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22.10.1999 - 

Düsseldorfer Konzern liefert Breitbanddienste

Mannesmann AG lauert im Windschatten der TK-Multis

GENF (CW) - Die Telecom 99 in Genf wurde thematisch vom Wohl und Wehe der Megaallianzen bestimmt. Doch mit der Mannesmann AG schickt sich nun ein deutscher Konzern an, heimlich, still und leise in die Fußstapfen der Großen zu treten. Auch die Düsseldorfer wollen international operierenden Unternehmen TK-Dienste im One-Stop-Shopping bieten.

Wie schnellebig die TK-Branche ist, führte die Telecom 99 vor Augen. Während die nur alle vier Jahre in Genf stattfindende Show 1995 noch ganz im Zeichen der Deregulierung der Märkte sowie Privatisierung der Carrier stand, spielten diese Themen heuer kaum eine Rolle. Allenfalls wurde am Rande über Erfolg und Mißerfolg des freien Wettbewerbs diskutiert.

Beherrschendes Thema in diesem Jahr waren die Megafusionen sowie Allianzen der großen Carrier. Für den meisten Gesprächsstoff sorgten dabei der geplante Merger zwischen MCI-Worldcom und Sprint, die Zukunft von Global One, dem in die Krise geratenen Joint-venture der Telekom, France Télécom und Sprints, sowie der bevorstehende Start von Concert, einem Gemeinschaftsunternehmen von BT und AT&T. Jede der drei Allianzen schielt dabei auf das lukrative Geschäft mit multinationalen Konzernen, die TK-Dienste weltweit aus der Hand eines Carriers beziehen wollen.

Doch auch andere Anbieter möchten in diesem Markt Fuß fassen. Zum Beispiel die Mannesmann AG, die in Genf erstmals Signale in diese Richtung setzte. Die Düsseldorfer planen, den Kunden ihrer jeweiligen nationalen TK-Gesellschaften künftig auch internationale Daten- und Internet-Dienste anzubieten. Zu diesem Zweck gab Mannesmann auf der Telecom 99 die Gründung ihrer Tochter Ipulsys bekannt, die den bisherigen Ableger Euromap ablöst. Das Unternehmen, das in Den Haag angesiedelt ist, zeichnet für die Entwicklung von Produkten für Geschäftskunden sowie die Harmonisierung der nationalen Netze verantwortlich.

Die Mannesmann AG ist derzeit an Infostrada in Italien, Telering in Österreich sowie Cegetel in Frankreich beteiligt. Ziel des TK-Konzerns ist, diese Staaten zunächst durch ein Backbone-Netz auf Basis des Internet Protocol (IP) mit Deutschland zu verknüpfen und durch Verbindungen nach London, New York und Amsterdam zu ergänzen. Um die internationale Präsenz zu erhöhen, wird Mannesmann, wie Lars Berg, der im Konzern für Telekommunikation verantwortliche Vorstand, sagte, weiter auf Einkaufstour gehen.

Ipulsys wird vor allem Unternehmen mit Standorten in mehreren Ländern adressieren. Zunächst startet die Tochter im Dezember mit einem Virtual-Private-Network-Dienst sowie breitbandigen Internet-Strecken. Das Angebot der Niederländer beschränkt sich zunächst auf die Datenübertragung. Später sollen über das IP-Netzwerk dann auch Sprachservices vermarktet werden.

Den Vertrieb der Geschäftskundenprodukte übernehmen die jeweiligen Landesgesellschaften. Zielgruppe sind Großanwender sowie mittelständische Unternehmen. Damit tritt Mannesmann in Konkurrenz zu Concert oder Level 3, das Berg als schärfsten Wettbewerber für Ipulsys sieht.