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13.06.1980 - 

Optisches Datenübertragungssystem in der Erprobung:

Manhattan-Transfer: 6,3 Megabit pro Sekunde

Ein Lichtleiter-Datenübertragungssystem mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 6,3 Megabit in der Sekunde wird zur Zeit nach einem Bericht von Bruce Howard in der Computerworld vom 12. Mai in New York erprobt. Es gibt erst wenige Systeme, die mehr als 56 Kilobit in der Sekunde leisten.

An der Entwicklung des Systems haben die New York Telephone Co., die Bell Laboratories und die Western Electric Co. zusammengearbeitet. Charles Herndon, ein Sprecher der New York Telephone erwartet als Folge der ständigen Systemverbesserung weitere Steigerungen der Übertragungsgeschwindigkeit.

Das Wichtigste an dem System ist das Lichtleitkabel. Es empfängt die Pulsfolge des Datenflusses ohne analoge Modulation und gestattet den Rechnern theoretisch eine Übertragung der Daten mit derselben Geschwindigkeit, mit der sie verarbeitet werden, erklärte Herndon.

Wie Frederick Frintrup, Planungsingenieur bei New York Telephone bemerkte, macht die rein digitale Natur der Übertragung das System praktisch immun gegen Übertragungsfehler, wie sie durch winzige Änderungen des elektrischen Felds, durch das der Datenfluß hindurch muß, verursacht werden.

Reinrassiger Datenstrom

"Das Pulsieren der Lichtquelle, eines Festkörperlasers oder einer Leuchtdiode erzeugt den digitalen Datenstrom und auch die gesamte Elektronik ist digital, so daß jegliches Digital-Analog- und Analog-Digital-Umsetzen entfällt. Der Datenstrom ist somit von Anfang bis zum Ende reinrassig", sagte Firntrup.

Es besteht auch keinerlei Möglichkeit, das System längs des Übertragungswegs unbefugt anzuzapfen, da das Lichtleitkabel kein elektromagnetisches Feld um sich herum aufbaut, wie es bei Fernsprechleitungen der Fall ist. Sollte jemand versuchen, das System an irgendeiner Stelle anzuzapfen, würde der Datenfluß sofort unterbrochen.

Das in Mannhaften installierte System verbindet die beiden Gebäude 50 Varick Street und 375 Pearl Street. Die zwischen den beiden Endstellen übertragenen Lichtsignale werden auf halbem Weg durch einen Repeater regeneriert.

Der Repeater hat sich aber als unnötig erwiesen, da die Signale während der Übertragung keine Abschwächung erfahren, betonte Frintrup.

Im Rahmen des Versuches bekommen etwa hundert im Gebäude Pearl Street arbeitende Angestellte ihre Telefonapparate an das optische System angeschlossen. Die Apparate sind ein Teil der "Verteilungsseite" des Übertragungsnetzes, worunter man den Systemteil versteht, der das Amt mit der Fernmeldeanlage des Teilnehmers verbindet. Mit dem Test wird das Bell-System in die Lage versetzt, ähnliche Systeme von Lichtwellenleitern auf kommerzieller Basis zu installieren, sagte Firntrup und drückte die Hoffnung aus, daß das bereits Ende 1982 möglich ist.

Lichtleiter im Röhrennetz von New York

Das Manhattan-System ist nicht das erste dieser Art. Zu Beginn dieses Jahres benützte New York Telephone den Vorläufer - ebenfalls vor Bell zur Übertragung von Fernsehsendungen anläßlich der Olympischen Winterspiele in Lake Placid. Ein wesentlich aufwendigeres System, das Manhattan mit White Plains verbinden wird, ist im Bau. Die Verbindung soll 1981 fertig sein und bis Ende 1983 auf den ganzen Nordostkorridor zwischen Boston und Washington, D. C., ausgedehnt werden. Die Installation des New Yorker Systems wird durch das vorhandene Netz von Druckluftröhren bedeutend erleichtert. Diese Röhren haben eine lichte Weite von 12,7 mm und durchziehen ganz New York. Sie wurden seinerzeit verlegt, um die Pernmeldekabel mit Druckluft zu versorgen und ihr Feuchtwerden zu verhindern. In den nichtbenützten Druckluftröhren kann die New York Telephone ihr neues 9,5 mm-Lichtleitkabel verlegen, wodurch sich ein Teil der umfangreichen Bauarbeiten vermeiden lassen wird, meinte der Sprecher von New York Telephone, Herndon. Das 9,5 mm-Kabel hat dieselbe Kapazität für Sprech- und Datenverkehr wie drei normale 101,6 mm-Fernsprechkabel, fügte er hinzu.

Beim gegenwärtigen Test hat Bell erstmalig gesplissene Lichtleitkabel im Feld verwendet, sagte Herndon. Vorher hatten die speziellen Steckverfahren verlangt, daß alle Lichtleiterkabellängen bei der Herstellung durch die Western Electric mit Steckverbindern bestückt werden, um dann bei der Montage auf die vorgeschriebene Länge zusammengesteckt zu werden.

Deutsche Übersetzung: Hans J. Hoelzgen, Böblingen.