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11.09.1998 - 

Thema der Woche

Mangelware

Laut Jörg Menno Harms, dem Vorsitzenden des VDMA und ZVEI sowie der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH, ist das Wachstum der IT-Industrie durch einen chronischen Fachkräftemangel massiv gefährdet. Die Branche habe einen Bedarf von 20000 Informatikern jährlich. Von den 11000 Studienplätzen eines Jahrgangs würden aber nur knapp die Hälfte belegt. Der Bundesverband Informationstechnologie e.V. (BVIT) schätzt, daß momentan hierzulande 30000 offene Stellen in der IT-Branche zu besetzen sind.

Der Bundesverband Informations- und Kommunikationssysteme e.V. (BVB) sieht in Deutschland einen "enormen Expansionsdrang der Informations- und Kommunikationsindustrie", der 1998/99 für etwa 100000 neue Arbeitsplätze sorgen werde. Doch woher die Arbeitskräfte nehmen? Eine BVB-Studie belegt, daß drei von vier Mitgliedsfirmen des Verbands Probleme haben, ihren Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Voraussetzung für den Jobzuwachs sei aber der kontinuierliche Umbau zu einer "hochqualifizierten Dienstleistungsgesellschaft". Für diese Umstrukturierung aber seien die Rahmenbedingungen "nicht so optimal". Sowohl in bildungspolitischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht wird der IuK-Branche noch nicht genügend Stellenwert beigemessen, um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken.

BVB-Vorstandsvorsitzender Willi Berchtold kritisierte ebenfalls, daß bis vor kurzem nur zwei Prozent der Schüler ein Computer zur Verfügung gestanden habe.

Die genannten rund 100000 neuen Arbeitsplätze könnten nur dann geschaffen werden, wenn die IuK-Branche nicht durch unnötige bürokratische Regelungen in ihrem Expansionsdrang gebremst werde. Berchtold monierte darüber hinaus, nach wie vor würden zwar enorme Summen in Industrien investiert, die kaum Überlebenschancen hätten. Dagegen werde der Umbau zu einer hochqualifizierten Dienstleistungsgesellschaft nicht konsequent vorangetrieben. Geradezu unglaublich sei, daß es heute bereits Kräfte gäbe, die zwar die Potentiale von E-Commerce nicht begriffen hätten, aber über eine Besteuerung von Internet-Transaktionen nachdächten: "Wer heute das Internet besteuern will, finanziert die Arbeitslosen von morgen!"

Auch das Münchner Markforschungsinstitut Ifo schreibt, mehr als 40 Prozent der Datenverarbeitungsdienstleister könnten nicht expandieren, weil das Fachpersonal fehlte. Das Problem mangelnder IT-Experten berühre dabei über den engeren Kreis der IT-Welt die gesamte Industrie. Das Ifo-Institut schätzt, daß das Arbeitsplatzwachstum insgesamt wegen der nicht vorhandenen IT-Spezialisten nur halb so groß ist, wie es sein könnte.