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28.06.1985 - 

Branchenkonzept nach unten velängert

MAI riskiert Einstieg in den Mikromarkt

MÜNCHEN (bi) - Mit "gestrafftem" Vertriebskonzept, aber noch ohne neue Geschäftsführer (vergleiche CW 18/85, Seite 4) kündigt die MAI Deutschland jetzt als Einsteigermodell in die MAI-Welt das kleine Mehrplatzsystem 1000 an. Erste Auslieferungen erwarten die Frankfurter nach der "Systems".

Der "Supermikro" ist erwartungsgemäß zu den MAI-Produkten 2000 und 8000 sowie deren Vorgängermodellen kompatibel, läuft also unter dem typischen MAI-Betriebssystem Thoroughbred nebst diversen Dienstprogrammen sowie über die mit dem hauseigenen Business-Basic Level 3 fast identische Programmiersprache SMC-Basic. Die Zentraleinheit enthält einen Intel 8086, 128 bis 512 KB Hauptspeicher und eine Festplatte für 10 bis 40 Millionen Zeichen. Ein bis vier serielle Einheiten lassen sich anschließen, ein Parallelanschluß für Drucker steht zusätzlich zur Verfügung, ferner ein X.21-Anschluß für bitorientierte Protokolle. Zwischen 24 000 und 70 000 Mark bewegt sich der Preis für eine 1000er Konfiguration, hinzukommen muß die Software, die von den traditionellen MAI-Softwarepartnern geliefert wird.

Zur Straffung des Vertriebs wurden organisatorische Maßnahmen angekündigt, ferner die Schließung der europäischen Vertriebszentrale in Holland bestätigt - sie wurde ersatzlos gestrichen. Wie William Weksel, Vertrauensmann des neuen Hauptaktionärs Bennet S. Le Bow, in der Münchner Niederlassung erklärte, will man die gute Position in bestimmten Industriebranchen ausnutzen, um die dort erprobten Lösungen länderübergreifend zu vermarkten. Hervorgehoben wurden hier die Textilindustrie, der Automobilhandel, Speditionen, Krankenhäuser, Druckereien und Verlage, zusätzliche Gewinne erwartet sich das US-Management auch aus dem Vertrieb von lokalen Peripheriegeräten, Computerzubehör und aus der Schulung sowie der Wartung. Speziell in diesem Bereich will die neue MAI/Basic Four in Europa offenbar den in den USA entstandenen Verlust der Maintenance-Gruppe Sorbus durch verstärkte Service-Power auch für MAI-fremde Produkte wettmachen.

Zur Ertragssituation und zum Stellenwert der europäischen Gesellschaften hieß es, daß über die Hälfte aller Einnahmen außerhalb der USA erzielt würden, davon wiederum zwei Drittel in Europa, Deutschland bringe hiervon 50 Prozent.

Geführt wird die Deutschland GmbH zur Zeit interimistisch von einem Triumvirat: Harald Kremser (Marketing und Kundenschulung), Jürgen Gerhards (seit elf Jahren bei MAI) und Arthur A. Mancini (General Manager), der wie es aus Unternehmenskreisen heißt, wohl bis zum Ende des Geschäftsjahres (30. September) die Aufgaben von Ex-Chef Gert Mensing übernommen hat.