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17.03.1995

Managen wie die Aborigines Dieter Eckbauer

Manager im Freudentaumel" - eine Schlagzeile der "Messe-Zeitung" zur CeBIT: Emotionen muessen konzeptionelle Vorstellungen ersetzen, wenn sich aus einem verwirrenden Produkt-Puzzle kein klares Bild zusammenfuegen laesst. Bereits die Frage "Was bringt das alles?" fuehrt zum entscheidenden Punkt: Der Bedarf der Unternehmen an Nullachtfuenfzehn-Computern ist relativ einfach zu ermitteln. Daraus laesst sich ableiten, wie viele Chips gebraucht werden. Ueber den Daumen gepeilt, wuerde eine Jahresproduktion von Intel ausreichen, diese Nachfrage auf absehbare Zeit zu befriedigen. Also entwickelt der Chip-Riese auf einen Bedarf hin, der erst geweckt werden muss, fuer einen Markt, den es noch gar nicht gibt.

Das magische Wort dafuer lautet "Multimedia": was man mit dem Computer mehr machen kann. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und jetzt wird's spannend. Im Zentrum des Orkans herrscht Ruhe - das Gegenteil von Taumel. Dorthin will niemand vordringen. Koennen wir Grove gleichwohl beruhigen, weil sich neuartige IT- Konzepte durchsetzen - Anwendungen, die den geistigen Horizont erweitern? Springen wir von den Jubel-Managern auf der CeBIT zu den Ureinwohnern des fuenften Kontinents, den Aborigines. Denen wurde erklaert, wie bei uns Wettbewerb funktioniert: Jeder kaempft gegen jeden - nur einer kann gewinnen. Unverstaendnis bei den Aborigines: Was wird aus den anderen? Eigentlich ein unsinniges Spiel!

Was wir damit sagen wollen? Nun, wenn wir die bisherigen zentralistischen, hierarchischen Unternehmensmodelle beibehalten, dann reicht die heute verfuegbare Informationstechnik aus. Ganz unideologisch heisst das, die Unternehmenskulturen muessen radikal geaendert werden, damit Markt fuer neue IT-Anwendungen entstehen kann. Wollen das die etablierten Manager? Wir glauben die Antwort zu kennen. An die Adresse der IT-Anbieter: Nun jubelt mal schoen!

Betrifft: Marktbeherrschung

Den Artikel ueber inhaerente Anpassungs- und Wartungsprobleme bei R/2- und R/3-Programmen habe die CW nur gedruckt, um ihr "erklaertes Feindbild zu bekaempfen", schreibt SAP-Sprecher Michael Pfister in der eigenen Kundenzeitschrift (siehe Seite 8). Doch bisher blieben die Aussagen des Berichts in der Sache von SAP unwidersprochen. Zu den Pfisterschen Unterstellungen wollen wir uns nicht aeussern. Wir halten es jedoch - nicht zuletzt im Interesse der Anwender - fuer journalistisch geboten, sich mit einem marktbeherrschenden Unternehmen kritisch auseinanderzusetzen. Hierzu die juengsten Aeusserungen des SAP- Vorstandes Dietmar Hopp in einem "Die-Woche"-Interview: "Natuerlich ist es hilfreich, dass uns so viele unabhaengige Berater bei den Kunden unterstuetzen, unsere Software zum Live-Einsatz zu bringen, oder dass so viele Hochschulabsolventen mit SAP-Programmen gelernt haben. Doch dass wir auf dem Weg zur Marktbeherrschung sind, kann ich im Augenblick noch nicht erkennen, abgesehen von Deutschland natuerlich."