieren.

Konkurrenz zu Microsofts "Longhorn"

Flash setzte sich als Quasi-Standard für Web-Animationen durch, nun versucht Macromedia mit Flex das Gleiche mit Browser-gestützten Rich-Client-Interfaces für Applikations-Server. Mit der Einführung muss sich das Unternehmen sputen, denn Microsoft hat vor, ähnliche Oberflächenfunktionen in die Benutzer-Schnittstelle "Avalon" des Windows-XP-Nachfolgers "Longhorn" zu integrieren. Macromedia hat einen Zeitvorteil, denn das neue Betriebssystem dürfte vor 2006 nicht erscheinen. Ein weiterer Pluspunkt: Flex unterstützt nicht nur Windows und .NET.

Abb: Plattformunabhängiges GUI-Design

Mit Flex will Macromedia den Komfort grafischer Desktops in das Web-Frontend einbetten. Quelle: Nach einer Vorlage von Macromedia