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27.06.2003 - 

Mobile Computing/Host-Anwendungen im mobilen Einsatz sorgen für mehr Kundennähe

Mainframe an Handheld - bitte melden!

Unternehmen erkennen zunehmend, dass sich mit Hilfe mobiler Lösungen Geschäftsabläufe effizienter gestalten und neue Geschäftsfelder erschließen lassen. Basis dafür ist die technische Weiterentwicklung im Bereich der Anwendungsintegration: Moderne Entwicklungswerkzeuge erlauben es mit immer weniger Aufwand, bestehende Host-Anwendungen auf dem Mainframe mit dem Internet und mobilen Endgeräten zu verbinden. Die Mobile Devices selbst werden immer kompakter und leistungsfähiger, wodurch sich ebenfalls neue Einsatzgebiete ergeben. Von Christian Hastedt-Marckwardt*

Der Zugriff auf aktuelle Unternehmensdaten sollte für Mitarbeiter im Außendienst heute eine Selbstverständlichkeit sein. Daher sind immer mehr Unternehmen bereit, in diesen Bereich zu investieren. In die trüben Aussichten für den IT-Markt mischt sich damit ein leichter Hoffnungsschimmer: Mobile Lösungen gelten nach wie vor als Wachstumsmarkt. Die Marktforscher von International Data Corp. (IDC) prognostizieren bereits für 2006 ein weltweites Marktvolumen von 1,7 Milliarden Dollar. Jack Gold, Senior Vice President der Meta Group, bestätigt die Wachstumsaussichten für mobile Lösungen: "Derzeit unterstützen weniger als fünf Prozent der Unternehmensanwendungen die mobilen Anwender. 2004 bis 2005 werden dies bereits 50 Prozent sein."

Aber noch ein weiteres Thema steht auf der Prioritätenliste von IT-Organisationen derzeit ganz oben: aus den bestehenden Ressourcen mehr Leistung und Verfügbarkeit herauszuholen. Schließlich müssen die IT-Verantwortlichen angesichts der anhaltenden Wirtschaftsflaute mit sinkenden Budgets für zusätzliche Hard- und Software auskommen. Vor diesem Hintergrund sind die traditionellen Werte der bestehenden Mainframe-Plattformen mehr denn je gefragt. Allein zentrale Großrechner verfügen über die Fähigkeit, Anfragen Tausender User parallel zu verarbeiten, riesige Datenmengen zu speichern und darüber hinaus einen jahrelangen unterbrechungsfreien Betrieb zu garantieren. Davon profitiert weltweit eine breite Basis von Mainframe-Anwendern: Zwei Drittel aller wirtschaftlich relevanten Daten lagern heute noch auf solchen Rechnern, und 95 Prozent der 2000 größten Unternehmen nutzen z/OS- oder OS/390-Systeme.

Neue Technik öffnet den Host

Techniken wie beispielsweise Corba, J2EE oder Web-Services bieten Unternehmen heute die Möglichkeit, vorhandene Großrechnerapplikationen auch für den mobilen Einsatz zu öffnen. Denn viele IT-Abteilungen sehen sich mit der Anforderung konfrontiert, auf der einen Seite die bestehende Geschäftslogik von Mainframe-Anwendungen zu erhalten, auf der anderen Seite diese jedoch auch in neue Geschäftsprozesse einzubinden. Auf den über viele Jahre hinweg entwickelten Host-Lösungen basieren schließlich die Kernprozesse eines Unternehmens. Außerdem ist hier das individuelle Branchen-Know-how gespeichert, das letztlich die eigenen Wettbewerbsvorteile sichert.

Um die Kernanwendungen der Mainframe-Welt als universell aufrufbare Services verfügbar zu machen, sind ein paar IT-Kniffe notwendig. Moderne Reengineering-Werkzeuge wie der "Natural Engineer" der Software AG oder die "SEEC Workbench" von SEEC unterstützen Entwickler dabei, Legacy-Systeme zu modernisieren. Damit lässt sich beispielsweise Geschäftslogik von Präsentationslogik trennen und somit auch die Verwendung mobiler Endgeräte vereinfachen. Der dafür notwendige Programmieraufwand reduziert sich weitgehend auf die Entwicklung neuer Benutzeroberflächen für die mobilen Devices.

Zugriff funktioniert nur über Standards

Zugang zu den Cisc-, IMS- oder Batch-Anwendungen auf dem Host-System verschaffen beispielsweise Lösungen von Anbietern wie Clientsoft, Software AG oder Compuware. Sofern die Schnittstelle auf offenen Standards basiert, gestaltet sich der Zugriff auf die so verpackten Softwarekomponenten im Grunde einfach. Auf Seiten der Mainframe-Anwendung sind dann keine Codemodifikationen notwendig, um von außen über die neu definierte Schnittstelle mit dem Großrechner zu kommunizieren. Die geöffneten Mainframe-Programme lassen sich beispielsweise als Web-Service anbieten und per UDDI veröffentlichen.

Das Reengineering und Wrapping von Anwendungskomponenten sind die ersten Schritte auf dem Weg zu einer serviceorientierten Architektur (SOA). Anwendungen sind dabei als einzelne Softwarekomponenten organisiert und lassen sich bei Bedarf aufrufen und mit anderen Applikationen koppeln. Insgesamt sinkt dadurch der Integrationsaufwand für neue Anforderungen. Ferner bleiben Altanwendungen weiterhin einsetzbar.

Vielfältige Datenquellen und Geräte

Der Großteil der Daten, auf die Mitarbeiter tagtäglich zugreifen, stammt aus völlig unterschiedlichen Anwendungen wie zum Beispiel der Lagerhaltung, dem Einkauf oder der Buchhaltung. Die Endgeräte, die dabei zum Einsatz kommen, sind meist ebenso vielfältig. Neben Notebooks und Handys setzen viele Unternehmen auf Handhelds.

Die früher oft vertretene Meinung, dass eine ständige Internet-Verbindung mit der Unternehmens-IT über Mobilfunk das Richtige sei, hat sich inzwischen als Irrglaube erwiesen. Kosten, Sicherheitsaspekte und Netzstörungen sprechen dagegen. Vor allem die Sicherheit der Daten spielt im mobilen Bereich eine immer wichtigere Rolle. Mangelnde Security-Standards und zunehmende Industriespionage zwingen Firmen, ihre unternehmenskritischen Daten effektiver zu sichern. Im Unterschied zu reinen Business-to-Consumer-Umgebungen verfügen moderne Geschäftslösungen über eine eigene Business-Logik und Datenhaltung auf dem Endgerät, die ein autonomes Arbeiten ohne permanente Netzanbindung ermöglicht. Auch aufgrund der steigenden Leistungsfähigkeit der mobilen Rechner lässt sich so ein Teil der Geschäftsprozesse von den Backend-Systemen auf die Mobilgeräte verlagern und steht den Mitarbeitern unterwegs ständig zur Verfügung. Die mobil erfassten und verarbeiteten Daten werden dann online oder per Synchronisation mit den Backend-Systemen abgeglichen. Entsprechende Lösungen setzen hierzu auf Strategien wie die Delta-Synchronisation. Anstatt den mobilen Datenbestand komplett zu aktualisieren, vollzieht das System nur die aktuellen Änderungen seit dem letzten Zugriff nach.

Um für künftige Generationen von mobilen Anwendungen vorbereitet zu sein, sollten Unternehmen Techniken einsetzen, die die flexible Datenkommunikation zwischen allen beteiligten Systemen sicherstellen. Beim Datenaustausch sind Standards wie XML zu bevorzugen - das Unternehmen macht sich dadurch nicht von Herstellern abhängig und schafft eine einheitliche Basis zur Integration heterogener IT-Landschaften und Backend-Systeme. Weiterhin lassen sich mit Hilfe der XML-Technologie die Inhalte unabhängig von der Präsentationslogik verarbeiten. Multichannel-Publishing lässt sich dadurch genauso realisieren wie die Unterstützung künftiger Generationen von mobilen Endgeräten.

Sinnvolle Einsatzgebiete für mobile Lösungen gibt es genug: Anwendungen für den technischen Außendienst, Lösungen zur Vertriebsunterstützung, mobile Zeit- und Leistungserfassung sowie mobiler Zugriff auf Texte und Datenbanken sind nur einige Beispiele für den professionellen Einsatz. Maßgeschneiderte mobile Systeme versetzen beispielsweise den Außendienstmitarbeiter in die Lage, optimal auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Verkäufer haben alle wichtigen Daten bei Terminen parat und können so dem Kunden individuelle Angebote unterbreiten. Ein auf dem mobilen Rechner integrierter Routenplaner sowie Navigationssysteme zeigen dem Mitarbeiter die optimale Route zu seinen Kunden und warnen ihn vor Staus auf seinen Fahrten - so lassen sich mehr Kundenbesuche in kürzerer Zeit abwickeln. Trifft man den Kunden öfter, führt dies beinahe automatisch zu höheren Umsätzen. Auf diese Weise rechnen sich die Investitionen in eine mobile Geschäftslösung schnell. (ba)

*Christian Hastedt-Marckwardt ist Director Public Relations Products & Markets bei der Software AG in Darmstadt.

Angeklickt

Mit neuen mobilen Daten und Anwendungen erschließt sich die Unternehmens-IT eine immer größere Reichweite. Auf der anderen Seite bewähren sich Legacy-Systeme wie der Mainframe in vielen Unternehmen weiter als zentrale Schalteinheiten und Datenspeicher. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, beide IT-Welten zu verbinden. Techniken wie Corba, J2EE oder Web-Services bieten die Möglichkeit, bestehende Großrechnerapplikationen für den mobilen Zugriff zu öffnen.

Checkliste zur Umsetzung einer mobilen Infrastruktur

- Sind Ihre Daten mobil?

Die Anforderungen an den Außendienst ändern sich ständig. Grafiken und komplexe Dokumente werden künftig noch häufiger verwendet. Daher sollten Daten schon jetzt im XML-Format abgelegt sein, um Dokumente flexibel an die eingesetzten Endgeräte und die jeweiligen Applikationen anpassen zu können.

- Arbeiten Ihre Backend-Systeme bereits zusammen?

Kundenrelevante Daten werden von verschiedenen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens bearbeitet. Damit sich die Anbindung von Außendienstmitarbeitern effizient gestalten lässt, sind diese Systeme zunächst zu integrieren.

- Ist die Online-Anbindung der mobilen Mitarbeiter überhaupt notwendig?

Viele Unternehmensdaten ändern sich nur selten. Diese Informationen trotzdem bei jedem Zugriff online oder per Mobilfunk abzurufen verursacht unnötige Kosten. Prüfen Sie, welche Stammdaten sich auf dem mobilen Endgerät speichern lassen und welche Aktualisierungsperioden notwendig sind.

- Sind die Funknetze zuverlässig und überall verfügbar?

Prüfen Sie, ob ein flächendeckender Dienst für das Zielgebiet des Außendienstlers existiert. Wo lassen sich Wireless LANs mit herkömmlichem Mobilfunk kombinieren? Kritisch sind kleinere Städte sowie Hochhäuser mit Betondecken und viel Störstrahlung.

- Unterstützt die mobile Lösung auch zukünftige Gerätegenerationen?

Die Innovationszyklen für Handys, Smartphones und PDAs sind kurz. Verwenden Sie bei der Programmentwicklung offene Standards und flexible Integrationsarchitekturen, damit künftige Anpassungen an neue Endge räte und Zugangsverfahren ohne großen Aufwand zu realisieren sind.

Mobil in der Praxis

Außendienstmitarbeiter der ambulanten Pflege in Österreich erledigen beispielsweise ihre Leistungserfassung mit "Mobilefact" von der Software AG. Die integrierten Dienste umfassen die Kommunikation, die Zeit- und Leistungserfassung, die Einsatzsteuerung sowie das Ressourcen- und Qualitäts-Management. Mehr als 2000 Mitarbeiter tauschen so täglich unternehmensrelevante Informationen. Während zurzeit der Zugang zum System über WAP-Handys und HTML-Browser erfolgt, ist künftig auch die Unterstützung weiterer Arbeitsprozesse mittels Offline-Datenhaltung und eigener integrierter Geschäftslogik auf einem PDA möglich. In weitere Ausbaustufen des Systems sollen Daten aus dem Bereich des Qualitäts-Managements und Dienste weiterer Leistungsträger wie beispielsweise Krankenhäuser und Ärzte integriert werden. Das mobile Endgerät entwickelt sich so zur Schalt- und Informationszentrale für das Pflegepersonal.