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08.01.1999 - 

Märkte und Technologien für Desktops im Wandel

Märkte und Technologien für Desktops im Wandel PC 1999: Verwaltbarkeit und Größe stehen im Vordergrund

Von CW-Mitarbeiter Andreas Stolzenberger MÜNCHEN (CW) - 1998 war für PC-Hersteller und Händler ein erfolgreiches Jahr. 1999 verspricht weitere Zuwächse. In ihren Glaskugeln sehen Analysten und Branchenkenner zudem eine Reihe neuer Hardwaretechnologien und den Durchbruch bereits bekannter Geräte.

Laut der International Data Corp. (IDC) sind 1998 weltweit 11,1 Prozent mehr PCs verkauft worden als 1997. Westeuropa als einer der stärksten Märkte legte sogar um 17 Prozent zu. 1999 soll der PC-Markt weltweit erneut um 12,8 Prozent wachsen. In Stückzahlen heißt das über 100 Millionen verkaufte PCs.

Laut Terry Ernest Jones, Analyst bei IDC, ist der Markt für gewerblich genutzte PCs aber gesättigt und in Westeuropa rückläufig. Anders beurteilt IDC die Entwicklung des Heim-PC- Marktes, der von der Zahl der installierten Maschinen das Business-Segment bereits überholt hat. Der Trend geht hier zu immer billigeren Maschinen, was auch im Markt für professionelle Desktops zu beobachten sein wird.

An der Spitze der PC-Hersteller stehen einmal mehr die großen Markennamen (siehe Grafik). Die Verlierer des Preiskampfes könnten die "kleinen" Namen der zweiten Reihe wie AST, Olivetti oder lokale Marken wie Highscreen sein, vermutet IDC. Kenner des deutschen Marktes sehen diese Mitspieler allerdings nicht ins Abseits gedrängt, sondern gehen eher davon aus, daß die ganz kleinen Marken und Händlereigenbauten am stärksten zu leiden haben.

Neue Technologien zuerst im Consumer-Markt

Neue Trends der Hardwaretechnologie werden 1999 überwiegend vom Consumer-Markt getrieben und erst später im professionellen Segment adaptiert. Das ist am stärksten bei der Entwicklung von Grafikkarten zu erkennen. Während die letzten Jahre noch die Profi-Adapter, beispielsweise für Open-GL und CAD-Anwendungen, die Trends im Markt bestimmten, geben nun 3D-Beschleuniger für Spiele unter Windows mit Direct-X den Ton an.

Michael Urban, Geschäftsführer der Actebis Deutschland GmbH, sieht den PC-Markt 1999 so: "Der Bereich der Einsteiger-PCs verspricht die größten Wachstumszahlen, allerdings bei flauen Gewinnspannen." Nach Urbans Einschätzung werden die 1999 gebauten PCs dank anhaltendem Internet-Boom fast ausschließlich mit Modem oder ISDN- Karte versehen sein. Zudem prophezeit er der DVD-ROM (Digital Versatile Disc) als CD-ROM-Nachfolger spätestens ab dem Herbstgeschäft den endgültigen Durchbruch. Bei Actebis sieht man aber auch den professionellen Markt etwas freundlicher.

Man glaubt, daß der anstehende Jahrtausendwechsel viele Firmen dazu animieren wird, die IT-Infrastruktur in Unternehmen mit neuen, Jahr-2000-fähigen PCs aufzurüsten. IDC sieht den Markt hier etwas anders und glaubt eher an sporadische Panikkäufe einiger weniger Unternehmen.

Veränderungen im generellen PC-Aufbau erreichen Hersteller 1999 weniger durch zusätzliche Komponenten als durch das Weglassen von Altlasten. Eine im September 1998 auf der Intel Developer Conference vorgestellte Designstudie "Yaquina" oder "Intel Concept PC" zeigt ein radikal abgespecktes Konzept. Yaquina besitzt weder ISA- noch PCI-Steckplätze oder die bekannten Standard-Ports für Maus, Tastatur oder Drucker. Alle Erweiterungen werden wahlweise über Universal-Serial-Bus-(USB-) oder Fire-Wire-Schnittstellen (auch IEEE 1394) angebunden.

Intels PC-99-Spezifikation, die allen PC-Herstellern vorliegt, ist noch nicht so extrem, sieht aber das Ausscheiden des ISA-Busses bereits zum Jahresende vor. Gerade Anbieter preisgünstiger PCs werden sich diese Sparmaßnahme sehr schnell zu eigen machen. Ferner werden in diesem Bereich, sowohl bei Heimanwender-PCs als auch bei Maschinen, die für den einfachen Desktop-Client-Einsatz im Unternehmen gedacht sind, seltener Intel-Prozessoren eingesetzt. Fast 30 Prozent der 1998 in günstigen PCs (unter 2500 Mark) verwendeten CPUs stammten von Cyrix oder AMD. Diese Quote soll 1999 weiter steigen.

Die PCs werden aber nicht nur billiger, sondern auch kleiner, glaubt Chris Jones, Analyst bei Dataquest. Er geht davon aus, daß ein wichtiger Trend bei gewerblich genutzten PCs der kleinere Formfaktor sein wird. Passend zu den Slim-Line-Desktops sind auch die Flat-Panel-Displays stark im kommen. Die immer günstigeren 15- Zoll-TFT-Schirme (TFT = Thin Film Transistor) sollen 1999, gerade in großen Büroinstallationen, immer mehr Röhrenmonitore ersetzen. Bereits 1998 waren einige TFT-Modelle unter 1500 Mark im Fachhandel zu haben. Für 1999 erwarten Experten die ersten Geräte unter 1000 Mark.

Der voll ausgestattete PC als Arbeitsplatzrechner muß im nächsten Jahr nicht darum bangen, von einem Windows-Terminal oder einem NC (Network Computer) verdrängt zu werden. Laut Dataquest werden die Thin Clients zwar Terminals ersetzen, aber nicht den PC-Markt maßgeblich beeinflussen, wie das anfangs vermutet wurde. "Ein wesentlicher Vorteil der neuen Terminalgeneration ist die Verwaltbarkeit, aber die PC-Hersteller haben das rechtzeitig erkannt und liefern nun geeignete Management-Programme mit ihren Business-PCs aus. Damit ist dieser Vorteil gegenüber vollwertigen PCs nicht mehr gegeben, und es besteht kein Grund für die Anwender umzusteigen."

Auch die "klassischen" Notebooks müssen sich laut Jones nicht vor der Konkurrenz durch CE-Handhelds fürchten. Die "Jupiter-Class"- Geräte, tragbare Rechner mit Windows CE 2.11 im Format DIN A5 würden dank ihrer hohen Batteriestandzeiten neue Benutzergruppen ansprechen, die bislang noch über kein mobiles Equipment verfügen.

USB erlangt Marktakzeptanz

Bei Peripheriegeräten zeichnet sich langsam, aber sicher ein Trend zum Universal Serial Bus (USB) ab. Die Technik existiert zwar bereits seit 1996, doch erst 1998 wurden die PCs konsequent damit ausgerüstet und ab Windows 95 OSR 2.1 unterstützt. Logitech, Hersteller von Eingabegeräten und Mäusen, hatte 1998 nur vier USB- Produkte im Portfolio. Ab 1999 will man zu jedem eigenen Gerät eine USB-Variante anbieten und erwartet einen Anstieg des Geschäfts mit USB-Peripherie von bislang unter zehn auf über 20 Prozent des Gesamtumsatzes. Der USB wird sich zunächst im Consumer-Sektor etablieren und erst später auch im Business-Markt Fuß fassen. Das wird voraussichtlich bis über die Jahrtausendwende hinaus dauern, da zunächst USB-taugliche PCs und mindestens Windows 95 OSR 2.1 in den Unternehmen installiert sein müssen.

Eine komplett neue, revolutionäre Technologie wird es auch 1999 nicht geben. Die Prozessoren aus dem Hause Intel werden bis zum Jahresende über 600 Megahertz schnell, SCSI rüstet mit der Norm Ultra-3 auf 160 Mbit/s auf, und die gängige Größe von Festplatten in Arbeitsstationen wird die 8-GB-Grenze überschreiten.

Über Jahre hinweg gab es in der PC-Branche eine Konstante: Eine professionelle PC-Arbeitsstation mit zeitgemäßer Ausstattung inklusive Monitor kostete bislang immer 5000 Mark, egal ob es sich dabei 1987 um einen 286er mit Hercules-Monitor oder 1998 um einen Pentium II mit 17-Zöller handelte. 1999 wird man diesen Wert erstmals deutlich nach unten auf einen Preis von 3500 bis 4000 Mark korrigieren müssen.