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12.08.1994

Managed-Router-Service von Inas fuer die internationale Kommunikation Netzwerk als Herausforderung fuer Anwender und Dienstleister

Die Grossen fressen die Kleinen. So lautete vielerorts der Kommentar, als vor wenigen Wochen die Veba AG 70 Prozent des Netzbetreibers Inas GmbH erwarb - fuer den Duesseldorfer Mischkonzern mit starken Ambitionen in der Telekommunikation ein nach Expertenmeinung wichtiges Standbein. Dietger Kruschel* beschreibt am Beispiel der Panasonic Deutschland GmbH, warum. Die Hamburger Tochter des japanischen Elektronikriesen Matsushita baut auf die deutschlandweiten und neuerdings auch internationalen Services der Frankfurter Netzspezialisten; und zwar schon seit der Zeit, als alles in der Informatikabteilung der BfG Bank begann.

Markterfolg, vor allem in der Unterhaltungselektronik, hat auf Dauer nur, wer mit guten Produkten regelmaessig und stets rechtzeitig in den Regalen des Gross- und Einzelhandels praesent ist. Auch Klaus Koeppen, General-Manager Information Systems bei Panasonic in Hamburg, weiss: "Wenn Kunden das gewuenschte Geraet im Laden nicht finden, gehen sie nach nebenan." Der Druck des Marktes erfordert daher optimale Kommunikationsmoeglichkeiten zwischen dem Vertrieb beziehungsweise den einzelnen Laegern und der Zentrale.

Naheliegend war hier fuer die verantwortlichen IT-Manager bei Panasonic schon vor Jahren die Anbindung der einzelnen Standorte an die Hewlett-Packard-Rechnerwelt der Hamburger Hauptverwaltung ueber oeffentliche Standleitungen. Dabei gab es, wie Gert Kofod, Systemprogramm-Manager bei Panasonic, die Ausfuehrungen seines Chefs ergaenzt, "technisch nichts auszusetzen, allein die Hoehe der monatlichen Rechnungen hat uns gestoert".

Bei der Suche nach Moeglichkeiten zur Kostenreduktion machte die BfG Bank AG ein interessantes Angebot. Darin versprachen die Informatiker des Frankfurter Bankhauses den gleichen Datenservice bei erheblich reduzierten Kosten - was letztlich auch den Ausschlag dafuer gab, einem privaten Carrier das Vertrauen zu schenken. Sechs Monate lang wurde die Zuverlaessigkeit des Netzes auf die Probe gestellt. Das Ergebnis ueberzeugte. Informatikchef Klaus Koeppen: "Unsere Erwartungen in puncto Kostenreduktion waren realistisch. Immerhin konnten wir bereits in der Testphase rund zehn Prozent einsparen - eine Summe, die sich nach der Umstellung nochmals erhoehte."

Am 1. Januar 1992 formierte sich die Informatikabteilung der BfG Bank dann als Inas (International Network Application Service) GmbH in Frankfurt. Mit dem "Drive" eines neugegruendeten Unternehmens wurde auch der Service ausgeweitet - was insbesondere fuer das Angebot eines One-Stop-Shoppings gilt, also die Erledigung aller Formalitaeten mit Behoerden bis hin zur Verantwortungsuebernahme fuer die Standleitung zur Anbindung der Niederlassungen an den jeweiligen Inas-Netzknoten.

Das bundesweite Netz von Panasonic hat eine zentrale Struktur, das heisst, die rund 600 Anwenderterminals der HP3000-LANs in den Niederlassungen Berlin, Hamburg, Leipzig, Muenchen, Stuttgart, Wiesbaden und Duesseldorf sind sternfoermig ueber das Inas-Netz mit der Hauptverwaltung in Hamburg verbunden. Kommunikationsintensive Anwendungen fallen dabei insbesondere in den Bereichen Auftragsbearbeitung, Lagerverwaltung und Berichtswesen an. Alle LANs sind ueber Multiprotokoll-Router via Standleitung mit dem naechstliegenden Inas-Netzknoten gekoppelt. Als Alternative bei einem Ausfall dieser Leitungen sind die Router zusaetzlich ueber ISDN-Waehlleitungen erreichbar.

Mit dem eigentlichen Netzbetrieb, bestaetigt Netzmanager Koeppen, hat man bei Panasonic bis dato keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Frankfurter Outsourcing-Spezialisten reagieren, so Koeppen, erfreulich schnell, und das Netzwerk-Management einschliesslich der Router-Wartung funktioniere "reibungslos". Ein Netzausfall, wenn auch nur fuer wenige Stunden, waere identisch mit der Einstellung des Geschaeftsbetriebes - eine Vision, die sich auch bei Panasonic niemand vorstellen mag.

Die redundante Auslegung des Inas-Backbone mit Datus-Rechnern der Serie "5810" fuer Uebertragungsraten bis zu 2 Mbit/s kommt hier der unabdingbaren Forderung nach Ausfallsicherheit entgegen. Darueber hinaus schaffen Lastverteilung und ein unterbrechungsfreies Backup-Routing in Form von End-zu-End-Kontrollen ein zusaetzliches Sicherheitspolster. Das unterhalb dieser Ebene angesiedelte Traegernetz ist fuer Uebertragungsgeschwindigkeiten von 64 Kbit/s konzipiert, wobei Backbone- und Traegernetz so stark vermascht sind, dass ein unterbrechungsfreier Backup-Betrieb moeglich ist.

In Kooperation mit international taetigen Partnern

(Infonet) bietet Inas seinen Netzwerkservice national wie international an. Eine entsprechende Ausdehnung des Netzes ist auch bei Panasonic vorauszusehen - und zudem, dass die Systemlandschaft zunehmend heterogen wird. So werden bei der Matsushita-Tochter in absehbarer Zeit neben den Ethernet-LANs in den einzelnen Niederlassungen auch andere LAN-Protokolle beziehungsweise Betriebssysteme Einzug halten.

Die sich daraus ergebende Frage nach dem Einsatz von Single- oder Multiprotokoll-Router war schnell beantwortet: Vor dem Hintergrund zukuenftiger Unternehmensentwicklungen fiel die Wahl auf die weit komplexeren Multiprotokoll-Router, denn diese unterstuetzen alle wichtigen Protokolle beziehungsweise Betriebssysteme wie TCP/IP, OSI, Novell IPX, XNS, Decnet, Banyan Vines, Apple Talk und IBM SDLC.

Einzige Bedingung von Panasonic war, dass Inas auch den kompletten Service dieser Systeme uebernimmt. Netzspezialist Kofod: "Fuer den Router-Betrieb wollten wir weder Personal ausbilden noch zusaetzliche Leute einstellen. Dies haette sich fuer uns einfach nicht gerechnet."

Die Frankfurter Newcomer im Netz-Operating-Business nahmen die Herausforderung mit ihrem "Managed Router Service" an - einem Dienstleistungspaket, das die Kundenberatung, die Lieferung der Hardware (zum Einsatz kommen in der Regel Cisco- Komponenten), die Installation, die Wartung bis hin zum Remote- Diagnose-Service und dem Router-Management umfasst. Die Remote- Diagnose-Schnittstelle dient dabei dazu, vom Inas-Rechenzentrum in Frankfurt aus Monitoring-Funktionen wie Tests, Rekonfigurationen oder neue Software-Releases zu laden. Durch Passwortkennung auf mehreren Ebenen ist zudem sichergestellt, dass keine unautorisierten Benutzer Zugang zum Router erhalten.

Anders als bei der Remote-Diagnose-Funktion, die nur bei Bedarf (zum Beispiel in Stoerfaellen) eingesetzt wird, bietet die Management-Schnittstelle eine konstante Verwaltung der betreffenden Router. Die Funktionsmodule umfassen das Alarm-, Konfigurations-, Leistungs- und Sicherheits-Management. Besondere Merkmale des Router-Managements sind eine sogenannte schwellwertgesteuerte Alarmgebung, die Erfassung und Auswertung statistischer Werte und das Vorhalten und Ueberspielen von Konfigurationen sowie neuen Softwaremodulen (Release-Wechsel).

Dass der gegenwaertige Stand der Technik bei Panasonic nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, liegt auf der Hand. Das dortige Netz wird, wie schon erwaehnt, expandieren, auch im internationalen Rahmen. Aber auch neue Dienste sind gefragt; so sollen etwa EDI und Electronic Mail verstaerkt zum Tragen kommen. Doch damit nicht genug. Netzchef Koeppen ist sich sicher, "dass man auch die Sprachkommunikation im Unternehmen wesentlich guenstiger als heute ueblich abwickeln koennte".

Das Stichwort hierzu lautet Corporate Network: Zur Zeit laufen die ersten Untersuchungen ueber die Sprachverkehrsstroeme bei Panasonic Deutschland. Im internationalen Rahmen wird von der Hamburger Zentrale schon lange ueber ein konzerneigenes Netz telefoniert, von der Niederlassung Muenchen aus wird Sprache ins Ausland ueber ein privates Dienstleisternetz abgewikkelt. Koeppen hierzu: "Wir streben ueber kurz oder lang an, die kostensenkenden Moeglichkeiten eines Corporate Networks auch innerhalb Deutschlands zwischen allen Standorten des Unternehmens zu nutzen." Das Inas-Netz bietet jedenfalls hierzu alle Voraussetzungen.

Das bundesweite Netz von Panasonic hat eine sternfoermige Struktur. Alle LANs sind ueber Multiprotokoll-Router per Standleitung mit dem naechstliegenden Inas-Netzknoten verbunden.

*Dietger Kruschel ist freier Jounalist und PR-Berater in Nuernberg.