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27.05.2007

MAN schließt Vergleich mit Daimler und erhält 370 Mio EUR

STUTTGART (Dow Jones)--Die MAN AG hat mit der DaimlerChrysler AG durch einen Vergleich einen seit Jahren anhängigen Rechtsstreit in den USA und Großbritannien wegen Bilanzfälschung beim britischen Lkw-Hersteller ERF beigelegt. Die Vereinbarung sehe vor, dass DaimlerChrysler über die US-amerikanische Tochter Freightliner in den nächsten Tagen einen Schadenersatz von 370 Mio EUR an MAN leiste, teilte der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern am Sonntag mit. Mit dem Vergleich seien weitere Instanzen in den aufwendigen Verfahren vermieden worden. "Durch den nun geschlossenen Vergleich vermeiden wir möglicherweise jahrelange Verfahren und die damit verbundenen Risiken", sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Automobilherstellers auf Nachfrage von Dow Jones Newswires. "Weil es entsprechende Rückstellungen gibt, beläuft sich die Ergebnisbelastung für DaimlerChrysler im laufenden Jahr auf unter 50 Mio EUR", sagte sie weiter. Im Frühjahr 2006, also vor dem Urteil in den USA hatten Verhandlungen von DaimlerChrysler und MAN um einen außergerichtlichen Vergleich zu keinem Ergebnis geführt. Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander, wie Dow Jones Newswires damals exklusiv von einer informierten Person erfahren hatte. MAN hatte DaimlerChrysler auf Schadenersatz von 300 Mio GBP wegen Bilanzbetrugs verklagt und in erster Instanz vor einem Handelsgericht in London gewonnen. Das Gericht verurteilte die kanadische Daimler-Tochter Freightliner Ltd zu einem Schadenersatz von mindestens 250 Mio GBP. Während die von DaimlerChrysler eingelegte Berufung lief, schöpfte MAN den Verdacht, dass der Stuttgarter Automobilhersteller Vermögen aus der Tochter heraus transferiert, um den Schadenersatz zu umgehen. Daraufhin wurde eine zweite Klage in den USA gegen die Mutter Freightliner LLC angestrengt, die MAN ebenfalls gewann. DaimlerChrysler habe "in betrügerischer Absicht" Vermögenswerte aus dem Unternehmen transferiert, so das erstinstanzliche Urteil eines Bezirksgerichts im US-Bundesstaat Oregon. Die zwölfköpfige Jury verhängte deshalb mit 350 Mio USD die höchste Strafe, die ein Gericht im Multnomah County jemals ausgesprochen hat. Bisher war dies eine Zahlung von 150 Mio USD gegen den Tabak-Konzern Philip Morris aus dem Jahr 2002 gewesen. Hintergrund ist der Bilanzbetrug beim britischen Lkw-Hersteller ERF. Diesen hatte MAN im Jahr 2000 von der kanadischen Western Star übernommen und später entdeckt, dass die Bilanzen systematisch manipuliert worden waren. Der Stuttgarter Automobilhersteller hatte Western Star zwar danach gekauft, ist den Richtern zufolge als Rechtsnachfolger aber schadenersatzpflichtig. Die Akquisition war unter dem damaligen Nutzfahrzeugvorstand und heutigen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche erfolgt. Später wurde das Unternehmen auf die kanadische Tochtergesellschaft Freightliner Ltd verschmolzen. DaimlerChrysler hatte die Verantwortung für die Vorkommnisse vor dem Einstieg bei Western Star stets abgelehnt und auch die Vorwürfe zum Vermögenstransfer zurückgewiesen. Sowohl in London als auch in den USA wollte der Stuttgarter Automobilkonzern bis in die letzte Instanz gehen. Im Geschäftsbericht hatte DaimlerChrysler allerdings eingeräumt, dass der vorläufige Schadenersatz von 250 Mio GBP "bei weitem die Netto-Vermögenswerte von Freightliner Ltd" übersteigt. Noch im Jahr vor der Übernahme hatte Western Star über vier Lkw- bzw Bus-Werke verfügt, in denen insgesamt fast 7.200 Lkw und 800 Busse vom Band liefen und so für einen Umsatz von rund 820 Mio EUR sorgten. Während die Produktion komplett in die Organisation der Muttergesellschaft Freightliner Llc integriert wurde, fungiert der Rechtsnachfolger von Western Star, die Freightliner Ltd mittlerweile nur noch als reine Vertriebsgesellschaft für den kanadischen Markt. Die Umorganisation fiel in die Amtszeit von Rainer Schmückle, der von Mai 2001 bis April 2005 President und CEO von Freightliner war und zurzeit Chief Operating Officer bei der Mercedes Car Group (MCG) ist. Webseite: http://www.daimlerchrysler.de http://www.man.de-Von Matthias Krust, Dow Jones Newswires, +49 (0)711 22874 12, matthias.krust@dowjones.com DJG/mtkmit der MAN AG einen

STUTTGART (Dow Jones)--Die MAN AG hat mit der DaimlerChrysler AG durch einen Vergleich einen seit Jahren anhängigen Rechtsstreit in den USA und Großbritannien wegen Bilanzfälschung beim britischen Lkw-Hersteller ERF beigelegt. Die Vereinbarung sehe vor, dass DaimlerChrysler über die US-amerikanische Tochter Freightliner in den nächsten Tagen einen Schadenersatz von 370 Mio EUR an MAN leiste, teilte der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern am Sonntag mit. Mit dem Vergleich seien weitere Instanzen in den aufwendigen Verfahren vermieden worden. "Durch den nun geschlossenen Vergleich vermeiden wir möglicherweise jahrelange Verfahren und die damit verbundenen Risiken", sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Automobilherstellers auf Nachfrage von Dow Jones Newswires. "Weil es entsprechende Rückstellungen gibt, beläuft sich die Ergebnisbelastung für DaimlerChrysler im laufenden Jahr auf unter 50 Mio EUR", sagte sie weiter. Im Frühjahr 2006, also vor dem Urteil in den USA hatten Verhandlungen von DaimlerChrysler und MAN um einen außergerichtlichen Vergleich zu keinem Ergebnis geführt. Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander, wie Dow Jones Newswires damals exklusiv von einer informierten Person erfahren hatte. MAN hatte DaimlerChrysler auf Schadenersatz von 300 Mio GBP wegen Bilanzbetrugs verklagt und in erster Instanz vor einem Handelsgericht in London gewonnen. Das Gericht verurteilte die kanadische Daimler-Tochter Freightliner Ltd zu einem Schadenersatz von mindestens 250 Mio GBP. Während die von DaimlerChrysler eingelegte Berufung lief, schöpfte MAN den Verdacht, dass der Stuttgarter Automobilhersteller Vermögen aus der Tochter heraus transferiert, um den Schadenersatz zu umgehen. Daraufhin wurde eine zweite Klage in den USA gegen die Mutter Freightliner LLC angestrengt, die MAN ebenfalls gewann. DaimlerChrysler habe "in betrügerischer Absicht" Vermögenswerte aus dem Unternehmen transferiert, so das erstinstanzliche Urteil eines Bezirksgerichts im US-Bundesstaat Oregon. Die zwölfköpfige Jury verhängte deshalb mit 350 Mio USD die höchste Strafe, die ein Gericht im Multnomah County jemals ausgesprochen hat. Bisher war dies eine Zahlung von 150 Mio USD gegen den Tabak-Konzern Philip Morris aus dem Jahr 2002 gewesen. Hintergrund ist der Bilanzbetrug beim britischen Lkw-Hersteller ERF. Diesen hatte MAN im Jahr 2000 von der kanadischen Western Star übernommen und später entdeckt, dass die Bilanzen systematisch manipuliert worden waren. Der Stuttgarter Automobilhersteller hatte Western Star zwar danach gekauft, ist den Richtern zufolge als Rechtsnachfolger aber schadenersatzpflichtig. Die Akquisition war unter dem damaligen Nutzfahrzeugvorstand und heutigen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche erfolgt. Später wurde das Unternehmen auf die kanadische Tochtergesellschaft Freightliner Ltd verschmolzen. DaimlerChrysler hatte die Verantwortung für die Vorkommnisse vor dem Einstieg bei Western Star stets abgelehnt und auch die Vorwürfe zum Vermögenstransfer zurückgewiesen. Sowohl in London als auch in den USA wollte der Stuttgarter Automobilkonzern bis in die letzte Instanz gehen. Im Geschäftsbericht hatte DaimlerChrysler allerdings eingeräumt, dass der vorläufige Schadenersatz von 250 Mio GBP "bei weitem die Netto-Vermögenswerte von Freightliner Ltd" übersteigt. Noch im Jahr vor der Übernahme hatte Western Star über vier Lkw- bzw Bus-Werke verfügt, in denen insgesamt fast 7.200 Lkw und 800 Busse vom Band liefen und so für einen Umsatz von rund 820 Mio EUR sorgten. Während die Produktion komplett in die Organisation der Muttergesellschaft Freightliner Llc integriert wurde, fungiert der Rechtsnachfolger von Western Star, die Freightliner Ltd mittlerweile nur noch als reine Vertriebsgesellschaft für den kanadischen Markt. Die Umorganisation fiel in die Amtszeit von Rainer Schmückle, der von Mai 2001 bis April 2005 President und CEO von Freightliner war und zurzeit Chief Operating Officer bei der Mercedes Car Group (MCG) ist. Webseite: http://www.daimlerchrysler.de http://www.man.de-Von Matthias Krust, Dow Jones Newswires, +49 (0)711 22874 12, matthias.krust@dowjones.com DJG/mtkmit der MAN AG einen

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