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18.12.1981

Managers on the Road

MÜNChEN (ha/hh) - 1981 war das Jahr der Manager-Krisen. Nie zuvor in der Geshichte der Datenverarbeitung mußten so viele Computerbosse ihren Hut nehmen, da Handtuch werfen oder "auf freundschaftlicher Basis" das Feld für einen Nachfolger räumen. Geschaßt wurden hierzulande nicht nur erfolglose Statthalter amerikanischer Unternehmen, sondern auch die Leader verlustgeplagter deutscher Firmen. Dennoch: Besonders hart traf es die Manager von Tochtergesellschaften profitverwöhnter US-Anbieter. Überzogene Umsatzvorstellungen sowie eine Fehleinschätzung des hiesigen Marktes durch allzustrenge Mütter erwiesen sich für viele als unübervindbarer Stolperstein. Die COMPUTERWOCHE presentiert "quer Beet" eine kleine Auslese der diesjährigen Management-Veränderungen.

Gerhard Jörg

Gerhard Jörg, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei der CTM Computer GmbH, verließ nach sechsjähriger Unternehmenszugehörigkeit das Konstanzer Unternehmen und übernahm die Geschäftsführung der Hermes Precisa Ruf Computer GmbH in Eschborn bei Frankfurt.

Georg Kirchmann, Dieter Gallist

Infolge einer Managementkrise bei der NCR Deutschland GmbH, Augsburg, warfen der stellvertretende Ceschäftsführer Georg Kirchmann und Vertriebsdirektor Dieter Gallist das Handtuch. Kirchmann, der sich Insider-Angaben zufolge ebensowenig mit dem neuen Deutschland-Boß lan M. Angus verstanden habe wie Gallist, war gar seit über dreißig Jahren mit dem Augsburger Computeranbieter "verheiratet" .

Klaus 0. Schmidt

Unterfordert fühlte sich der Busch trommel zufolge der Geschäftsführer der Perkin-Elmer Data Systems GmbH, München. Der Dynamiker tauschte seinen Chefsessel gegen einen Mädchen-für-alles-Job" beim Mikrocomputer-Anbieter Apple.

Bernhard Plettner

Der Vorstansvorsitz bei der Siemens AG wechselte von Bernhard Plettner an Dr. Karlheinz Kaske. Der 66jährige Plettner ging in Pension, behielt aber seine Stimme im Aufsichtsrat des Münchner Elektrokonzerns.

Herbert Bechtel

Herbert Bechtel, der sich als Geschäftsführer der Wang Deutschland GmbH mit seinen europäischen und USamerikanischen Vorgesetzten nicht ganz grün gewesen sein soll, lehnte ein Angebot der Olympia-Werke AG ab. Er übernahm die Leitung der Prime Computer GmbH in Wiesbaden.

Hans-Dieter Holler

Hans-Dieter Holler, jahrelang Geschäftsführer der Prime GmbH, Wiesbaden, tauschte seinen Job und stieg nach kurzem OEM-lntermezzo in die Geschäftsführung der Harris GmbH, Frankfurt, ein. Die Harris-Zügel übernahm er von Hartmut Schlenk, der allerdings weiterhin "beratend" für das Unternehmen tätig ist.

Gerd E. Weers

In den Aufsichtsrat weggelobt wurde bei der Triumph-Adler AG, Nürnberg, der Vorstandsvorsitzende Gerd E. Weers. Kenner des Büromaschinen-Herstellers werfen ihm vor, den Technologietrend von der Mechanik zur Elektronik nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Der Vertriebsmann Weers habe sich im Systemgeschäft überdies zu lange auf "bewährte" MDT-Hardware gestützt und die Software vernachlässigt. Als Weers dann die Lücken erkannte, sei es zu spät gewesen.

Cornelius Schulz-Wolfgramm

"Der Chef muß gehen", kommentierte ein anonymer IBMer die Abkanzelung von Cornelius Schulz-Wolfgramm, nach dem Weggang von Rolf-Dieter Leister ranghöchster Verkäufer des IBM-Unternehmensbereiches Datenverarbeitung. SW habe, so heißt es, in Abschlußverhandlungen mut dem Kunden Unilever die Geschäftsgrundsätze von Big Blue verletzt. Der Endvierziger wurde als Leiter der Hamburger DV-Region Nord an die Verkaufsfront zurückgeschickt.

Jürgen Kesper

Wegen "unterschiedlicher Auffassungen" über den hiesigen DV-Markt gab das US-Management der Cray Research Inc. ihrem Deutschland-Boß Jürgen Kesper den Laufpaß. Der ehemalige DEC-Manager konnte nach eigenen Aussagen seinen amerikanischen Vorgesetzten nicht vermitteln, daß das Größrechnergeschäft hierzulande derzeit rückläüfig ist. Bei der Aufholjagd, die er mit seiner GmbH zu bestehen hatte, blieb er als erster auf der Strecke.

Willi Bannow

"Im besten Einvernehmen" - so die offizielle Stellungnahme - verließ Willi Bannow, Alleingeschäftsfahrer der Sperry Univac GmbH, seinen Sulzbacher Arbeitsplatz und wechselte zum Stuttgarter Softwarehaus Ikoss GmbH. Bannow, der zwanzig Jahre in Univac-Diensten stand, übernahm bei den Stuttgartern die Funktion eines Generalbevollmächtigten .

Dr. Ftiedrich Baur

Dr. Friedrich Baur, Vorstandmitglied der Siemens AG und verantwortlich für den Bereich Bauelemente, reichte Anfang November seinen Rücktritt ein. Baur, lange Zeit als möglicher Nachfolger des früheren Siemens-Chefs Dr. Plettner gehandelt, wird vorgeworfen, die Chancen des US-Geschäftes überschätzt und die Risiken unterschätzt zu haben.

Dieter H. Knoppke

Verwunderung löste das plötzliche Ausscheiden von Amdahl-Chef Dieter H. Knoppke aus. Unter Führung des agilen Mittvierzigers hatte die Amdahl Deutschland GmbH im schwierigen PCM-Geschäft beachtliche Fortschritte gemacht. Knoppkes Fehler, so Leidensgefährten des EX-IBMers: Er sei gegenüber seinen US-Bossen "zu aufmüpfig" gewesen.

Hans J. Schüttlöfel

Hans J. Schüttlöffel, Vorstand des Geschäftsbereiches Büromaschinen bei der Triumph-Adler AG (TA), schied Ende September "mit sofortiger Wirkung" aus der Nürnberger Computergruppe aus. Der smarte Büromaschinen-Boß galt als Protegé von Ex-TA-Vorstand Gerd E. Weers. Neben Schüttlöffel mußten auch Walter Kramme und Dietrich E. Seedorf ihre TA-Vorstandssessel räumen.

Anton Peisl

Ende Mai mußte bei der Siemens AG Dr. Anton Peisl, Chef der defizitaren Datenverarbeitung, ins zweite Glied zurücktreten. Dem "Verkäufer" Peisl wurde der "Techniker" Dr. Kassler als Vorstand vor die Nase gesetzt. Peisl-"Freunde" werfen dem 51jährigen vor, er habe die Entwicklung eines funktionstüchtigen Großcomputers durch Zaudern blockiert und sei zu spät ins Kleincomputergeschäft eingestiegen.