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24.11.1978 - 

Eröffnungsreferat zur "Ratio" in Friedrichshafen:

Man sprach vom Rationalisieren der Ratio

FRIEDRICHSHAFEN - Zum achten Male öffnete die RATIO in Friedrichshafen ihre recht kleinen Tore. Zum Auftakt sprach am Eröffnungsvorabend nach den Begrüßungsworten von Messe-Präsident Otto Hüni und OB Martin Herzog Professor Dr. Karl Specht von der Universität Erlangen/Nürnberg. Sein brisantes Thema: Rationalisierung und Humanisierung - Gegner oder Partner? Bis jetzt ist eine Partnerschaft noch nicht recht sichtbar. Doch der Direktor des Instituts für Empirische Soziologie strahlte etwas Hoffnung aus, wenn auch nur vorsichtige.

Nach seiner Überzeugung müseen dazu erstmal einige Voraussetzungen gegeben sein oder erst noch geschaffen werden:

- Anerkennung der Zielsetzungen des Unternehmens;

- optimale Technologie;

- wirtschaftlicher Einsatz aller Produktionsfaktoren;

- leistungsfähige und leistungsbereite Mitarbeiter und

- optimale Organisation

Doch dieses Verzahnen ineinander existiert oft nur in Diskussionen perfekt oder wird - im Gegenteil - mehr und mehr auseinandergerissen. Da hatte denn auch Specht zu Recht zu beklagen, daß zwar sehr viel über die Probleme der Neu- und Reorganisation der Büros diskutiert wird, dann aber doch kaum etwas als zumindest halberledigt abgehakt werden kann. Zu oft seien auch Erwartungen, Wunsche und Forderungen der beiden Seiten emotionell oder ideologisch eingefärbt

Specht "Hier wäre wohl schlichter, nüchterner Sachverstand angebrachter!" Auch die bei der Behandlung des Themas Rationalisierung/Humanisierung auftretenden Schlagworte mag er gar nicht, von den Verallgemeinerungen ganz abgesehen. Er verdammte zwar nicht die Breite der einzelnen Diskussionsgegenstande und deren Vielfalt "man sollte sie nicht unterschätzen" legte aber Betonung darauf, daß auch wie in anderen Fällen weniger mehr sei.

Im Vergleich: recht dünn

Die als Motto des Abends gestellte a Frage kann nach des Professors Meinung wohl nur so beantwortet werden, "daß Rationalisierung wie Humanisierung, wenn sie ihre jeweilige Zielsetzung erreichen wollen, dies nur dann bewerkstelligen können, wenn jeder Partner dem anderen bei seiner Aktivitat mithilft " Die Bestrebungen des einen seien Teil der Bemühung des anderen. Keiner könne sich um eine Rationalisierung in einem Zusammenhang bemühen, wenn er nicht die Faktoren Technik, Wirtschaft und die menschliche Arbeitskraft entsprechend in seine Überlegungen einbeziehe und auch behandle.

Diskussionen können auch nur ein Hinausschieben von Lösungen bedeuten - wer weiß das nicht. Specht betonte die Sorge um eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft, die wir ganz allein zu tragen haben und warnte eindringlich vor Trägheit: "Das ist das einzigste, was wir uns nicht erlauben können!"

Dieses Start-Referat anläßlich der RATIO war wie die Stimmung auf der fünf Tage dauernden Messe, nicht erhebend. So meinte zum Beispiel der Nixdorf-Geschäftsstellenleiter für den Bereich Freiburg und Umgebung, H. Milark, daß "die RATIO für die Region nicht unbedeutend sei, aber im Vergleich zu anderen Messen jedoch recht dünn." Dann ist die RATIO wohl doch nur für die überregionalen Aussteller "das kleine Fischchen vom Bodensee". Trotzdem - sie waren weit gehend präsent. Die Stimmen jedoch, die nach einem Zwei-Jahres-Rhythmus rufen, mehren sich. Dies wünscht sich zum Beispiel auch der Messe-Manager von CTM, Konstanz, Stefan Mahr: "Hier nur alle zwei Jahre die Stände aufzuschlagen, wäre gar nicht so dumm - viele denken so." Und einige sprachen sogar vom Rationalisieren der RATIO - es war gar nicht so witzig gemeint. Und was sprach der Branchenführer? IBM war nicht zu einer spontanen Aussage über den Verlauf der Messe zu bewegen .

Vorwiegend Nebel

Alles in allem ein Bild wie es rund um den Bodensee während der Messetage anzutreffen war - Nebel mit geringen Aufheiterungen: Die Mehrzahl der Aussteller machten doch nur Abschlüsse, die schon eine ganze Weile vorher zu 99 Prozent unter Dach und Fach waren.

*Andrea Dietrich ist freie Fachjournalistin