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20.12.1991 - 

Führungskräfte interessieren sich wenig für Umgang mit neuer Technik

Manager der Zukunft soll ein charismatischer Chef sein

BREMEN (CW) - In einer Untersuchung der Stellenangebote und

-gesuche für Führungskräfte kamen Bremer Wissenschaftler zu dem Ergebnis, daß der Umgang mit den neuen Techniken auf Vorstands- und Geschäftsführerebene keine so große Rolle spielten, wie man gemeinhin annehmen könnte. Erwartet werde vielmehr charismatischer Führungsstil.

Kernstück des Forschungsvorhabens bildete nach Angaben der Bremer Universität die empirische Untersuchung der Qualifikationsanforderungen der Unternehmen sowie der Qualifikationen, die Führungskräfte am Arbeitsmarkt anbieten; und zwar durch die Untersuchung von Stellenannoncen in Tageszeitungen.

Die günstige konjunkturelle Lage der Bundesrepublik schlage nach Auffassung von Walter Gröh und Sibilla Trost, den Verfassern der Studie, auch auf den Arbeitsmarkt für Führungskräfte durch. Insbesondere in den Branchen Elektrotechnik, Elektronik, Maschinenbau sowie Baugewerbe würden Führungskräfte gesucht.

Vor allem Manager, die ein Unternehmen mittlerer Größe suchen, fänden in den Zeitungsannoncen ein vielfältiges Angebot. Die Chancen dagegen, über diesen Weg in einen großen Konzern einzusteigen, seien gering.

Demgegenüber werde die Möglichkeit, sich per Eigenanzeige zu verändern, nur von einem relativ geringen Teil der wechselwilligen Manager gesucht.

Bei der Erhebung der formalfachlichen Qualifikationen kamen Gröh und Trost zu folgenden Ergebnissen: Ein Studium, werde inzwischen als selbstverständliche formale Voraussetzung angesehen und nur noch in jeder sechsten Anzeige explizit verlangt.

Im Hinblick auf den europäischen Binnenmarkt dürfen, so die Bremer Prognose, Sprachkenntnisse und Auslandserfahrung an Bedeutung gewinnen.

Forderungen nach "Charisma" und "unternehmerischer Kompetenz" würden nicht nur bei Befürwortern neuer Konzepte der Unternehmenskultur laut, diese schwer meßbaren Eigenschaften müßten Manager ganz allgemein zunehmend mitbringen.

Am häufigsten gefragt werde laut Studie Führungsstärke, dicht gefolgt von der Fähigkeit, "eine Aura unternehmerischer Kompetenz ausstrahlen zu können". Mit einigem Abstand seien auch sogenannte innovative Fähigkeiten wie Phantasie, Kreativität und Flexibilität genannt worden; großes Engagement sollten die "Noch-Aufsteiger" an den Tag legen.

Da aber persönlichkeitsbezogene Eigenschaften nur schwer nachweisbar sind, belegten Manager diese mit meßbaren Karrieredaten, etwa mit Auslandserfahrung und innegehabter "Umsatzverantwortung".

Die Studie kann gegen eine Gebühr von 20 Mark bei der Universität Bremen, ZWE Arbeit und Region, Postfach, W-2800 Bremen 33, Telefon 04 21/2 18 32 79, erworben werden.