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Gastkommentar


21.11.1997 - 

Man redet aneinander vorbei

Technologiefans prophezeien starkes Wirtschaftswachstum. Ursache: Computerproduktivität. Führende Ökonomen spotten darüber. Man redet aneinander vorbei. Wenn Computer die Produktivität nicht ankurbeln, dann sollten Unternehmen, die auf sie verzichten, genauso oder sogar besser dastehen als jene, die sie einsetzen. Doch die Sache hat einen Haken: Computerlose Firmen sind ausgestorben. Also ist IT auf jeden Fall eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und eventuell ein Mittel, einen Vorsprung zu gewinnen.

Auf Produktivität im akademischen Sinn kommt es dabei nicht an. Die Wirtschaftswissenschaftler richten ihr Augenmerk auf das Wachstum der Gesamtwirtschaft, von dem sie eine simple Vorstellung haben; es kann nur durch mehr Leistung pro Arbeiter - von ihnen als "Produktivität" definiert - entstehen. Dieser Begriff scheint zu schmalspurig gefaßt. Beispiel: Zwei konkurrierende Firmen mit jeweils zehn Mitarbeitern. Neue Technologie erlaubt beiden, ihre Produkte ohne Zusatzkosten doppelt so gut wie bisher zu machen. Ökonomen würden darin keine Produktivitätssteigerung sehen, da dieselben zehn Arbeiter denselben Produkttyp zu denselben Kosten herstellen. Wäre eins der Unternehmen achtlos an der neuen Technik vorübergegangen, hätte es aber eine fatale Schwächung riskiert. Der gängige Produktivitätsbegriff hilft Unternehmen demnach nicht weiter.

Und Cyberspace verheißt, oh Wunder, wiederum weit schnellere Wachstumsraten als die derzeitigen zwei Prozent jährlich, so Experten. Es wäre grandios, wenn sie recht hätten; eine Produktivitätssteigerung im orthodoxen Wortsinn wäre aber auch damit nicht unbedingt verbunden. Was Technik leistet, liegt teilweise auf einem anderen Feld.