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1OO Jahre VDE: Technologiepolitischer Dialog gefordert


12.02.1993 - 

Manager sehen schwarz fuer den High-Tech-Standort Deutschland

Die Sample-Marktforscher stellten die Qualitaet der Schluesseltechnologien zur Diskussion und fragten nach ihren Zukunftschancen. Zwar bescheinigen 68 Prozent der Manager dem Standort Deutschland eine hohe bis sehr hohe Leistungsfaehigkeit bei Hochtechnologien, knapp hinter den USA mit 75 Prozent, jedoch mit einem beachtlichen Rueckstand auf Japan (95 Prozent). Ueber die Haelfte der Befragten gaben den Japanern in Sachen Technologie die Note eins - gerade 13 Prozent hatten ein "sehr gut" fuer die Bundesrepublik uebrig. Deutschland gerate als Forschungs- und Technologiestandort international zunehmend ins Hintertreffen, klagte denn auch der VDE-Vorsitzende Arno Treptow und forderte eine Trendwende in der deutschen Politik und der oeffentlichen Akzeptanz gegenueber der Weiterentwicklung von Schluesseltechnologien.

Differenziert wurde das Technologiepotential innerhalb Europas bewertet. Waehrend immerhin noch 35 Prozent Frankreich gute bis sehr gute Zensuren erteilen, kommt England gerade auf fuenf Prozent und bildet gemeinsam mit der GUS das Schlusslicht dieser Wertung.

Europa liefert zuwenig Innovationen

Fast die Haelfte der Interviewten meinen mit Blick auf den Binnenmarkt, dass Europa im Vergleich zu anderen grossen Industrieregionen zuwenig Innovationen liefere: Unguenstige Standortfaktoren wie zu hohe Entwicklungs- und Produktionskosten sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen fielen hier ins Gewicht.

Ein sehr buntes Bild zeichnet die VDE-Studie, wenn sie die verschiedenen Technologiegebiete einschaetzt. Recht optimistisch betrachtet werden die Automatisierungstechnik mit 68 Prozent, die Elektrotechnik und die Elektronik mit 61 Prozent sowie die Medizintechnik mit 6O Prozent guenstigen Bewertungen. Weniger erfreulich dagegen die Perspektiven fuer die Mikroelektronik: Nur 42 Prozent raeumen dieser Schluesseltechnologie sehr gute oder gute Zukunftschancen ein. Nur 39 Prozent sind es bei der Energie- und Kerntechnik.

Besonders pessimistisch beurteilen die High-Tech-Unternehmen die Situation der Mikroelektronik in Deutschland. Hier sehen 67 Prozent die Gefahr, dass der Anschluss an die Weltspitze verpasst wird oder kommen gar zu dem Schluss, dass dies bereits geschehen ist. In typischen Elektronik- oder Maschinenbauunternehmen liegt der Anteil derer, die diese Meinung vertreten, mit 75 beziehungsweise 72 Prozent noch hoeher.

Als Konsequenz dieser neuesten Markt- und Meinungsanalysen sieht der Verband Handlungsbedarf bei Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbaenden.

Der VDE mit seinen 35 000 Mitgliedern - davon ueber 4000 aus den neuen Bundeslaendern - fordert eine konzertierte Aktion fuer die Schluesseltechnologien, innerhalb derer es gelte, vorhandene Staerken konsequent auszubauen.