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03.05.1985 - 

Auf der Hannover-Messe wird der Hersteller auch zum Anwender:

Mainframe-Trio in der IBM-CeBIT-Unterwelt

CW-Bericht, Stefanie Schopenhauer

HANNOVER - Den Weg in die DV-Unterwelt der CeBIT-Hallen finden nur wenige. Dabei würde so mancher Computerspezialist hier sicher mehr auf seine Kosten kommen als auf den Ausstellungsständen der Hersteller. Ein Rundgang der COMPUTERWOCHE durch das IBM-Rechenzentrum brachte beispielsweise ans Tageslicht, daß das Gebot der Stunde beim schnellen Auffahren hoher Rechnerleistung Improvisation heißt.

"Wenn ein Rechenzentrum dieser Größenordnung bei einem Kunden

installiert worden wäre, dann hätte das sicherlich ein ganzes Jahr in Anspruch genommen", meint Walter Bauer, der während der Hannover-Messe die großen IBM-Systeme überwacht. Da die ersten Vorbereitungen für den Ausstellungsbetrieb erst vier Wochen vor Messebeginn losgegangen seien, habe man die DV-Kapazität förmlich aus dem Boden stampfen müssen. Für die Systemprogrammierer der IBM bedeutete dies, daß sie häufig von einer Sekunde auf die andere umdisponieren mußten, erklärt Bauer. Dies habe gleichermaßen für die Leitungs- beziehungsweise Kabelverlegung, die Einspielung der unzähligen Anwendungsprogramme aus den verschiedensten Betriebssystem-Umgebungen und die Systemkonfigurierung gegolten. Da müßten beispielsweise die richtigen Einheiten an die richtigen Kanäle angeschlossen werden, was in Anbetracht der kurzen Aufbauphase nicht so banal sei, wie es vielleicht zunächst klinge.

Die Daten- und Textverarbeitung der IBM auf der Hannover-Messe wird nun über einen Großrechner vom Typ 3083-JX3 mit 32 MB, einer 4381-Maschine P02 mit 16 MB und einem Mainframe 4381-R02 mit 32 MB abgewickelt. Als Trägersystem für dieses Rechnertrio dient VM, darunter laufen die Betriebssysteme MVS und DOS/VSE ab. Dazu kommen diverse Steuereinheiten und an Plattenspeichern fünf "Stränge" 3370 und sechs "Stränge" 3880. Im Hinblick auf die 3380-Platten betont DV-Organisator Bauer, daß sich hier die frisch auf den Markt gekommenen D-Modelle im Einsatz befinden würden. Überhaupt sei es bei der Ausstattung ihres Messe-Rechenzentrums besonders darauf angekommen, modernste Technologie zu installieren. "Wir haben hier zum Beispiel zwei Schnelldrucker aufgestellt, die erst kurz vor Messebeginn weltweit angekündigt wurden." Es handele sich dabei um Stahlbandprinter vom Typ 4245/12 und 4245/20.

Von dem IBM-Messe-Rechenzentrum werden an die 300 Terminals versorgt, die sich sowohl am Ausstellungsstand, als auch im Pressezentrum sowie auf einem Sonderstand des Herstellers befinden. Die Frage, ob man denn wohl auch mit weniger DV-Power hätte auskommen können, bejaht Bauer: "Ich würde mich genauso wohl fühlen, wenn hier nur ein Rechner stehen würde." Der Systembetreuer gibt allerdings zu, daß ein Rechnerausfall auf der Messe nicht so tragisch wie in dem RZ eines Kunden sei.

Dennoch ist man in dem IBM-Rechenzentrum auf Sicherheit sehr bedacht. Einen "Publikumsverkehr", wie auf dem Ausstellungsstand, möchte man hier vermeiden, da der gewollte oder ungewollte Druck auf die Taste eines Gerätes verheerende Folgen haben könnte. Vorkehrungen hat man nach Aussage von Bauer auch insofern getroffen, als daß man einen Systemprogrammierer als Standbesucher miteinkalkuliert hat, der zwecks Störung des DV-Betriebs ganz bewußt in die falschen Tasten greift.