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09.12.1998 - 

Spekulationen um Verschmelzungen der Niederlassungen

Macrotron will Ingram Micro in Deutschland repräsentieren

MÜNCHEN (CW) - Die Deutschland-Organisation des US-Grossisten Ingram Micro nimmt langsam Konturen an. Nach der Übernahme der Münchner Macrotron AG im Juli dieses Jahres scheint sich nun eine Verschmelzung mit der ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt beheimateten Ingram Micro Deutschland GmbH anzubahnen.

Noch will Macrotron-Vorstandsvorsitzender Michael Kaack nichts von Fusion hören, wenn er auf Ingrams "Pas de deux" in Deutschland angesprochen wird: "Aus rechtlichen Gründen kann es derzeit keine Verschmelzung der beiden Unternehmen geben." Jeder entwickle seine Geschäftsmodelle unabhängig voneinander, aber man kooperiere eng. Die Vorsicht des Macrotron-Chefs ist verständlich. Noch immer sind beim Münchner Vollsortimenter mehrere Anfechtungsklagen von Kleinaktionären gegen die geplante Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft anhängig. Dennoch zeigen Äußerungen Kaacks wie "Sobald es gesellschafts-rechtlich möglich ist, werden wir eine Integrationsmöglichkeit finden", daß die gegenwärtige Zweigliedrigkeit kein Dauerzustand sein soll. Dafür sprechen auch die zahlreichen Veränderungen, die sich jetzt sowohl bei Ingram Deutschland als auch bei Macrotron ergeben haben.

So präsentierte der Macrotron-Chef vergangene Woche der Fachpresse eine neue Organisationsstruktur der Tochter Distribution GmbH. Sie gliedert sich in die drei Geschäftsbereiche "Traditionelle Broadline Distribu- tion", "Komponenten und Handelsmarken" sowie "Systeme, Netzwerke und Kommunika- tion". Für letztgenannte Business Unit ist ab Mitte 1999 Michael Krings zuständig, der sein Unternehmen Compushack, an dem Macrotron bislang mehrheitlich beteiligt war, komplett in diesen Bereich einbringt.

Bei der Ingram Micro Deutschland GmbH ist indes ein kräftiger Ausleseprozeß im Gange, der dem rund 160köpfigen Team keine Freude machen dürfte. Zwar stehen 50 Vertriebsmitarbeiter, die vom früheren J&W-Standort Weiterstadt aus agieren (Ingram Micro hatte J&W Computer 1997 übernommen), jetzt auf der Gehaltsliste von Macrotron. Sie sollen von Weiterstadt aus den neugeschaffenen Komponentenbereich der Münchner verstärken. Weniger gut haben es indes weitere 40 Ingram-Micro-Mitarbeiter. Ihnen flatterte ein Entlassungsschreiben auf den Tisch. Betroffen von dem vor allem aus Kostengründen beschlossenen Kahlschlag sind laut Kaack vor allem die Abteilungen Marketing und Administration.

Letztlich dürfte damit von der Ingram-Tochter in Haar bei München, die für das Geschäftsjahr 1998 einen Umsatz von 800 Millionen Mark erwartet, lediglich das Geschäftsfeld Markendistribution übrigbleiben. Dieses wiederum ließe sich nach Meinung von Branchenkennern ohne größeren Aufwand in den neugeschaffenen Broadline-Distributions-Bereich von Macrotron einbringen. Das wäre sinnvoll, weil sich die beiden Ingram-Micro-Gesellschaften in Deutschland momentan bei den Kunden gegenseitig die Türklinke in die Hand geben.

Abgesehen von besagten Reibungsverlusten kann Macrotron jedoch dem Ingram-Micro-Headquarter in Kalifornien für das Geschäftsjahr 1997/98 (Ende: 30. September) ordentliche Geschäftsergebnisse berichten. Nach noch inoffiziellen Zahlen steigerten die Münchner den Umsatz in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent von 1,8 auf 2,4 Milliarden Mark. Zuzüglich der internationalen Geschäfte kam der Vollsortimenter auf Gesamteinnahmen von 2,7 Millionen Mark. Gegenüber den 1,99 Milliarden Mark vom Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 36 Prozent.