Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.12.1984 - 

CW-Umfrage zum Jahresende:

"Man stelle sich vor, alle Blumen blühten blau"

"Locker vom Hocker" gaben 33 Computer-Hersteller Auskunft über ihre Einstellung zu "Btx", Ihre Unix-Pläne und ihr Verhalten in einer vermeintlich von IBM dominierten DV-Welt. Die A

?

h besseres Eingehen auf Anwenderwünsche, noch bessere Beratung, noch niedrigere Preise - und nicht noch mehr Anbieter, um die Verwirrung nicht noch größer werden zu lassen.

Joachim Kempin

Geschäftsführer der Microsoft GmbH, Aschheim bei München

Zu Frage 1

"Inbegriff von nicht ergonomischer Software."

Zu Frage 2

Wir bleiben bei unseren alten Planungsannahmen, denn leider benutzen sie alle ein Wasserglas.

Zu Frage 3

Genau deshalb mögen wir den Macintosh von Apple.

Zu Frage 4

Kaum, also wird die IBM trotz Xenix eine Differenzierung anstreben.

Zu Frage 5

Ich würde mehr Ehrlichkeit und echte Beratung erwarten.

Dr. Jürgen Rolf Hansen

Communications/Public Relations NCR GmbH, Augsburg

Zu Frage 1

Zu viel, um es hier niederzuschreiben. Eine tolle Idee, an der etwas viel herumgemurkst wurde. Wird aber (hoffentlich) irgendwann ein "Renner". Wir haben nämlich einen wunderschönen PC mit integriertem Btx- und Bildplattenanschluß!

Zu Frage 2

Optimismus ist schön, harte Verkaufserfolge sind besser. Wir haben beides (von letzteren könnten es noch mehr sein). Also: 1985 höhere Produktion, noch weitere (aber qualifizierte) Handelspartner und neue Vertriebsbeauftragte.

Zu Frage 3

Natürlich - sie sehen fast alle gleich aus, können das gleiche, leisten das gleiche ... fast! Unterschiede sind vorhanden - ganz erhebliche beim Preis. Der Ideenwettbewerb ist da, wenn ich in unsere PC-Entwicklung schaue: Die haben immer wieder neue Anwendungen. IBM-Kompatibilität ist ja wohl ein "Muß", oder? Unser PC hat sie ganz und gar.

Zu Frage 4

Da wird sich auch Mother Blue schwertun, Unix abzuwürgen. Ist ja schon viel zu stark im Markt. Wir schwören auf Unix - was nicht ausschließt, daß man auch andere Betriebssysteme anbietet.

Zu Frage 5

Software, die wirklich komfortabel ist. Und Qualität, Leistungsbreite, Liefertreue. Danach laßt uns alle streben, brüderlich mit Hard- und Software.

Eberhard Färber

Geschäftsführer der PCS Periphere Computer Systeme GmbH, München

Zu Frage 1

Eine beschäftigungstherapeutisch hochwirksame Form des Bildschirm-Dialogs. Als Kommunikations-Medium zwischen DV-Anwendern ist Btx eher uninteressant, birgt jedoch einige Möglichkeiten für die Werbung. Positiv ist zu vermerken, daß es mit Btx eine genormte Schnittstelle mehr gibt (noch´n Standard).

Zu Frage 2

Unabhängig von IDC- oder Diebold-Prognosen: Wir werden die Produktion erhöhen. Wir suchen verstärkt Handelspartner. Wir stellen neue Verkäufer ein.

Zu Frage 3

PCS ist nicht im PC-Markt tätig. Dennoch: IBM-PC-Kompatibilität wäre allein deshalb für uns nie ein Thema, weil wir kein Interesse an einem veralteten Konzept haben, das den Stand der Technik vergangener Jahre widerspiegelt. Den heutigen Stand der Technik zeigt Apples Macintosh, von dem wir alle lernen können.

Zu Frage 4

Zunächst einmal: Die Unterscheidung in eine IBM-Welt und eine Unix-Welt ist nicht stimmig, weil die Nicht-IBM-Welt nicht nur aus Unix besteht und Unix durchaus Spuren in der IBM-Welt hinterlassen hat. Ein Ende der Kundenverdummung ist bei der IBM schon abzusehen, zunehmend wird auch hier der Weg zu praktikablen Benutzerschnittstellen gegangen. Die Akzeptanz von Unix ist - entgegen Ihrer Behauptung - bei den Anwendern, die unmittelbar mit Unix in Berührung kommen, nämlich den Programmierern, voll vorhanden.

Die Frage der Akzeptanz von Unix bei den Endbenutzer ist überhaupt keine, weil es denen gleich ist, unter welchem Betriebssystem ihr Anwenderprogramm läuft. Auch die Behauptung, die IBM diktiere nach Belieben das Marktgeschehen, ist eine unangemessene Übertreibung. Die Marktstärke der IBM erklärt sich unter anderem aus der Angst ihrer RZ-Kunden, ihre Klima-Anlagen und doppelten Fußböden zu verlieren und aus der großen Zahl jender, die jede PC-Clownerie mitmachen.

Zu Frage 5

Wir brauchen uns nicht in die Lage der Anwender zu versetzen, weil wir selber Anwender unserer Computer sind. Auf jeden Fall haben wir an uns sehr hochgespannte Erwartungen. Konkret: ausgereifte Anwendersoftware mit moderner Bedieneroberfläche. Bei PCS heißt das für 1985: CAD- und CAP-(Computer-Aided-Publishing-)Workstations mit Window- und Maus-Technik.

Peter Steding

MAI Deutschland GmbH

Zu Frage 1

Es war wohl unumgänglich, die im PC oder Bildschirm vorhandenen 80 Zeichen pro Zeile auf 40 umzubauen, sie auf Umwegen in einen Computer zu schicken und sie dort wieder mit 80 Zeichen pro Zeile für den Rechner verständlich zu machen, damit die Bundespost endlich den Preis für das D1200S von hundertsechsunddreißig Mark pro Monat auf fünf (oder werden es doch noch zehn?) ermäßigt. Wer hat wohl letztlich daran verdient?

Zu Frage 2

Wir schmeißen die CW nicht weg - wir geben sie in Umlauf. So trägt keiner die Verantwortung. Und zum Optimismus der Studie: Grundsätzlich läßt sich der Absatz von PC spielend vervielfachen, wenn man die Abnehmer ausreichend motiviert, als Endlager zu fungieren. Dazu muß sich das Verkaufsgespräch nicht mal grundlegend ändern: Lediglich die Bedeutung der Ablage muß hervorgehoben werden. Und in der Argumentation stehen dann eben nicht Kilos und Megas im Vordergrund, sondern die simple Stückzahl-Kapazität des dezentralen PC-Lagers.

Zu Frage 3

IBM-PC-Kompatibilität halten wir für ungemein wichtig: Da wir jeden IBM PC - und damit natürlich auch alle Kompatiblen - MAI-kompatibel machen wollen, ist es für jeden PC-Käufer wichtig, auf Kompatibilität zu achten, damit ihm dieser Weg in Interesse langfristiger Wirtschaftlichkeit nicht verbaut ist.

Zu Frage 4

Zunächst: Mit Unix ist man genauso hardwareunabhängig wie mit CP/M: Im Prinzip läuft alles, im Detail nichts. Aber schließlich sind wenigstens die Kommandos weitgehend identisch, auch wenn die Funktionen gelegentlich unterschiedlich sind. Unix fehlt schließlich nur die Akzeptanz, weil die Anpassung der Anwender an Unix noch unvollständig ist. Übrigens: IBM diktiert nicht das Marktgeschehen, sondern legt nur (Industrie-)Standards fest - mit VM/370 für PC, PC/XT, XT/AT, AT/NT... Denen können sich die Alternativen der DV-Szene genauso entziehen wie die Grünen der Mehrwertsteuer.

Zu Frage 5

Bei Bauherrenmodellen und Schrottkähnen für die Südsee weiß heute jeder Investor, welchen Glauben er den Versprechen der Lieferanten schenken kann. Als zukünftiger EDV-Anwender wünsche ich mir die gleiche schonungslose Offenheit von allen Computer-Anbietern.

Dr. Eberhard Rauch

Geschäftsführer der SCS Technische Automation und Systeme GmbH, Hamburg

Zu Frage 4

Wer an der wichtigsten Konferenz zum Thema Unix, dem Uniforum, in den letzten Jahren teilgenommen hat, konnte feststellen, daß sich die Konferenzteilnehmer vom "Hackertyp" zum smarten Businessman gewandelt haben. Unix ist geschäftsfähig geworden.

Als erste haben die amerikanischen Marketingleute entdeckt, daß sich ihren Hardwareprodukten durch Unix neue Marktchancen eröffnen. Von den USA wanderte diese Erkenntnis über Westeuropa zu uns nach Deutschland. In Frankreich zum Beispiel setzen große Kreditinstitute, die eher als konservativ eingestuft werden können, bereits auf Unix. Es ist interessant, daß auch in der Bundesrepublik Deutschland Unternehmen des Finanzbereiches erste Entscheidungen in Richtung Unix gefällt haben.

Für den deutschen Markt wird das Jahr 1985 den Durchbruch für Unix bringen. Praktisch alle namhaften Firmen werden - soweit nicht bereits geschehen - mit eigenen Unix-Systemen auf dem Markt erscheinen, so zum Beispiel Siemens, Nixdorf, TA und andere. Die ausländischen Hersteller (Burroughs, Data General, DEC, Honeywell Bull, HP, ICL, NCR, Sperry) sind schon etwas weiter und bauen inzwischen ihre Service-Einrichtungen aus. Selbst die IBM kommt mit PC AT unter Xenix, wobei man sich abgewöhnen sollte, zwischen Unix und Xenix beziehungsweise ähnlichen Systemen künstlich Unterschiede aufzubauen, die in dem Maße gar nicht vorhanden sind.

Im übrigen sollte man nicht vergessen, daß den Anwender - und nur er bestimmt, ob sich ein System durchsetzt oder nicht - primär nicht das Betriebssystem, sondern das Preis/ Leistungs-Verhältnis seiner Software interessiert. Das heißt, die entsprechende Anwendersoftware muß verfügbar sein, und daß dies der Fall sein wird, ist wahrscheinlich, denn fast alle großen Softwarehäuser entwickeln zur Zeit Anwendungssoftware unter Unix.

Man kann nicht einfach sagen, daß IBM das Marktgeschehen diktiert. Präziser muß es heißen: Was sich Neues tut, wird zur Zeit noch eindeutig auf dem US-Markt bestimmt.

Durch die zunehmende Generalisierung der Kommunikations-Standards steigt für alle Anbieter die Chance, sich in IBM-Netzwerk-Strukturen einzuhängen. Man kann sagen, daß Unix-Systeme hier eine wichtige Funktion erfüllen.

Die horizontale und vertikale Flexibilität des Computeranwenders wird durch Unix erhöht, das heißt er kann seine Anwendungssoftware sowohl auf verschieden großen Rechnern als auch auf Rechnern verschiedener Hersteller einsetzen.

Ein "Gesetz" in der Volkswirtschaft besagt, daß der Aufbau besonders großer Marktmacht automatisch ab einem bestimmten Zeitpunkt Gegenkräfte mobilisiert, die sogenannten "countervailing powers". Man kann Unix als das Symbol dieser Gegenkräfte gegen eine übermächtige IBM-Welt sehen. Die Aussichten, daß sich hiermit eine ernsthafte Kraft aufbaut, sind besonders gut, da Unix von einem anderen internationalen Finanzgiganten unterstützt wird.

Wie funktionsfähig der Markt ist, zeigt sich darin, daß im Falle Unix es die IBM war, die jetzt reagieren mußte.

Guenter H. Krauss

Geschäftsführer der Rair Computer GmbH, Köln

Zu Frage 1

Zuerst viel gute Presse und viel Enthusiasmus, jetzt immer weniger gute Presse und immer weniger Enthusiasmus. Ferner erlaubt der Bereich Bildschirmtext die wildesten Spekulationen, die - je nachdem, von welcher Seite sie kommen - anders ausfallen.

Für den Computeranbieter ist es nötig geworden, auf die Frage nach Btx "Ja" zu sagen und ein entsprechendes Angebot vorzulegen, gekauft wird jedoch nur in sehr seltenen Fällen. Woran das liegt, überlasse ich gerne weiteren Spekulationen.

Für Rair erscheint die Zukunft von Btx mehr in der Installation von Abfrage- und Bestellsystemen für den Privatmann als bei der Verwendung als Kommunikationsmittel zu liegen.

Zu Frage 2

Die Prognosen der Marktforscher über Mikrocomputer zeichneten sich bisher ständig durch kurzfristigen Wechsel der Aussagen aus. Prinzipiell sind alle Zukunftsaussichten optimistisch, obwohl das Warten auf den "Boom" immer mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Zu Frage 3

IBM-PC-Kompatibilität als einziges Argument tötet die Triebfeder der Mikrocomputerszene, nämlich die Innovation. Kompatible haben starke Argumentationsschwierigkeiten, denn das Argument "Ich bin auch gleich!" induziert nicht die Meinung "Ich bin besser, oder ich kann mehr". Der deutsche Anwender kauft einen PC, weil er das Produkt als Arbeitsmittel sieht, das definierte Aufgaben zu erfüllen hat. Kann das erreicht werden, ist die Frage nach der Kompatibilität unwichtig geworden. Keiner von uns kauft sich einen Anzug von Dior, weil er kompatibel zu den Knöpfen von C&A ist.

Zu Frage 4

Das Schöne an Unix ist, daß die Diskussion darüber schon seit Jahren geführt wird. Unix-Spezialisten als Freaks zu bezeichnen, trifft nicht den Kern der Sache. Vielmehr hat in der Bundesrepublik Bedeutung, daß ein Großteil der Mitarbeiter der Mikrocomputerszene aus dem Mainframebereich kommt und deshalb an komplexe Betriebssysteme gewöhnt ist. Der Wunsch, auf dem Billigcomputer nun das zu erreichen, was die Mainframe-Anlage kann, ist sehr ausgeprägt.

Die Unix-Anbieter müssen erst einmal dafür sorgen, daß die Programmierer dieses komplexe Betriebssystem beherrschen. Folglich werden sogenannte Entwicklungsmaschinen verkauft. Leben können die Hersteller aber nur von den sogenannten Applikationsmaschinen, die beim Endanwender stehen.

Zu Frage 5

Als Anwender würde ich 1985 erwarten, daß endlich klare Aussagen über die Leistungsfähigkeit der Mikrocomputer getroffen werden. Vielleicht findet sich doch jemand, der den Begriff PC erklären kann. Vielleicht findet sich auch ein Profi, der begreift, daß der PC ein "Productivity-Tool" und keine "eierlegende Wollmilchsau" ist. Vielleicht raffen sich die PC/MC-Verkäufer auf, die Produktkonzeption und Leistungsfähigkeit der Mikros zu verstehen, um das ständige "Overselling" zu bremsen und damit den "Perma-Frust" vieler Anwender zu vermeiden.

Wolfgang Mudter

Software AG, Darmstadt

Zu Frage 1

IBM, die Post und "Wau" Holland vom Hamburger Chaos Computer Club.

Zu Frage 2

Optimistische Prognosen sind immer gut. Sollte die CW-Umfrage gar den Anwender mit einem durchgängigen organisatorischen Konzept für die Integration des Mikros in seine DV-Strategie entdeckt haben, bitten wir um dessen Anschrift. Wir würden ihm gerne unser "Natural/Connection" verkaufen.

Zu Frage 3

Wir sorgen für Ideen im Softwarebereich.

Unsere Softwaresysteme nehmen mit IBM-, IBM-kompatibler-, Siemens- und DEC/VAX-Hardware vorlieb. Dabei überlassen wir die Hardware-Wahl ganz unserem Anwender. Seine Adabas-Datenbanken und DV-Anwendungen in Natural nehmen ihm einen Wechsel nicht übel. Sie funktionieren einfach weiter!

Zu Frage 4

Wessen Unix-Version sollte denn jetzt bei den Anwendern akzeptiert werden: AT&T-Unix, Xenix, die Berkeley-Unix-Version oder gar Cromix?

Daher: Die Assoziation "Freaktum - Unix" wird demnächst wohl durch IBMs Unix-Version beendet werden; vermutlich damit dann auch die Idee der Hardware-Unabhängigkeit.

Zu Frage 5

Gute Kondition und Durchhaltevermögen.

Dr. Reinhard Veelken

Siemens Aktiengesellschaft München, Bereich Datentechnik

Zu Frage 1

"Gut Ding will Weile haben". Der Btx-Dienst mit seinen nach wie vor nahezu einhellig positiv beurteilten Möglichkeiten ist bundesweit nutzbar - in besserer Qualität als ursprünglich geplant - internationale Verknüpfungen stehen bevor.

Lediglich einige Prophezeiungen über die Teilnehmerzahlen sind nicht eingetroffen. Zahlen für die Entwicklung eines derart komplexen Projektes konnten nach unserer Beobachtung noch nie exakt vorhergesagt werden. Was soll´s also? Die Entwicklung gibt aus unserer Sicht keinen Anlaß zu Kassandrarufen:

Bildschirmtext hatte im November (Stand 12. 11. 84) 3195 Anbieter mit 24 externen Rechner, 18 457 Teilnehmer insgesamt, mit 19 596 Anschlüssen. Der Oktober brachte den stärksten monatlichen Zuwachs, den es bei Btx bisher gab (Quelle: Statistik "Bildschirmtext aktuell" 108/84).

Eine Reihe von Großanbietern beziehungsweise -anwendern (Banken, Großhändler, Verbände, Verwaltungen und so weiter) realisieren zügig ihr Angebot beziehungsweise eine umfassende Btx-Versorgung (Btx als Datenfernverarbeitung). Büroorganisatoren aller Art versprechen sich, wie deren lebhaftes Interesse zeigt, viel von Btx. Die Nachfrage nach unseren Kompaktgeräten (Bitel) ist groß. Wir sind deshalb sicher: "1985 wird ein Btx-Jahr."

Zu Frage 2

Wir sehen das stärkste Wachstum der kommenden Jahre im Personal-Computer-Markt. Nach einem Jahr der intensiven Vorbereitung können wir ´85 dem Markt ein breites Produktspektrum anbieten. Darauf sind Produktion und Vertrieb ausgerichtet.

Zu Frage 3

Eine zu große "Gleichheit" der Produkte ist aus unserer Sicht nicht gegeben und auch kein Problem für den Anwender. Im Gegenteil. Die gegebene Kompatibilität lockert den "Systemzwang" und führt so zu einem breiteren Angebot mit dem Vorteil für den Anwender, seine Ausrüstung nach den für ihn wichtigsten Kriterien auszuwählen - nach Leistung und Preis der Produkte und der "Überlebensfähigkeit" ihres Herstellers. Was nützen denn dem - auf die gekaufte Anlage angewiesenen - kommerziellen Anwender ein paar gesparte Hunderter, wenn er weder mit schneller Störungsbeseitigung noch mit zuverlässiger Wartung sowie mit langjähriger Ersatzteilgarantie rechnen kann und seine Anwendersoftware selbst - ohne das Know-how eines erfahrenen Partners - suchen, auswählen und einsetzen muß.

Zu Frage 4

Sind denn die größten Hersteller jetzt Freaks, weil auch sie an Unix offenbar nicht mehr vorbei konnten? Und außerdem: Wenn im PC-Bereich stärkere Prozessoren verfügbar sind, ist Unix erst recht das richtige Betriebssystem.

Zu Frage 5

Als Anwender würde ich von den maßgebenden Herstellern der Produkte für die Bürokommunikation ein klares, für "Kommunikation" - auch unter Wettbewerbsprodukten - offenes Produktkonzept und dessen informative vertriebliche Präsentation erwarten. Deshalb verstärkt der Siemens-Unternehmensbereich Kommunikation- und Datentechnik auch im kommenden Jahr weiter seine Aktivitäten, durch die solche Erwartungen erfüllt werden können. Als Siemens-Anwender würde ich zudem erwarten, daß die 7.500-Familie im oberen Leistungsbereich erneut Zuwachs bekommt.

Heinz Heimberg

Leiter Vertriebsunterstützung Tektronix GmbH, Köln

Zu Frage 1

Btx ist nicht unser Business.

Zu Frage 2

Der PC-Markt macht den Anwendern die Computergrafik im Lowcost-Bereich möglich. Das bedeutet für uns ein zusätzliches Geschäft mit Ink-jet-Kopierern.

Zu Frage 3

Wir scheuen uns absolut nicht zu behaupten, IBM-kompatibel zu sein.

Zu Frage 4

Im technisch-wissenschaftlichen Bereich diktiert IBM das Marktgeschehen noch nicht. Das Betriebssystem der intelligenten Workstation wird auch morgen noch Unix heißen.

Zu Frage 5

Nachdem auch Neckermann und Karstadt in den Computer-Vertrieb einsteigen, wird sich in diesem Bereich das Interesse mehr auf das Softwareangebot konzentrieren. Das wird vom Anwender erwartet.

Fritz Jörn

Marketingleiter Tandem Computers, Frankfurt

Zu Frage 1

Persönlich: Mühsames Editieren, Quadrophonie. Aber im Firmen-Ernst: Tandem macht voll mit - und hat soeben ein Btx-Paket auf den Markt gebracht!

Zu Frage 2

Dr. Richard Byrne prophezeit, daß in fünf Jahren in jeder amerikanischen Garage ein PC stehen wird. Auf Deutschland abgewandelt: Auf jedem Dachboden ein Homecomputer (Stapel alter CW). Denn dort landet einmal alles alte Spielzeug. Aber bevor es altes Spielzeug wird, muß es ja einmal neues Spielzeug gewesen sein. Jetzt wieder ernsthaft: In allen Bereichen professioneller Arbeitsplätze ist der Arbeitsplatzcomputer in Zukunft nicht mehr wegzudenken. Aber so sinnlos wie zentrale DV für Einzelpersonen ist, so sinnlos ist DV für das Gesamtunternehmen an isolierten X-Platz-Systemen.

Zu Frage 3

Wir halten es bei unseren Arbeitsplatzcomputern mit der IBM-PC-Kompatibilität. Bloß IBM hält´s damit nicht - man hätte sich nach PC XT doch kompatible YT und ZT vorgestellt, nicht aber AT. Da geht das Spiel ja von vorne wieder los...

Über die Kompatibilität und den Preis hinaus gibt es immer noch genug Möglichkeiten, sich zu unterscheiden.

Zu Frage 4

Wir in der Computerindustrie haben den verdutzten Entscheidern mit Etat für EDV ja schon öfter was vorgemacht. Zur Zeit ist es die Unix-Shell. Aber wie jeder Auster sieht man ihr den Inhalt nicht an: Ist es eine Perle, ist es C oder nur ein feiner Duft? Das US-Department of Defense verlangt die Programmiersprache C. Die wird kommen - und eine Programmiersprache ist, bei klarer Beschränkung auf Batch-Aufgaben ohne Datenbankzugriffe, siehe Cobol, auch so ziemlich die einzige Software, bei der man ehrlich von Kompatibilität reden kann. Ein Stapel-Cobol-Programm ist eben echt portabel, die paar Betriebssystembefehle zu dessen einmaliger Übersetzung und zum Aufruf sind gegenüber möglichen Inkompatibilitäten im Programm selbst (Terminalzugriff, Datenzugriff) vernachlässigbar. Moderne Anwendungen sind aber geprägt durch: vorne Bildschirmmasken und hinten Datenbankzugriffe. Und weil hier die Kompatibilität, auch von Unix, aufhört, kommt es mir vor, als ob einer alle PC zueinander für betriebs-kompatibel erklärt, weil immer beim Einschaltknopf oben "Ein" ist.

Bei Online-Anwendungen kann man sich Kompatibilität abschminken, innerhalb und außerhalb der IBM-Welt.

Zu Frage 5

Saubere Argumente mit CS (Common Sense) und mehr Argumente auf den Fluß der Daten, statt auf deren scheinbare Verarbeitung; eben Argumente á la "Informations-Logistik von Tandem".

Mein größter Wunsch, persönlich, aber als ceterum censeo: Daß die Post liberalisiert, interne Modems aller Art freigibt (jeder Schukostecker fürs Bügeleisen ist gefährlicher und wird legal im Kaufhaus feilgeboten). Daß PC auch ohne Btx-Decoder zeilenweise an die Informationen vom Btx herankönnen, dabei aber endlich mit strengen Bildungsvorschriften für Paßwörter, schon damit die Journalisten weniger über Einbrüche und Hackereien zu berichten haben. Ein vom Benutzer frei gestaltbares Paßwort ist wie der Hausschlüssel unter der Fußmatte.

Bruno Riemer

Leiter Vertrieb DV-Systeme

Dieter Schlosser

Leiter Vertrieb Mikrocomputer-Produkte Sperry GmbH Informationssysteme, Sulzbach/Taunus

Zu Frage 1

Derzeit denke ich an viele schöne Bilder, in der Zukunft hoffe ich auf möglichst qualifizierte Anwendungen, die praxisnah und endverbraucherfreundlich sind.

Zu Frage 2

Wir werden den Ausbau unseres Vertriebs durch qualifizierte Partner konsequent fortsetzen. Zur Forcierung des Neugeschäfts wurde eine eigene Vertriebsorganisation aufgebaut. Dafür wurden zusätzliche Vertriebsmitarbeiter für den direkten und indirekten Vertrieb eingestellt.

Zu Frage 3

Für den normalen Endanwender ist es wünschenswert, Lösungen im Markt zu finden, die einfach und nutzerfreundlich sind und geeignete Schnittstellen zueinander aufweisen. Der kreative Rahmen darf dabei nicht zu sehr begrenzt werden, deshalb darf die Devise nicht "IBM-Kompatibilität über alles" lauten. Trotz IBM-Kompatibilität ergeben sich Möglichkeiten, eigene Lösungen "draufzusetzen".

Zu Frage 4

Unix wird sich als ein weiterer wichtiger Marktstandard entwickeln, und zwar im gleichen Maße von den Endanwendern akzeptiert wie es Anwendungslösungen mit Unix gibt. Die hohe Portabilität wird ein entscheidendes Kaufkriterium sein.

Zu Frage 5

Innovative Lösungen im Bereich der Anwendungen und fortschrittliche Hardware, das heißt, daß die Computer-Anbieter ganz entscheidende Schritte in Richtung einer Verknüpfung und Integration bisher weitgehend getrennter Anwendungsbereiche, wie PC, Bürokommunikation, neue Postdienste und klassische Mainframe-Anwendungen, durch die Schaffung von Industriestandards und Standardschnittstellen unternehmen.

Der Computer-Anbieter sollte sich nicht als reiner Hardware-Lieferant sondern als Problemlöser verstehen, der für die Anforderungen des Anwenders eine integrierbare Lösung anbietet und auch bereit ist, für deren Realisierung Verantwortung zu übernehmen.

Dieter Baszista

Geschäftsführer der Wang Deutschland GmbH, Frankfurt

Zu Frage 1

Flop oder nicht Flop - das wird die Frage der nächsten zwölf Monate auf dem Btx-Feld an die Bundespost sein. Jedenfalls sind die Prognosen vor bundesweitem Marktantritt bereits wenige Monate nach dem Start um einige Hundert Prozent unterschritten worden. Sprach man noch im Frühjahr 1984 von einer Million Privatanwendern Ende 1985, so wurden jetzt kleinere Brötchen gebacken. Deutlich wird: Die Computeranbieter profitieren von dieser Btx-Entwicklung. Der einzig erkennbare Nachfragetrend liegt bei semiprofessioneller und professioneller Anwendung von B