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22.06.1984 - 

Benutzer sind mit Programmangebot noch nicht zufrieden:

Mangelnde SW-Qualität bremst Mikro-Boom

FRANKFURT (mer) - Der Boom bei kommerziellen Mikrocomputerprogrammen ist nicht eingetreten. Obendrein sind die derzeit angebotenen Pakete noch häufig mit gravierenden Macken versehen. Bundesdeutsche Anbieter operieren nicht selten nach der Devise: Software soll beim Kunden reifen. Diese Ansicht vertrat Dieter Jekat, Geschäftsführer der Münchener Nomina GmbH und Herausgeber der Isis Software Reporte auf dem "zweiten deutschen Personal Computer Kongreß" des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Organisation und Automation (Bifoa) in Frankfurt.

Um mehr als das Siebenfache ist in den letzten zehn Jahren das gesamte Produktangebot für Software gestiegen (Abb. 1). Das Marktvolumen beläuft sich derzeit auf rund 2,8 Milliarden Mark. Die Berechnungen Jekats basieren auf den Angaben im "Isis Software Report", dem "Isis Personal Computer Report" und dem "Isis Engineering Report".

Mit 36,8 Prozent decken die kommerziellen Programme den größten Teil der für das Jahr 1984 gemeldeten Produkte ab, gefolgt von den systemnahen Programmen (25,2 Prozent) und den Branchenpaketen (23,5 Prozent). Das Schlußlicht bilden mit 14,5 von hundert Punkten die technischen Applikationen.

Als dominierende Schicht der Softwarekäufer gelten auch in diesem Jahr große DV-Anwender: Mehr als die Hälfte aller Programmkäufe wird auf diese Installationen entfallen. Einen Anteil von 34 Prozent am Softwarekauf sollen kleine und mittlere Unternehmen erbringen, lediglich 14 Prozent werden für DV-Erstanwender prognostiziert.

Mit 1316 Produkten präsentiert sich das Angebot im Bereich der Mikrocomputer. Hier legt Jekat die Angaben aus dem Isis Personal Computer Report von 1984 zugrunde, in dem nach Meinung des Münchner GmbH-Chefs etwa 75 Prozent aller verfügbaren Produkte für die diversen Kraftzwerge erfaßt sind. Auf diesem Sektor sind ebenfalls die kommerziellen Programme dominierend. Eindeutig auch die Verteilung der Betriebssysteme bei den Power-Winzlingen (Abb. 3). "MS-DOS" konnte sich mit rund 37 Prozent als führendes System etablieren, Unix und entsprechende Derivate rangieren noch weiterhin unter "ferner liefen".

Beim bundesdeutschen Programmangebot der Hardwarehersteller steht die IBM mit insgesamt 31 Produkten für den PC zwar an der Spitze der Anbieter, muß aber im kommerziellen Softwaresektor die Führungsposition an Apple abtreten (Abb. 4). In diesem Bereich weisen Apple mit 12 Programmen, aber auch Heath-Zenith (10), Commodore (8) und Honeywell Bull (7) die Stuttgarter mit ihren 5 Paketen in die Schranken.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich jedoch durch die entsprechende Zuordnung aller Softwareprodukte, die von unabhängigen Manufakturen speziell für die Mikros verschiedener Hersteller entwickelt wurden. "IBM-minded" heißt hier die Devise bei den Programmierschmieden. Für alle vier Anwendungsbereiche findet der User deshalb für den Personal Computer des Marktführers das umfangreichste Angebotsspektrum vor (Abb. 5). Mit einem Durchschnittswert von 39 Prozent bei den kommerziellen, Branchen-, und systemnahen Programmen erscheint dagegen die Produktpalette für die Konkurrenzrechner geradezu bescheiden. Apple belegt mit durchschnittlich 12,5 Prozent für die drei Softwarekategorien den zweiten Platz. Bei den technischen Applikationen

ist die IBM mit 23,7 Anteilspunkten ebenfalls Favorit, doch bieten mit jeweils 16,1 Prozent auch die Produkte für NCR und Victor dem Anwender eine entsprechende Auswahl.