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Mailbo

04.02.1994

Dass Bundespostminister Wolfgang Boetsch der Telekom an den Geldbeutel will, ist spaetestens seit der umstrittenen Reform der Telefontarife kein Geheimnis mehr. Jetzt droht der Ricke-Company zu allem Ungemach aber auch noch zusaetzlicher Aerger an der Kundenfront. So ist mittlerweile, wie das "Handelsblatt" meldet, das erste Urteil gegen eine Telefonrechnung des Postunternehmens rechtskraeftig. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig hat das Amtsgericht Aachen eine Telekom-Klage gegen einen Kunden abgewiesen, der sich geweigert hatte, eine ueberhoehte Rechnung zu begleichen. In aehnlicher Weise Geschaedigte koennten nun, so die Verbraucherschuetzer, gegen die "unserioesen Geschaeftsbedingungen der Telekom" erfolgreich vorgehen.

Keine Lorbeeren erntet der Bonner Carrier offensichtlich auch mit seinen neuen, dem offiziellen Telekom-Design entsprechenden Telefonhaeuschen. Jedenfalls sah sich der "Sueddeutschen Zeitung" zufolge nun sogar die Muenchner Stadtgestaltungskommission bemuessigt, sich des Themas der magentafarbenen Bereicherung des Stadtbildes anzunehmen. Fuer die eigens zur Sitzung eingeladenen Vertreter der Telekom wurde dabei ihr Auftritt, wie das Blatt schreibt, zu einem regelrechten Spiessrutenlaufen. So haetten saemtliche Kommissionsmitglieder ihrem Aerger Luft gemacht und in diesem Zusammenhang von einer "unglaublichen Verschandelung" der Stadt gesprochen - und, damit nicht genug, von einer "atemberaubenden Scheusslichkeit", von der man "Magenschmerzen schon beim Anschauen" bekomme.

Fuer Trost duerfte indes in Bonn die Tatsache sorgen, dass wenigstens das Geschaeft mit den privaten Telefonansagediensten boomt. Einen Reibach macht dabei allerdings nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ausschliesslich die Telekom, waehrend die privaten Anbieter meist nicht auf ihre Kosten kaemen. So hatte das Postunternehmen diversen Anbieterfirmen beim nordrhein-westfaelischen Feldversuch mit dem Info-Service 190 eine Auslastung ihrer (von der Telekom gemieteten) Leitungen von rund 15 Prozent in Aussicht gestellt; in der Praxis liege die Auslastungsrate jedoch, so "Der Spiegel", bei maximal drei Prozent. Bescheidenes Ergebnis fuer die Telekom-Partner: Anstatt einer fuer die Kostendeckung notwendigen taeglichen Nutzung der Ansagedienste von vier Stunden werden momentan Dienstleistungen wie Gewinnspiele, Partnervermittlung oder Infos zur Serie "Lindenstrasse" im Tagesdurchschnitt nur eine Stunde lang abgerufen.