Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.12.1995

Management bestreitet finanzielle Schieflage PC-Billiganbieter Packard Bell soll bei Intel in der Kreide stehen

MUENCHEN (IDG) - Misskalkulation soll Packard Bell so zahlungsunfaehig gemacht haben, dass bei Intel Rechnungen in Hoehe von 470 Millionen Dollar offen blieben. Zwar hat Intel den Namen des Schuldners nicht bekanntgegeben, doch Analysten aeusserten sofort den Verdacht, dass es sich um den PC-Anbieter handelt. Packard Bell dementiert finanzielle Schwierigkeiten.

"Die Geruechte sind voellig gegenstandslos", gab Packard Bells CEO und President Beny Alagem bekannt. "Packard Bell hat keine finanziellen Schwierigkeiten." Doch die Analysten sind anderer Meinung. Sie hatten sofort Packard Bell in Verdacht, als Intel der US-Finanzaufsicht SEC meldete, einer seiner fuenf groessten Kunden sei in Zahlungsverzug und man wolle die ausstehenden 470 Millionen Dollar zum Teil in einen Kredit umwandeln.

"Packard Bell hat zu viele PCs, die heute weniger gefragt sind", konstatiert Daniel Kleskan, Finanzanalyst bei Robertson Stephens in San Franzisko. Der im US-Home-Markt fuehrende PC-Hersteller soll sich bei den Pentium-Rechnern mit 75 Megahertz Taktrate verkalkuliert haben, die bei den Privatanwendern weniger gefragt seien als die mit 120 und 133 Megahertz getakteten Pentium- Systeme.

Die Analysten gehen davon aus, dass sich solche Fehleinschaetzungen bei einem Unternehmen, das mit so geringen Margen wie Packard Bell arbeitet, schnell negativ auf die Zahlungsfaehigkeit auswirken koennen. Zudem hatten sich die Kalifornier bereits zweimal nach Fremdkapital umgesehen. Daraus resultiert die 19,9prozentige Beteiligung von Bull sowie der knapp 20 Prozent hohe Anteil von NEC. Nun wird in Analystenkreisen darueber gemunkelt, ob NEC Kapital nachschiesst und im Gegenzug die Kontrolle ueber Packard Bell erhaelt.

Der Packard-Bell-Chef kann die Vorwuerfe nicht nachvollziehen: "Das Gegenteil ist der Fall. Nach dem Thanksgiving-Wochenende haben einige Haendler fuer das Weihnachtsgeschaeft 75-Megahertz-Pentiums nachbestellt." Das Unternehmen aus Sacramento, Kalifornien, werde 1995 sogar rund 45 Prozent mehr einnehmen als im Vorjahr, in dem der Umsatz 4,6 Milliarden Dollar betragen hatte.

Als lachender Dritter fuehlt sich offenbar die Compaq Computer Corp. "Wir haben eine gute Chance, infolge von Packard Bells finanziellen Problemen und unserer Verbesserungen in der Consumer Division Marktanteile gegen diesen Mitbewerber zu gewinnen", so deren Chairman Ben Rosen.