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04.11.1988 - 

Frankfurter Nischenanbieter mausert sich immer mehr zum Systemhaus:

MAI sieht stabilem Wachstum entgegen

KÖLN (bk) - Zufriedene Gesichter bei MAI Deutschland: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Umsatz erneut gesteigert, und mit dem Erwerb von sechs Softwarehäusern befinden sich die Frankfurter nun auf dem Weg zum Dienstleister. Für 1990 ist der Einstieg in den Unix-Markt geplant. Zuvor, so MAI, müßte jedoch die bestehende Software-Lizenzpolitik überdacht werden.

"Seit 1986 geht es kontinuierlich bergauf", so die Standortbestimmung von Gerd Steffen, Geschäftsführer der MAI Deutschland. Dies gelte sowohl für den Gesamtumsatz, der 1988 um 19 Prozent gesteigert werden konnte und nach vorläufigen Ergebnissen nunmehr bei 166,8 (1987: 140) Millionen Mark liegt, als auch für die Auftragsentwicklung im Hardware-Bereich (1988: 90,4 Millionen Mark) und die Pro-Kopf-Produktivität.

Selbst beim Betriebsergebnis, das seit zwei Jahren rückläufig ist, sieht Steffen keinen Grund zur Sorge. 16,8 Millionen Mark konnten die Frankfurter 1988 verbuchen, nachdem man im Vorjahr noch 19,9 Millionen Mark eingenommen hatte und 1986 gar 24,5 Millionen Mark auszuweisen hatte. "Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr sechs Softwarehäuser übernommen und integriert", so der MAI Deutschland-Geschäftsführer, "und dies mußte schließlich bezahlt werden." Im kommenden Fiskaljahr werde MAI Deutschland dafür ein "Jahr der Konsolidierung" einlegen, so daß 1989 mit einem Gewinn von 20,1 Millionen Mark zu

rechnen sei.

Als 100prozentige Tochtergesellschaften übernahmen die Frankfurter in den vergangenen Monaten die Basic Insoft Systeme GmbH in Stein/Nürnberg, die ODR-Systeme GmbH in Eningen, die Weiss EDV-Beratung in Hamburg, die Lehnert & Fischer-Quintus Dialog-Software GmbH in Heusenstamm, die Autosoft Gesellschaft für Systemberatung mbH in Kaarst und die Compu-Orga GmbH in Köln. Diese Transaktionen verhalfen MAI Deutschland zum Einstieg in die Druckerei-Branche, die Textilindustrie, die Fleischwirtschaft, den Getränkefachgroßhandel sowie in die Sparten Kfz-Handel und -Werkstätten und Krankenhäuser/Kurkliniken. Ziel dieser "Strategie der Konzentration auf dedizierte Wirtschaftssegmente" soll sein, aus dem Hardware-Spezialisten vergangener Jahre ein Systemhaus zu machen. Selbst MAI hat inzwischen erkannt, daß "der Kunde heute ein Gesamtpaket, bestehend aus Hardware, Software, Dienstleistung und Beratung kaufen will" (O-Ton Manfred Diebitz, Marketing-Direktor).

Darüber hinaus bereiten die Frankfurter den Einstieg in den Unix-Markt vor. Ab 1990 will MAI Deutschland eine Hardware-Plattform auf dualer Basis anbieten, die neben dem hauseigenen Betriebssystem "Boss" auch Unix unterstützt. Diebitz hob allerdings hervor, daß das Unix-Zeitalter jetzt erst einmal ein juristisches Umdenken in Sachen Software-Lizenzierung erfordere. Es gehe nicht an, so der Marketing-Chef von MAI Deutschland, daß die Software-Pakete, in dessen Entwicklung ein Unternehmen sehr viel Geld stecke, ohne Einschränkung von einer Hardware auf die andere portiert werden könnten. Die derzeitigen Software-Lizenzverträge seien jedoch Kaufverträgen gleichzusetzen, so daß der Kunde bei einem Lieferantenwechsel die Software mitnehmen könnte, obwohl die Rechte beim Hersteller lägen. Künftig werde MAI den Kunden deshalb zwar eine freie Hardware-Auswahl offerieren, ihn aber durch gezielte Maßnahmen im Software-Bereich zu binden versuchen. Diebitz: "Wenn wir die Kunden schon nicht mehr über die Hardware halten können, dann müssen wir es eben über die Software versuchen."