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01.08.2006 - 

Kolumne

Man muss Kunden doch helfen - oder?

Den Begriff ,Audit‘ hören die Softwarehersteller gar nicht gern. Als Kontrolleure fühlen sie sich erst recht missverstanden. Diese Betrachtungsweise sei viel zu kurzsichtig, kritisieren sie unisono. Die entsprechenden Abteilungen bei Microsoft, Oracle, SAP und Co. würden vielmehr den Kunden helfen, ihr Lizenz- und Software-Management in den Griff zu bekommen, betonen Sie, um ihr hässliches Schnüffel-Image abzuschütteln.

Steve Ballmer, Lawrence Ellison und Henning Kagermann als hilfreiche Samariter, die nur auf das Wohl ihrer Anwender-Schäfchen bedacht sind? Nur schwer vorstellbar. Unter dem Strich geht es den Herstellern im täglich härter werdenden Wettbewerb nur um eines - nämlich Geld. Dazu passt, dass die Kontrollen häufiger werden und auch der Ton immer ruppiger wird. Forderungen nach Rückgabe von Lizenzen oder Drohungen, ganze Systeme abschalten zu müssen, sind keine Seltenheit.

Es ist unbestritten, dass die Hersteller ein Recht auf das ihnen zustehende Geld haben. Sie entwickeln mit hohem Aufwand komplexe Softwareprodukte und pflegen diese über einen langen Zeitraum. Unbestritten ist ferner, dass es unter den Kunden schwarze Schafe gibt, die nichts anderes im Sinn haben, als Programme entgegen allen Lizenzvereinbarungen in ihren Firmen auszustreuen. Dass den Anbietern dies ein Dorn im Auge ist und sie dagegen vorgehen, ist nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar ist jedoch das Gespinst aus Drohgebärden und Kriminalisierung, das die Hersteller über der Branche spinnen. Angesichts der komplexen und sich ständig ändernden Lizenzbedingungen wird es für Anwender immer schwerer, den Überblick über ihre Software zu behalten. Und bevor der Geschäftsführer hinter Gitter wandert, kauft er lieber ein paar Lizenzen mehr. Welcher Hersteller würde da nein sagen. Keinen Anbieter liegt etwas daran, den Nebel in den Lizenzbedingungen zu lichten.

Und während die Hersteller bei Unterlizenzierung Zeter und Mordio schreien sowie alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr Geld zu bekommen, tun sie bei Überlizenzierung der Kunden gar nichts. Wenn es ihnen um Aufklärung und Hilfe ginge, müssten sie auch hier aktiv sein. Er hätte ja schließlich besser aufpassen können. Rückgabe der Lizenzen? Nein - das geht nicht. Wenn man sich drei Wintermäntel gekauft habe, könne man ja auch nicht so einfach zwei wieder zurückgeben, wenn man sie nicht braucht, vergleicht ein Anbietervertreter süffisant. Der Kunde dürfe die Lizenzen an anderer Stelle einsetzen, so der gnädige Tipp. Auf diese Hilfestellung können die Kunden im Grunde verzichten.