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05.06.1987 - 

BA-Präsident Heinrich Franke sieht weiterhin gute Jobchancen im DV-Bereich:

Mangel an Informatikern bleibt bestehen

NEU-ISENBURG (CW) - "Der A beitsmarkt für Computerprofis ist nicht konjunkturorientiert." Dies Auffassung vertrat Heinrich Franke, Präsident der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (BA), vor de Jahresversammlung des Branchen verbands BVB in Neu- Isenburg. DV Fachkräfte, ob Informatiker oder Ingenieure, seien auf Jahre hinaus knapp. Gegen den Mangel müsse aber auch die Industrie etwas tun.

Als praktisch krisensichere Jobs sieht Franke fast alle qualifizierten Tätigkeiten rund um den Computer. Die Fachhochschulen und Universitäten seien kaum in der Lage, die Industrie mit einer ausreichenden Zahl qualifizierter Studienabgänger zu versorgen, meinte der oberste Chef der deutschen Arbeitsämter. "Jeder dieser Absolventen kann unter vielen Angeboten auswählen", charakterisierte Franke den Arbeitsmarkt, wie er sich den Experten der Nürnberger Anstalt derzeit darstellt.

Momentan beschäftige die bundesdeutsche Wirtschaft rund 250 000 bis 300 000 Fachkräfte in den sogenannten Computer-Kernberufen. Nur wenige davon seien Informatiker; die meisten hätten ihre DV-Erfahrungen erst im Anschluß an eine andere Berufsausbildung gesammelt - teils während der praktischen Arbeit am Computer, teils in Kursen. Den Bedarf an zusätzlichen DV-Fachleuten bezifferte der Präsident auf 10 000 Personen jährlich. Darüber hinaus gebe es eine Personallücke, die "schon seit Jahren besteht und nicht abgedeckt werden kann". Sie werde auf 30 000 bis 40 000 Arbeitnehmer geschätzt.

Von den Bildungseinrichtungen kann nach Erkenntnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die Franke zitierte, mit rund 8400 Absolventen pro Jahr nicht einmal der laufende Bedarf gedeckt geschweige denn der Rückstand aufgeholt werden: 1986 hätten 1500 Diplom- Informatiker die wissenschaftlichen Hochschulen verlassen; weitere 1200 Informatiker seien von den Fachhochschulen in die Berufswelt entlassen worden; außer 900 DV-

Kaufleuten hätten 3600 Teilnehmer von Umschulungsmaßnahmen den Personalchefs zur Verfügung gestanden, und schließlich schätze das Institut die Zahl der anderweitig in die Computerarbeit eingeführten Arbeitnehmer auf 1200 Personen.

Daß dabei der Anteil der Informatiker zugunsten der Absolventen anderer Bildungsebenen weit unter dem von den Personalmanagern gewünschten Maß liege, müsse kein Nachteil sein, meinte Franke. Umschüler hätten einen "reichhaltigeren Hintergrund"; von ihnen sei mehr Flexibilität und Kreativität zu erwarten. Was die Heranbildung der in den nächsten Jahren erforderlichen Fachleute betrifft, nahm Franke die Arbeitgeber in die Pflicht. Sie könnten sich nicht darauf berufen, der Staat müsse allein dafür Sorge tragen. "Die Arbeitsämter können allein nichts ausrichten", sagte der BA-Präsident an die Adresse der im BVB vereinigten DV-Vertriebsunternehmen. "Die Wirtschaft hat es versäumt, sich die Leute auszubilden."