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28.11.1997 - 

Euro-Umstellung

Mahnende Berater

Auch von Consulting-Unternehmen sind Stimmen zu vernehmen, die das indifferente Verhalten der Bundesregierung kritisieren. Michael Ricks von Andersen Consulting sieht vor allem die kritische Lage, in die Unternehmen durch die fehlenden Terminverbindlichkeiten geraten: "Die ausstehenden Entscheidungen werden erhebliche Auswirkungen auf die Umstellung in der deutschen Industrie haben. Die Unternehmen entwickeln zwar entsprechende Szenarien, um für jeden wahrscheinlichen Fall gewappnet zu sein, doch deren Risiko ist aufgrund der Terminunsicherheit immer noch groß."

Bedenken hat er, ob die Umstellung unter den gegebenen Gesichtspunkten pünktlich über die Bühne gehen kann: "Es ist zwar unvorstellbar, daß eine stark politisch motivierte Regierung aus Budgetmangel die Umstellung nicht durchsetzt, aber eine Regierung, die wegen unzureichender Planung oder verspäteter Implementierung Probleme bekommt, wird eine rechtzeitige Einführung des Euros kaum verwirklichen können."

Nach Ansicht von Ricks wäre ein erster wichtiger Erfolgsfaktor, "jede Form von Unsicherheit und Unwägbarkeit" zu vermeiden. Zweitens sollte "intern eine einheitliche Meinung gebildet" sein. Ebenso wichtig sei ein "effektives Programm-Management". Und nicht zuletzt müsse man "flexibel genug sein, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können".

Auch Frank Sempert sieht die Situation kritisch. Der Sprecher der Anbietervereinigung "Initiative 2000" ist mehrmals bei verschiedenen Regierungsbehörden bis hinauf zum Bundeskanzleramt vorstellig geworden und macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Ich glaube nicht, daß es gutgehen wird, wenn die Erfüllungsgehilfen des Staates, welche die Steuern eintreiben, sich auf den Standpunkt stellen: Wir machen das zunächst einmal nicht mit. Der Druck auf die Finanzverwaltungen wird so hoch werden, daß sie um die Doppelwährungsphase nicht herumkommen."

Sempert verweist darauf, daß es bis zur Phase der Gleichberechtigung von Euro und Mark im bargeldlosen Zahlungsverkehr nur mehr ein gutes Jahr ist. Dies sei kaum genug Zeit, um die Umstellung auch mit intensiver externer Hilfe zu bewältigen. Immerhin laufen allein 130 problematische Großrechnersysteme in Bundesämtern.