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16.05.2012

MÄRKTE EUROPA/Tiefroter Aktienstart - Rohstoffe und Euro brechen ein

FRANKFURT (Dow Jones)--Tiefrot ist der europäische Aktienmarkt am Mittwoch in den Handel gestartet. Nach dem Scheitern des letzten Versuchs einer Regierungsbildung in Athen geht unter Anlegern die Furcht vor einem Auseinanderfallen der Eurozone um. Der Euro setzt seine Talfahrt fort und unterschreitet zumindest temporär die 1,27er-Marke zum Dollar, Aktien aus der Finanz- und Rohstoffbranche brechen ein. Händler berichten von hohem Verkaufsdruck und Umsätzen. Der Euro-Stoxx-50-Index der europäischen Blue-Chips verliert 1,0 Prozent auf 2.157 Punkte, der DAX fällt um 1,1 Prozent auf 6.329 Zähler.

FRANKFURT (Dow Jones)--Tiefrot ist der europäische Aktienmarkt am Mittwoch in den Handel gestartet. Nach dem Scheitern des letzten Versuchs einer Regierungsbildung in Athen geht unter Anlegern die Furcht vor einem Auseinanderfallen der Eurozone um. Der Euro setzt seine Talfahrt fort und unterschreitet zumindest temporär die 1,27er-Marke zum Dollar, Aktien aus der Finanz- und Rohstoffbranche brechen ein. Händler berichten von hohem Verkaufsdruck und Umsätzen. Der Euro-Stoxx-50-Index der europäischen Blue-Chips verliert 1,0 Prozent auf 2.157 Punkte, der DAX fällt um 1,1 Prozent auf 6.329 Zähler.

"Wir sind immer noch im griechischen Sturm", fasst Tim Schroeders von Pengana Capital die Nachrichtenlage zusammen. Sorgen macht sich der Markt vor allem über den ungewissem Ausgang der Neuwahlen in Griechenland. Die linksradikale Syriza liegt in Umfragen deutlich vorne. Die Partei fühlt sich den mit EU und IWF vereinbarten Sparvorgaben nicht verpflichtet. Sollte sich Syriza bei den Neuwahlen im Juni durchsetzen und die Vereinbarungen aufkündigen, droht dem Land eine zügige Pleite. Dann wäre auch ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wahrscheinlich.

Dramatischer Kapitalabzug in Griechenland - Renditen in Spanien springen hoch

Der Euro nähert sich seinem Jahrestief bei 1,2623 Dollar. Solange die Kapitalflucht aus Griechenland so weitergeht, ist keine Trendwende in Sicht", meint Ulrich Leuchtmann, Devisen-Analyst der Commerzbank. Die ungewisse Zukunft des Landes und der Verbleib in der Eurozone veranlasst die Griechen zu massiven Kapitalabzügen. Allein am Montag seien 700 Millionen Euro an Einlagen bei griechischen Banken abgezogen worden, teilte der griechische Staatspräsident Papoulias mit. Seit der Verschärfung der Schuldenkrise im Jahr 2009 kämpfen die griechischen Geldhäuser mit einem steten Kapitalabfluss ins Ausland.

Kritisch im Blick steht das Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs frischgebackenem Präsidenten Hollande. Wichtig sei, wie die Anleihenmärkte auf gemeinsame Signale der beiden reagieren. Bei den Anlegern geht vor allem die Sorge um, dass die sehr viel größeren Länder Spanien und Italien in den Sog der griechischen Schuldenkrise gezogen werden. Die Ängste spiegeln sich in steigenden Renditen ihrer Staatsanleihen: Zehnjährige spanische Papiere springen am Mittwoch auf 6,43 Prozent und italienische Papiere nähern sich der kritischen Sechs-Prozent-Marke.

Eine Stabilisierungschance sehen Händler am Abend in der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank. "Der Markt wird nach kleinsten Anzeichen für eine weitere geldpolitische Lockerung suchen", sagt ein Händler. Die Hoffnung sei aber gering: "Bisher hat die Notenbank nur reagiert, wenn der breite Aktienmarkt über 10 Prozent oder mehr verloren hatte".

Globale Konjunktur schwächelt - Rohstoffe brechen ein

Von der Konjunktur kommen auch keine guten Nachrichten. Noch am Vortag hatten die überraschend guten Wachstumszahlen aus Deutschland für ein Strohfeuer gesorgt. Die internationalen Daten zeigen nun aber eine schwächere Zukunft: In Japan brachen die wichtigen Maschinenbauaufträge um fast 3 Prozent zum Vormonat ein. Sie werden als Gradmesser der Investitionsbereitschaft der Unternehmen gewertet.

Bei Rohstoffen gibt es warnende Töne vom Minen-Riesen BHP: Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Jacques Nasser, sprach von wachsender Unsicherheit. "Man hat langsam das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren", sagte Nasser. In Sydney geben Rio Tinto und BHP Billiton daraufhin deutlich nach. Auch die Preise für Rohöl und andere Rohstoffe stehen unter Druck, was die Zweifel am weiteren Wachstum der Weltwirtschaft klar zeigt.

Der Rohstoffsektor ist europaweit Hauptverlierer unter den Branchen und fällt um 3,5 Prozent. BHP und Rio Tinto geben bis 3,8 Prozent nach. Zudem belastet eine Abstufung der UBS XStrata und den Rohstoffhändler Glencore. Glencore fallen um 5,5 Prozent. Im DAX verlieren ThyssenKrupp 4 Prozent.

Auch die konjunktursensiblen Bau- und Automobilaktien leiden. Die Sektoren verlieren je knapp über 2 Prozent. Banken- und Versicherungstitel sinken mit der Sorge um die Existenz des Euro. Hier fallen Commerzbank und BNP Paribas um je rund 3 Prozent.

Gegen den Markt laufen nur die Papiere von Luxuswarenherstellern wie die schweizerische Richemont. Unter ihrem Dach versammeln sich Marken wie Cartier und Dunhill. Nach guten Geschäftszahlen springen sie um 5,3 Prozent nach oben. "Der Geschäftsausweis hat die Prognosen übertroffen und zeigt die Preissetzungsmacht des Unternehmens", lobt ein Analyst von Kepler.

Im DAX fallen Deutsche Börse um 0,7 Prozent, da der Börsenbetreiber die Clearing-Gebühren senkt. Die Preissenkung um bis zu 20 Prozent zeige das schwierige Wettbewerbsumfeld, heißt es im Handel. Mit einer erhöhten Gewinnprognose wartet der Airbus-Hersteller EADS auf. Der Markt belohnt dies mit 1,2 Prozent Plus für die Aktie. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Ergebnis je Aktie vor Einmaleffekten von über 1,85 Euro und liegt damit um 0,20 Euro über der bisherigen Prognose.

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 17.51 Uhr EUR/USD 1,2717 -0,1% 1,2735 1,2768 EUR/JPY 102,1893 +0,0% 102,1766 102,2914 EUR/CHF 1,2009 -0,0% 1,2011 1,2010 USD/JPY 80,3560 +0,2% 80,2340 80,1150 GBP/USD 1,5965 -0,2% 1,5998 1,6027 DJG/mod/flf

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