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08.03.1991 - 

Unisys setzt ganz auf offene Systeme

Mainframer braucht Unix- und PC-Geschäft zum Weiterbestand

08.03.1991

MÜNCHEN (jm) - Die Unisys Corp. hat zwei neue tragbare PCs, ferner ein neues Modell für die 800-PC-Linie sowie eine LAN-Workstation vorgestellt und darüber hinaus die Preise für Rechner und Peripherie der "Mikro"-Reihen 300, 500 sowie 800 teilweise stark reduziert.

John Mitchell, General Manager des Geschäftsbereiches indirekter Vertrieb/OEM, erklärte in einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE, daß sich Unisys neue Ziele gesetzt habe und seine Anstrengungen verstärkt auf Unix und auf verteilte Datenverarbeitung in Rechnernetzen konzentrieren werde.

Der Anteil der Mainframe-Systeme am Hardware-Umsatz von Unisys sei für Mainframesysteme mittlerweile auf unter 50 Prozent gesunken, mit dem Verkauf von Unix-Rechnern, Minis und PCs fahre man hingegen bereits über die Hälfte des Gesamtumsatzes ein.

Brancheninsider vertreten in diesem Zusammenhang schon seit längerem die Meinung, daß im Mainframe-Geschäft wegen der erdrückenden Dominanz der IBM Neukunden nicht mehr zu akquirieren seien und bei bestehender Großrechner-Kundenbasis wie der von Unisys nur noch mit Upgrade-Geschäften ein gewisser Umsatz generiert werden könne.

Um die Zeichen der Zeit zu nutzen, müsse man nach Ansicht von Mitchell die gesamte bisherige Unisys-Vertriebsstrategie umgestalten. Erklärt der Manager: "Unsere Verkäufer waren auf den Hardware- beziehungsweise Großrechnerverkauf spezialisiert. In Zukunft wird sich dieses Mitarbeitersegment verstärkt um Dienstleistungen kümmern müssen."

Außerdem brauche das Unternehmen zur Verfolgung seiner Unix-Pläne die Hilfe von Systemhäusern als Partner Mitchell meint damit vor allem Unterstützung bei der Entwicklung von Lösungen. "Früher waren das unsere Gegner."

Ähnliches gilt auch für den Vertrieb der PCs. Unter Nutzung der vorhandenen Großkundenbasis will Unisys verstärkt in den Markt des PC-Geschäfts eindringen. Allerdings strebe man keinen Direktvertrieb an. Vielmehr habe man eine spezielle PC-Vertriebsgruppe eingerichtet, die die Marktdurchdringung der Unisys-Produkte gewährleisten soll.

Preise für PC-Hardware wurden deutlich reduziert

Sie hat sich vor allem auf das Großkundengeschäft konzentriert und soll spezielles Wissen in PC- und Vernetzungstechniken bereitstellen.

Die eingebrachten Aufträge allerdings sollen in Zukunft nach Worten Mitchells "qualifizierte Systemhändler" abwickeln, die auch für die Kundenbedienung zuständig sein werden.

Zur Unterstreichung ihrer neuen Strategie und Ausrichtung auf offene Systeme, wie im Oktober 1990 dargelegt, präsentierte Unisys jetzt weitere PC-basierte Systeme. Außerdem senkte man die Preise für Hardware aus dem PC-Bereich teilweise erheblich.

Bei den beiden Tragbaren, die mit etwa 4 Kilogramm Gewicht nicht in die Kategorie der Notebooks fallen, handelt es sich zum einen um das Modell "Powerport 386SX1", das mit dem abgespeckten Intel-SX-Prozessor (20 Megahertz) - mit 16-Bit-Datenbus - ausgestattet ist, zum anderen um den "Powerport 386DX1" mit der echten 32-Bit-386-CPU (33 Megahertz).

Neben Akkus (zwei Stunden Stromversorgung), einem sich an unterschiedliche Netzspannungen anpassenden Netzadapter, Festplattenkapazitäten von 60 beziehungsweise 120 MB und einem 3?-Zoll-Diskettenlaufwerk bündelt Unisys die Tragbaren in der Grundkonfiguration mit Tragetasche, Maus sowie DOS 4.01 und Windows 3.0.

Wie auch beispielsweise von Compaq bei ihren "SLF"- und "LTE"-Modellen praktiziert, lassen sich die beiden Laptops über eine "Docking-Station" zu einem Desktop-Gerät ausbauen. Unisys bietet hierfür auch spezielle Anschlußmöglichkeiten für Großrechner und Abteilungssysteme via Modern oder die Erweiterungseinheit.

Mit dem neuen Arbeitsplatz-Rechner "Mikro 800/20C" erweitert Unisys ihre PC-basierte 800-Reihe. Der Tower-PC (386-CPU/20 Megahertz), standardmäßig mit 4 MB Arbeitsspeicher und acht Steckplätzen ausgestattet, kann bei maximal fünf Peripherie-Erweiterungsplätzen auf bis zu 2,8 GB Massenspeicherkapazität ausgebaut werden. Auch diesen PC rüstet Unisys mit Windows 3.0 aus. Einstiegssysteme des Mikro 800/20C sind ab etwa 12 500 Mark zu haben.

Besonderheit der neuen LAN-Workstation "LAN/386SX" ist ein sogenanntes Identitätsmodul, das durch eine Kupplung an der Bildschirmrückseite angedockt werden kann.

Es beinhaltet einen 386SX-Intel-Prozessor, den Hauptspeicher von 2 MB (maximal 8 MB), serielle und parallele Schnittstellen, drei Ethernet-Anschlüsse, das Video-Bios sowie einen Mausport. Die LAN-Workstation kostet mit Monochrom-Monitor in der Omninet-Version etwa 4900 Mark, als Token-Ring-Arbeitsplatz geringfügig mehr.

Schließlich verkündete Unisys auch noch Preissenkungen für die PC-basierten Mikro-Reihen 300, 500 und 800. Bei den Rechnern betragen die Preissenkungen bis zu 20 Prozent, bei Einzelkomponenten wie etwa Festplatten oder Hauptspeicher sowie Koprozessoren bis zu 50 Prozent.