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Mainframe-Unix ist heute schon mehr als nur eine Vision

11.09.1992

Es ist müßig, der Frage nachzugehen, ob die Amdahl Corp. ihr "native" Mainframe-Unix besser-im Sinne von positiver-oder etwa weniger positiv im Bewußtsein der DV-Fachwelt hätte verankern können, wenn es in der endlosen Unix-Diskussion der letzten Jahre eine größere Rolle gespielt hätte. So läßt sich nur feststellen; Während sich die Debatte im Unix-Umfeld mal um dieses, mal um jenes Derivat, mal um dieses, mal um jenes Anbieterkonsortium drehte, entwickelte Amdahl-gewissermaßen in aller Stille - ihr UTS.

Amdahls Mainframe-Unix ist ein bereits in der Produktion einsatzfähiges Betriebssystem und wird von den Anwendern offenbar gut angenommen. Dazu von Amdahl Deutschland der neueste Trendbericht: An die zehn deutsche Anwenderfirmen, darunter Automobilbauer, ferner Forschungsinstitute, beispielsweise das DLR, das Max-Planck-Institut und das deutsche Krebsforschungszentrum, stehen bereits auf der Kundenliste.

Und der aktuelle Bedarf an Unix-Rechnerleistung steigt ständig. Aus diesem Grund, so Amdahl, steige auch das Interesse der deutschen Anwender. Dies hat-ein wenig später-auch der Marktführer erkannt, und Hitachi zog beim PRISM-Konzept nach.

Dem Mainframe-Unix-Pionier Amdahl wurden bereits konkrete Großprojekte übertragen, in denen UTS als Trägersystem einer kompletten kommerziellen Informationsverarbeitung fungiert. Seit mehreren Jahren ist AT°T im kommerziellen Bereich der größte Benutzer; und eines der großen US-Luftfahrtunternehmen praktiziert seit zwei Jahren transaktionsorientierte Datenverarbeitung unter UTS.

Es wird interessant sein zu beobachten, ob und in welchem Umfang sich der enge Zusammenhang zwischen der zunehmenden Verbreitung der Client-Server-Architekturen und der Verbreitung von UTS im Markt realisiert. Häufig wird argumentiert, gerade weil die DV-Landschaft in absehbarer Zukunft von einer Symbiose proprietärer und offener Systeme gekennzeichnet sein werde, habe Mainframe-Unix die besten Chancen, das Betriebssystem zu sein, unter dem der zentrale Mainframe als Server für die dezentralen Systeme fungieren wird.

Begründung: Der Workstation-Benutzer sei an einem Server interessiert, der ihm administrative und ähnliche Aufgaben, nicht aber die Kontrolle über seine Daten und Applikationen abnehme. Genau dies biete beispielsweise UTS. Es verfüge über sämtliche Strukturen, Funktionen und Programme, die auch auf der Workstation implementiert sind, und unterstütze dieselben Datei-und Datenbanksysteme.

Außerdem hätten so manche Leiter der zentralen Unternehmens-DV erkannt, daß sie gar nicht früh genug qualifizierte Kenntnisse über offene Systeme erwerben könnten. Denn mit dem Wachstum der dezentralen Systeme sehen sie Aufgaben neuer Art auf sich zukommen-etwa die Integration der Workstations, die unternehmensweite Festlegung von Standards, die Unterstützung der dezentralen Anwender und den Aufbau einer zentral gesteuerten Wartung. Darum sei für die DV-Zentralisten - so es sie noch gibt-der Betrieb eines offenen Server-Mainframes und der damit verbundene Know-how-Zuwachs ausgesprochen attraktiv.

Amdahl kann diese Argumentationskette-im Gegensatz zum Wettbewerb-nicht nur mit dem Hinweis darauf untermauern, die Chancen ihres Mainframe-Unix seien so gut, weil es einstweilen immer noch das einzige "produktionsfähige"am Markt ist. Auch wird dieser Anbieter es nicht unbedingt nötig haben, die von den Anwendern gezahlten normal kalkulierten Lizenzpreise als Beweis dafür heranzuziehen, daß UTS offenkundig einiges zu bieten hat.

Denn Amdahl hat einige Pfeile im Köcher, die sich als zielgenau erweisen dürften: So unterstützt UTS die von X/Open definierte X/A-Datenbankschnittstelle, und es stößt mit dem auf über 20 Plattformen implementierten Transaktionsmonitor "Tuxedo" das Tor zu einem wirklich komfortablen, Systemebenen überspannenden Client-Server-Computing auf. Das heißt im Klartext: Der Anwender erhält einen bis dato ungekannten Grad an Freiheit und Unabhängigkeit bei zugleich höchster vom Mainframe gewährleisteter Verfügbarkeit. Der Ansatz für neue IT-Konzepte auf der Basis einer sinnvollen funktionalen Synthese zwischen Industriestandard und Komiteestandard ist in Sicht.

Köhler-Frost & Partner Unternehmensberatung, Berlin